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Liquiditätspolster 09.04.2020 18:07:36

Kühne+Nagel verzichtet auf Dividende für 2019 - Aktie unter Druck

Kühne+Nagel verzichtet auf Dividende für 2019 - Aktie unter Druck

Die Aktionäre sollen darüber anlässlich der Generalversammlung - wie derzeit üblich ohne physische Präsenz - abstimmen.

Wegen der Unsicherheiten um die weitere Entwicklung der COVID-19-Pandemie sowie aufgrund des gegenwärtigen konjunkturellen Umfelds soll der Betrag für die vorgesehene Dividende von 4,00 Franken je Aktie für das Geschäftsjahr 2019 auf einem neuen Konto zurückgehalten werden, teilte Kühne+Nagel am Donnerstag mit. Das bereits robuste Liquiditätspolster werde damit zusätzlich gestärkt.

Die globale Entwicklung der Konjunktur werde stetig überprüft. Sollte sich das Geschäftsumfeld im Verlauf des Jahres normalisieren, sei eine ausserordentliche Generalversammlung denkbar, welche die Auszahlung der Dividende zu einem späteren Zeitpunkt gutheissen könnte.

Die ordentliche Generalversammlung soll wie geplant am 5. Mai stattfinden. Eine persönliche Teilnahme der Aktionäre wird aber nicht möglich sein - diese müssen vielmehr vorgängig ihre Stimmen über den unabhängigen Stimmrechtsvertreter abgeben.

Kühne+Nagel-Aktien unter Druck

Die Aktien des Logistikdienstleisters Kühne+Nagel geben am Gründonnerstag in einem freundlichen Gesamtmarkt gegen den Trend nach und sind gleichzeitig die grössten Verlierer unter den Bluechips. Am Morgen hatte das Unternehmen bekanntgegeben, dass den Aktionären entgegen den ursprünglichen Absichten vorerst der Verzicht auf eine Dividende nahe gelegt werde. Bei einer Normalisierung der Lage sollen sie allenfalls an einer ausserordentlichen GV im zweiten Semester eine Ausschüttung beschliessen können.

Kühne+Nagel-Aktien schlossen 3,73 Prozent tiefer bei 139,20 Franken.

Auch wenn das Unternehmen eine Dividendenzahlung allenfalls für das zweite Semester in Aussicht stelle, sei die Nachricht auf den vorläufigen Verzicht eine negative Überraschung, heisst es in einem Kommentar von Baader Helvea. Als der ursprünglich vorgesehene Dividendenbetrag von 4,00 Franken (minus ein Drittel zum Vorjahr) bekannt wurde, habe man vermutet, dies weise auf eine bevorstehende Akquisition hin, so die Analysten. Davon geht die Bank Vontobel immer noch aus: Der Schutz der Liquidität weise unverändert auf den Appetit auf eine Akquisition in Asien hin, heisst es dort im Kommentar.

Baader Helvea rät aber dazu, über die aktuellen Unsicherheiten im Frachtgeschäft hinauszuschauen und bestätigt deshalb das Rating "Buy". Mit dem führenden Transportnetzwerk im Rücken sollte Kühne+Nagel die aktuelle Krise nicht nur meistern können, sondern allenfalls gar noch Marktanteile gewinnen.

Die UBS bezeichnet die Ankündigung von Kühne+Nagel vor allem als Vorsichtsmassnahme, für den Fall, dass sich das Marktumfeld weiter verschlechtern sollte. Da aber viele Investoren bei dieser Aktie den Fokus auf die Dividende legten, dürfte die Marktreaktion negativ sein.

Die Zürcher Kantonalbank sieht den vorläufigen Verzicht als Indikator für eine kurzfristige hohe Volatilität im Geschäft von Kühne+Nagel. Die Staatsbank erachtet die Meldung ebenfalls als tendenziell negativ und will ihre Schätzungen entsprechend nach unten anpassen.

Schindellegi (awp)

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Bildquelle: KUEHNE + NAGEL,Keystone