<
News + Analysen
News + Adhoc
Analysen
Kursziele
>
<
Unternehmen
Termine
Profil
>
<
zugeh. Wertpapiere
Strukturierte Produkte
>
Kostensenkungsprogramm 22.07.2019 17:47:36

Julius Bär verzeichnet im Halbjahr tiefere Gewinnzahlen - Aktie klar im Plus

Julius Bär verzeichnet im Halbjahr tiefere Gewinnzahlen - Aktie klar im Plus

Zudem fielen die Neugeldzuflüsse vor allem wegen Abflüssen bei der italienischen Tochter Kairos unter den eigenen Zielsetzungen aus. Auf Kurs sieht sich die Bank mit dem Anfang Jahr angekündigten Programm zur Kostensenkung.

Die Bank erzielte einen um Sonderkosten und Abschreibungen adjustierten Konzerngewinn für die ersten sechs Monate von 391 Millionen Franken, was gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang um 19 Prozent entsprach. Unter dem Strich resultierte ein Konzerngewinn nach IFRS von 343 Millionen Franken (-23 Prozent), wie die Vermögensverwaltungsbank am Montag mitteilte.

(Anzeige)Passende neue Barrier Reverse Convertibles

Basiswert Valor Barriere in % Coupon in %
CS / Julius Bär / UBS 48927436 60.00 % 7.50 %

Zum Semesterende verwaltete die Bank insgesamt Vermögen in der Höhe von 412 Milliarden Franken, rund 8 Prozent mehr als Ende 2018. Der Anstieg war vor allem auf die klare Erholung der globalen Aktienmärkte zurückzuführen. Allerdings gingen die Vermögen gegenüber dem Stand von Ende April 2019 (427 Milliarden) zurück, dies nicht zuletzt wegen der Aufwertung des Schweizer Frankens.

Kairos bremst

Neben den guten Aktienmärkten war der Anstieg der verwalteten Vermögen im Semester auf einen Netto-Neugeldzufluss über 6,2 Milliarden Franken oder annualisiert 3,2 Prozent der verwalteten Vermögen zurückzuführen. Der Zufluss lag damit allerdings unter dem Vorjahreswert (9,9 Milliarden) und auch unter dem eigenen mittelfristigen Zielbereich von 4-6 Prozent.

Gebremst wurde die Entwicklung der Neugelder durch die italienische Asset Management-Tochter Kairos, wo die Kunden nach einer unbefriedigenden Performance 2018 Gelder abzogen. Unter Ausklammerung von Kairos hätten sich die Nettozuflüsse aber "zufriedenstellend und innerhalb der angestrebten Bandbreite" entwickelt, betonte Julius Bär-CEO Bernhard Hodler an einer Telefonkonferenz - dies dank stabiler Zuflüsse von Kunden aus Asien, Europa und dem Nahen Osten.

Kunden-Durchleuchtung

Immerhin habe auch Kairos im ersten Semester 2019 eine klare Verbesserung gezeigt, betonte Hodler. "Wir erwarten, dass die Abflüsse aus Kairos aufhören werden." Eine Entscheidung zur Zukunft der italienischen Asset Management-Tochter sei noch nicht getroffen worden. Julius Bär hatte im Mai angekündigt, "strategische Optionen" für die Tochtergesellschaft zu prüfen.

Abflüsse resultierten ausserdem aus dem "Programm Atlas" zur Durchleuchtung ihrer Kunden - hier sei es zu einer "geringen Zahl von Kundenabgängen" gekommen. Die Geldabflüsse von Kundengeldern aufgrund des Programms wollte Hodler nicht beziffern, es handle sich aber um eine Zahl im "niedrigen einstelligen Milliarden-Bereich", sagte er.

Kostensenkungen auf Kurs

Die Vermögensverwalterin erwirtschaftete im ersten Semester einen Betriebsertrag von 1,70 Milliarden Franken, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert um 5 Prozent entsprach. Immerhin habe sich die Kundenaktivität zum zweiten Halbjahr klar verbessert. Insgesamt erwirtschaftete die Bank auf den verwalteten Vermögen eine Bruttomarge von 83,2 Basispunkten (2018: 90 Basispunkte).

Auf Kurs sieht sich die Bank mit dem Anfang 2019 eingeleiteten Kostensenkungsprogramm im Umfang von 100 Millionen Franken. Es sei auf Kurs, hiess es weiter. Die resultierenden Einsparungen dürften sich zum Teil bereits in den Finanzergebnissen für das zweite Halbjahr 2019 niederschlagen und 2020 dann ihre volle Wirkung entfalten, versprach Hodler.

