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11.03.2020 09:27:36

Knorr-Bremse blickt wegen Coronavirus vorsichtig aufs neue Jahr

(Ausführliche Fassung)

MÜNCHEN (awp international) - Der Bremsenspezialist Knorr-Bremse blickt angesichts der Coronavirus-Krise und dem Rückgang der globalen Nutzfahrzeugproduktion vorsichtig aufs neue Jahr. So peilt der Vorstand für 2020 Erlöse von 6,5 bis 6,9 Milliarden Euro an und damit weniger als im Vorjahr, wie der MDax-Konzern am Mittwoch in München bei der Vorlage vorläufiger Jahreszahlen mitteilte. 2019 hatte Knorr-Bremse seinen Umsatz um rund 5 Prozent auf 6,94 Milliarden Euro gesteigert und damit die Erwartungen der Branchenexperten erfüllt.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Kurz nach Handelsstart schoss der Kurs der Knorr-Bremse-Aktie kurzzeitig um mehr als acht Prozent nach oben. Wenig später lag er noch mit rund sechs Prozent im Plus. Allerdings hatte das Papier seit Mitte Februar auch infolge der Sorgen wegen der Coronavirus-Ausbreitung rund ein Viertel verloren.

Für das erste Halbjahr erwartet Knorr-Bremse wegen der Folgen des neuartigen Coronavirus negative Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis. Die operative Marge - gemessen am Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) - soll im Gesamtjahr bei 18 bis 19 Prozent liegen. 2019 legte die Marge um 1,4 Prozentpunkte auf 19,2 Prozent zu, das Ebitda kletterte um rund 13 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro.

Sowohl bei Schienen- als auch bei Nutzfahrzeugen hatten die Münchner 2019 klar zugelegt und waren den Angaben zufolge stärker als der Markt gewachsen. Dabei profitierte Knorr-Bremse unter anderem von guten Geschäften in der Asien-Pazifik-Region. Konzernchef Bernd Eulitz zeigte sich entsprechend zufrieden und sprach von einem erfolgreichen Jahr, verwies aber auch auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld.

Den Abschwung des weltweiten Nutzfahrzeugmarkts bekam 2019 auch Knorr-Bremse zu spüren. Wegen der sinkenden Lkw-Nachfrage ging der Auftragseingang im Segment für Nutzfahrzeuge um rund 5 Prozent zurück. Dagegen steigerte der Bremsenspezialist den Auftragseingang bei Schienenfahrzeugen um rund 6 Prozent. Dank eines Endspurts im Schlussquartal mit einem Plus von 10 Prozent konnte Knorr-Bremse 2019 konzernweit beim Auftragseingang um knapp ein Prozent auf rund 7,1 Milliarden Euro zulegen. Bis zum dritten Quartal war der Auftragseingang noch deutlich gesunken.

Seine Prognose für 2020 stellte der Vorstand unter die Voraussetzung, dass die Auswirkungen des Coronavirus begrenzt bleiben, das China-Geschäft sich erholt und die globale Lieferkette stabil bleibt. In China will Knorr-Bremse auch in Zukunft stark engagiert bleiben und setzt auch auf die von der chinesischen Regierung angekündigten Konjunkturmassnahmen im Bahnbereich. Sollte sich die Weltwirtschaft weiter verschlechtern, sei das Unternehmen darauf vorbereitet, mit Kostensenkungen zu reagieren, hiess es.

Knorr-Bremse ist laut eigenen Angaben Weltmarktführer für Bremssysteme und beschäftigte Ende 2019 rund 29 000 Mitarbeiter. Der Konzern stellt Bremsen für Züge und Lkw her, hat aber auch Zugtüren, Lenksysteme sowie Heizungs- und Lüftungssysteme im Angebot. Die vollständige Bilanz will das Unternehmen am 23. April vorlegen./eas/stw/jha/