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Nach Abzug von Ryanair-Jets 20.05.2026 16:02:00

Lufthansa-Aktie fester: Eurowings stösst in Lücken im Berliner Flugplan - Ausbau am Flughafen München wird konkreter

Lufthansa-Aktie fester: Eurowings stösst in Lücken im Berliner Flugplan - Ausbau am Flughafen München wird konkreter

Nach dem angekündigten Abzug von Ryanair-Jets aus Berlin stösst die Lufthansa-Tochter Eurowings in entstehende Lücken im Flugplan.

Die Gesellschaft will zum Winterflugplan zwei neue Maschinen am Hauptstadtflughafen BER stationieren und zusätzliche Flüge anbieten. Als neues Ziel nennt die Airline die bisherige Ryanair-Destination Bologna in Italien. Zudem soll es zusätzliche Flüge zu den Kanarischen Inseln Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote und Teneriffa geben.

Die Eurowings-Flotte am BER wächst damit auf elf Flugzeuge, die annähernd 50 Ziele anfliegen. Mehr als 300 Crew-Mitglieder sind den Flugzeugen zugeordnet. "Wir glauben an Berlin und sehen - allen Krisen zum Trotz - gute Perspektiven für den Standort", erklärt Eurowings-Chef Max Kownatzki laut einer Mitteilung.

Vor wenigen Tagen hatte Ryanair bekanntgegeben, ihre sieben Flugzeuge aus Kostengründen abzuziehen und das Winter-Flugangebot in Berlin um die Hälfte zu kürzen. Als Gründe führten die Iren hohe staatliche Steuern und Gebühren sowie weiter steigende Flughafenentgelte an. Die Gewerkschaft Verdi sieht in dem Abzug eher eine Reaktion auf die Gründung eines Standort-Betriebsrats bei der Ryanair-Tochter Malta Air. An diesem Donnerstag berät der Bundestag über die geplante Absenkung der Luftverkehrsteuer, die Ryanair als nicht ausreichend kritisiert hat.

Lufthansa-Gruppe in der Hauptstadt Marktführer

Mit den zusätzlichen Eurowings-Flügen wächst die Präsenz der Lufthansa-Gruppe als Marktführer in der Hauptstadt. Neben Eurowings fliegen auch Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und SunExpress regelmässig von und nach Berlin. Mit rund 30 Prozent des Angebots sei man Marktführer. Die grössten Konkurrenten Easyjet (elf Jets) und Ryanair haben ihr Programm in den vergangenen Jahren zurückgefahren.

Auch Eurowings-Chef Kownatzki kritisiert die Kostenstruktur an deutschen Flughäfen. Es brauche dringend international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, damit der geplante Netzausbau nachhaltig erfolgreich sein könne. Er erklärte: "Die seit 2019 mehr als verdoppelten Steuern und Gebühren führen dazu, dass viele Airlines inzwischen einen Bogen um Deutschland machen. In Verbindung mit dem rapiden Anstieg der Kerosinkosten wirken sie wie ein Stoppschild für Investitionen in Deutschland."

Lufthansa-Ausbau am Flughafen München wird konkreter

Die geplante Vergrösserung des Münchner Flughafens durch die Lufthansa wird immer konkreter: Die Fluggesellschaft und der zweitgrösste deutsche Airport unterzeichneten eine Grundsatzvereinbarung für den Ausbau des Terminals 2 und eine enge Zusammenarbeit bis zum Jahr 2056. "Die Vereinbarung ermöglicht perspektivisch die Erweiterung der Lufthansa Langstreckenflotte am Standort München", teile der Flughafen in München mit.

Erweiterungsbau soll 2035 in Betrieb gehen

Vor einigen Wochen hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr den Ausbau am "Franz Josef Strauss"-Flughafen bereits erstmals angekündigt. Das Unternehmen will damit ihre Kapazität im internationalen Flugverkehr um bis zu zehn Millionen Passagiere pro Jahr erhöhen. Der Erweiterungsbau des von der Lufthansa mit betriebenen Terminals 2 soll im Jahr 2035 in Betrieb gehen.

München ist nach Frankfurt die zweite Drehscheibe der Lufthansa für den internationalen Flugverkehr, zwei Drittel der Passagiere sind Umsteiger, die von anderen Flughäfen kommen. Anders als in Frankfurt ist die Lufthansa jedoch Mitbetreiberin des zweiten Münchner Terminals. Damit hat das Unternehmen grössere Möglichkeiten, Planung und Betrieb nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Am zweiten Terminal landen und starten auch die Tochter- und Partner-Fluggesellschaften der Lufthansa.

Was ist mit der dritten Startbahn?

Im Gegensatz zu der Erweiterung des Terminals ist ein anderes Projekt am Münchner Flughafen aber weiter höchst umstritten. Umweltschützer und Anwohner lehnen den Bau einer dritten Startbahn seit Jahren kategorisch ab. CSU und Freie Wähler hatten bei ihren Koalitionsverhandlungen das Projekt auf Eis gelegt, da sie sich nicht auf den Ausbau einigen konnten. Die Regierung von Oberbayern hatte dem Flughafen ein ewiges Baurecht erteilt. Spohr hatte jüngst aber schon erklärt, dass in Zukunft eine dritte Startbahn benötigt werde.

Die Lufthansa-Aktie zeigt sich am Mittwoch zeitweise mit einem Plus von 1,30 Prozent auf 7,77 Euro.

BERLIN/SCHÖNEFELD / MÜNCHEN (awp international)

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