Das Programm umfasst eine Nettoreduktion des Personalbestands bis Ende Jahr um 2 Prozent. Im Zusammenhang mit dem Programm fielen im ersten Halbjahr einmalige Abfindungskosten von 17 Millionen Franken an. Das Kosten/Ertrags-Verhältnis betrug 71,0 Prozent und lag damit weiterhin über dem Zielwert von "unter 68 Prozent".

Die Kapitalisierung der Bank sieht Julius Bär als "weiterhin solide" an. Die Kernkapitalquote der Bank stieg leicht auf 13,1 Prozent an (VJ 12,8 Prozent) und lag damit über der eigenen Untergrenze von 11 Prozent.

Julius-Bär-Aktien nach Halbjahreszahlen fester

Die Aktien von Julius Bär notierten schlussendlich 1,47 Prozent stärker bei 43,41 Franken. Das Tageshoch wurde gar bei 44,30 Franken markiert.

Die Analysten machen beim vorgelegten Halbjahresergebnis Licht und Schatten aus. Der Vermögensverwalter musste einerseits einen starken Rückgang des Gewinns hinnehmen, allerdings fiel das adjustierte Ergebnis leicht besser aus als befürchtet.

Julius Bär habe nach dem ernüchternden zweiten Halbjahr 2018 "wieder die Kurve gekriegt", kommentiert die ZKB, und dies sogar noch etwas flotter, als es der Bank vom Konsens zugetraut worden sei. "Anscheinend hat sich die zum Jahreswechsel bei den Kunden noch vorhandene Schockstarre nach dem Marktkollaps des zweiten Halbjahres 2018 mittlerweile gelegt."

Nachdem die Aktie sich im Jahresverlauf eher im Tandem mit dem breiten Markt erholt habe, sollte das klare Überbieten des Konsensus dem Aktienkurs für die nächsten Wochen zusätzlichen Schwung verleihen können, schreibt der zuständige Analyst weiter. Die Aktie wird daher neu mit "Übergewichten" nach zuvor "Marktgewichten" bewertet.

Positiv hebt unter anderem Vontobel einen besser als erwarteten adjustierten Gewinn und entsprechende Margen hervor. Die Bruttomarge habe sich im Mai und Juni signifikant verbessert, schreibt der zuständige Analyst. Auch sei das Kosten/Ertragsverhältnis besser als erwartet: Die Cost/Income-Ratio habe sich in den letzten zwei Monaten des ersten Semesters ebenfalls signifikant verbessert.

Und wie die UBS schreibt, übertrifft der bereinigte Halbjahresgewinn die Markterwartungen konkret um 8 Prozent und seine eigenen Schätzungen gar um 13 Prozent. Der zuständige Analyst führt dies auf höher als erwartet ausgefallene Kommissionserträge zurück.

Der vorbörslich präsentierte Zahlenkranz wird insgesamt als "recht ordentlich " eingestuft. Händlern zufolge hatten die Aktien von Julius Bär nach der Ernennung eines internen Nachfolgers für den abtretenden Firmenchef Bernhard Hodler einen schweren Stand. Im Wissen, dass das Handelsgeschehen von Ergebnisängsten überschattet wurde, wird das vorliegende Halbjahresergebnis mit Erleichterung zur Kenntnis genommen.

Etwas enttäuscht zeigen sich Analysten hingegen vom Nettoneugeldwachstum im Halbjahr und von den rückläufigen verwalteten Vermögen im Vergleich zum Stand Ende April. Mit gut 3 Prozent annualisiert liegt das Neugeldwachstum unter der von Julius Bär kommunizierten Zielbandbreite von 4 bis 6 Prozent pro Jahr. Die durchschnittlichen monatlichen verwalteten Vermögen seien jedoch über den Markterwartungen gewesen, räumt der UBS-Analyst ein.

Andere Marktbeobachter stossen sich zudem an der Entwicklung der Kernkapitalquote (CET1) per Ende Juni. Auch wird darauf verwiesen, dass die Anzahl der so genannten Relationship Manager im ersten Halbjahr trotz Übernahme unter dem Strich gesunken sei.

ys/rw

Zürich (awp)

Weitere Links:


Bildquelle: Keystone,FABRICE COFFRINI/AFP/GettyImages

(Anzeige)Passende emittierte Barrier Reverse Convertibles

Analysen zu Julius Bärmehr Analysen

Eintrag hinzufügen

Diese Börsenneulinge sorgen für Bewegung | BX Swiss | Aktien

Aktien in diesem Artikel

Julius Bär 38.50 0.44% Julius Bär

Finanzen.net News

pagehit