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Dank guter Finanzmärkte 24.05.2019 17:58:00

Julius Bär steigert Vermögen in ersten vier Monaten - Aktie gibt dennoch nach

Julius Bär steigert Vermögen in ersten vier Monaten - Aktie gibt dennoch nach

Die Neugeldzuflüsse blieben zum Jahresbeginn allerdings klar unter den eigenen Zielsetzungen.

Die von Julius Bär verwalteten Vermögen beliefen sich Ende April auf 427 Milliarden Franken gegenüber 382 Milliarden per Ende 2018, wie der Vermögensverwalter am Freitag mitteilte. Massgebend dafür war die "ausgeprägt positive Marktentwicklung" seit Jahresbeginn sowie Währungseffekte.

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Basiswert Valor Barriere in % Coupon in %
CS / Julius Bär / UBS 48130233 59.00 % 6.50 %

Erstmals war zudem der mexikanische Vermögensverwalter NSC Asesores in den Zahlen enthalten, an dem Julius Bär den Anteil im März auf 70 von 30 Prozent aufgestockt hatte.

Verhaltener Jahresbeginn

Die Netto-Neugeldzuflüsse beliefen sich annualisiert auf 3 Prozent der Kundenvermögen, womit sie deutlich unter dem eigenen Ziel von 4 bis 6 Prozent lagen. Nach einem verhaltenen Jahresbeginn hätten sich die Zuflüsse zum Ende der Berichtsperiode beschleunigt, so Bär. "Ansprechende Zuflüsse" vermeldet die Bank aus Kunden in Asien und Europa, zudem hätten die 2018 eingetretenen Kundenberater einen "signifikanten Beitrag" geleistet.

Spuren hinterliessen auch einige Abgänge von "risikoreichen Kunden". Julius Bär leuchtet derzeit im Rahmen des "Projekt Atlas" ihre Kundendossiers durch. Gebremst wurde die Entwicklung zudem durch Netto-Abflüsse bei den Fonds der italienischen Tochter Kairos, die 2018 eine rückläufige Performance verzeichnete. Ferner flossen auch Gelder wegen einer breiteren Anwendung von Negativzinsen auf grosse Bargeldbestände ab.

Wieder mehr Kundenaktivität

Die verbesserten Finanzmärkte führten in den ersten Monaten des Jahres auch zu vermehrten Aktivitäten der Kunden. Insgesamt konnte die Bank damit auf den Kundenvermögen wieder etwas höhere Einnahmen erzielen als noch im sehr gedrückten zweiten Halbjahr 2018. Die Bruttomarge lag in den ersten vier Monaten 2019 bei 82 Basispunkten, was allerdings noch immer deutlich unter dem Wert im gleichen Zeitraum 2018 (93 BP) war.

Ein etwas schwächeres Kostenwachstum führte zu einer leichten Verbesserung des Kosten-Ertrags-Verhältnisses gegenüber den Werten im zweiten Halbjahr 2018. Mit einem Wert von "unter 73 Prozent" verfehlt die Bank allerdings die eigene Zielsetzung, die bei "unter 68%" liegt, allerdings noch recht deutlich.

Kostensenkungen auf Kurs

Das laufende Kostensenkungsprogramm, von dem sich die Bankengruppe Einsparungen in Höhe von 100 Millionen Franken erwartet, führte zunächst zu Belastungen in Höhe von 11 Millionen Franken. Diese sind ein Teil der gesamten "einmaligen Abfindungskosten" von rund 17 Millionen im 2019.

Die Umsetzung des Programms, das eine Nettoreduktion des Personalbestands um 2 Prozent oder rund 130 Stellen bis Ende 2019 beinhaltet, habe begonnen und sei "auf Kurs", schreibt Julius Bär. Die Einsparungen sollen in den Ergebnissen für das zweite Halbjahr 2019 sichtbar werden und 2020 ihre volle Wirkung entfalten.

Durchzogene Ergebnisse

Gegenüber den Analystenerwartungen hat Julius Bär mit den verwalteten Vermögen die Prognosen gemäss AWP-Konsens klar übertroffen, erwartet wurden 410 Milliarden Franken. Die Neugeldzuflüsse waren allerdings stärker erwartet worden und auch mit der Bruttomarge (Prognose: 86 Basispunkte) ist der Vermögensverwalter unter den Prognosen geblieben.

Die Kapitalisierung verbesserte sich in den ersten vier Monaten trotz eines negativen Effekts aus dem Kauf Mehrheit an der NSC Asesores leicht. Die Kernkapitalquote (CET 1) verbesserte sich leicht auf 13,1 Prozent (Ende 2018: 12,8 Prozent), die BIZ Gesamtkapitalquote lag bei 19,2 Prozent (18,7 Prozent).

So reagiert die Julius Bär-Aktie

Die Julius Bär-Aktien haben am Freitag an der Schweizer Börse nach einem positiven Auftakt klar ins Minus gedreht. Der Vermögensverwalter hat vorbörslich durchzogene Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Besonders die Verlangsamung des Neugeldzuflusses aber auch eine enttäuschende Bruttomarge werden von Analysten kritisch kommentiert.

Zum Handelsende am Freitag notierten Julius Bär um 1,34 Prozent im Minus bei 40,59 Franken, womit sie im insgesamt positiven Swiss Leader Index (+0,44 Prozent) der 30 grössten Schweizer Titel klar das Schlusslicht bildeten. Umgesetzt sind bis dahin allerdings erst knapp 180'000 Titel, das Durchschnittsvolumen der letzten Monate lag bei etwa 1,3 Millionen Aktien pro Tag.

Die Analysten von Goldman Sachs bezeichnen die von Julius Bär vorgelegten Resultate für die ersten vier Monate als durchzogen. So seien etwa die Bruttomargen trotz wieder etwas höherer Kundenaktivitäten klar unter den Erwartungen ausgefallen. Entsprechend bekräftigen die Experten der US-Investmentbank ihr Anlagerating "Neutral".

Immerhin sei das Ausmass der positiven Markt- und Währungseffekte im Vorfeld unterschätzt worden, lägen doch die verwalteten Vermögen mit 427 Milliarden Franken klar über den Erwartungen des Marktes, kommentiert die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Im Gegenzug habe aber die Bruttomarge auch die niedrigsten Vorhersagen der Analysten verfehlt und liege "Lichtjahre" unter dem Vorjahreswert. Die Bär-Aktie stehe und falle derzeit mit dem Gesamtmarkt, entsprechen dränge sich ein Engagement in den Titeln nicht auf, meinen auch die ZKB-Analysten.

Angesichts des "unerwartet schwachen" Jahresauftakts des Vermögensverwalters sehen die Vontobel-Analysten nun ihre eigenen Prognosen für das Gesamtjahr 2019 als zu optimistisch an. Mit der gedrückten Bruttomarge dürften die Umsätze in den ersten vier Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 10 Prozent zurückgegangen sein, schätzen sie. Zwar gab Julius Bär keine Gewinnzahlen bekannt, Vontobel schätzt den Vorsteuergewinn aber um etwa 25 Prozent tiefer als im Vorjahr.

tp/ra

Zürich (awp)

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Bildquelle: Keystone,keystone,FABRICE COFFRINI/AFP/GettyImages

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