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Apex-Übernahme 22.02.2021 18:04:00

Kühne+Nagel greift in Asien zu - Mehrere Milliarden Umsatz - Aktie in Grün

Kühne+Nagel greift in Asien zu - Mehrere Milliarden Umsatz - Aktie in Grün

Das Logistikunternehmen Kühne+Nagel macht einen grossen Expansionsschritt in Asien.

Kühne + Nagel International
211.15 CHF 2.49%
Mit der Übernahme der chinesischen Apex International Corporation wird die Präsenz im asiatischen Raum der Strategie entsprechend massiv ausgebaut.

Die 2001 in China gegründete Apex erzielte im Jahr 2020 mit rund 1'600 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von über 2,1 Milliarden Franken, wie Kühne+Nagel am Montag mitteilte. Dies sei die grösste Akquisition der Unternehmensgeschichte.

Apex sei einer der führenden Logistikanbieter in Asien, insbesondere im transpazifischen und innerasiatischen Raum. So wickelte Apex im Geschäftsjahr 2020 ein Luftfrachtvolumen von rund 750'000 Tonnen ab sowie ein Seefrachtvolumen von 190'000 TEU (Zwanzig-Fuss-Standardcontainer). Über Details der Transaktion haben die beiden Parteien Stillschweigen vereinbart.

"Die Übernahme von Apex ist ein wichtiger Meilenstein unserer Strategie mit Fokus auf Asien, eine der am schnellsten wachsenden Regionen der Weltwirtschaft", wird in der Mitteilung VR-Präsident Jörg Wolle zitiert.

Kaufpreis aus liquiden Mitteln oder bestehenden Krediten

Und laut Detlef Trefzger, dem CEO von Kühne+Nagel, ermöglicht der Zusammenschluss "den Kunden ein attraktives Leistungsangebot im wettbewerbsintensiven asiatischen Logistikmarkt anzubieten, insbesondere in den Bereichen E-Commerce-Fulfilment, Hi Tech und E-Mobility."

Der Kaufpreis soll aus liquiden Mitteln und - falls erforderlich - aus bestehenden Kreditlinien finanziert werden. Ein geringer Anteil der Apex-Aktien verbleibt nach dem Abschluss des Deals beim Management von Apex. Die Firma soll innerhalb der Kühne+Nagel-Gruppe weiterhin eigenständig agieren.

Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen vertraglichen Abschlussbedingungen und der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden.

Kühne+Nagel-Titel legen nach Grossakquisition gegen den Trend klar zu

Die Aktien des Logistikers Kühne+Nagel entziehen sich am Montag dem allgemeinen Abwärtstrend und legen klar zu. Am Morgen hatte das Unternehmen eine Grossakquisition in Asien angekündigt, für die es laut Schätzungen über 1 Milliarde Franken hinblättern wird. In Analystenkreisen wird die Transaktion aus strategischer Sicht begrüsst, entsprechend früheren Aussagen des Unternehmens kommt sie aber nicht überraschend.

Am Nachmittag zogen Kühne+Nagel an der SWX letztlich um 2,24 Prozent auf 214,80 Franken an.

Eine derartige Übernahme sei erwartet worden, heisst es etwa in Kommentaren von Jefferies oder Baader Helvea. Kühne+Nagel fliessen mit der Akquisition über 2,1 Milliarden Franken an Umsatz zu. Dies entspricht in etwa 10 Prozent des Umsatzes von 2019.

Für die Bank Vontobel ist die Transaktion ein "strategischer Meilenstein, da sie sowohl die Position im innerasiatischen als auch im transpazifischen Güterverkehr stärkt".

Die Schätzungen für den Kaufpreis, den Kühne+Nagel nicht kommuniziert, liegen derweil ziemlich weit auseinander. Während die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf "Insider" eine Bewertung der übernommenen chinesischen Apex auf 1,5 bis 2 Milliarden US-Dollar schätzt, spekuliert Jefferies auf etwa 1,5 Milliarden Dollar.

Baader Helvea wiederum nennt als "sehr vage Schätzung" einen Preis im Bereich von 1,0 bis 1,3 Milliarden Franken. Es sei nicht zu erwarten und auch nicht zu hoffen, dass Kühne+Nagel einen Preis zahle, der gut einmal dem Umsatz entsprechen würde - also über 2 Milliarden Franken - so wie Kühne+Nagel derzeit bewertet sei (Marktkapitalisierung: 25,2 Milliarden).

Kühne+Nagel übernimmt indes nur etwas mehr als 85 Prozent von Apex, wie es aus dem Unternehmen nahe stehenden Kreisen hiess. Ein geringer Anteil der Apex-Aktien verbleibe auch nach dem Closing beim erfahrenen Management von Apex, schrieb Kühne+Nagel bereits in der Mitteilung vom Morgen. Und dieser Anteil liegt gemäss diesen Kreisen bei etwas unter 15 Prozent.

Ginge man nun wie kolportiert von einer Bewertung von Apex von rund 1,5 Milliarden US-Dollar aus, ergäbe sich für einen Anteil von 86 Prozent ein Preis von etwa 1,3 Milliarden Dollar, was in Franken umgerechnet derzeit etwas weniger als 1,2 Milliarden entspricht.

Mehr und genauere Informationen dazu erhoffen sich die Analysten von der Bilanzmedienkonferenz vom 3. März 2021.

cf/rw

Schindellegi (awp)

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Bildquelle: KUEHNE + NAGEL