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Hodler-Nachfolge 08.07.2019 17:46:00

Julius Bär-Aktie gibt nach: Philipp Rickenbacher neuer CEO

Julius Bär-Aktie gibt nach: Philipp Rickenbacher neuer CEO

Seit längerem brodelte die Gerüchteküche, wer Nachfolger von CEO Bernhard Hodler werden könnte. Geschafft hat es nun mit Philipp Rickenbacher einer aus den eigenen Reihen.

Hodler tritt Ende August zurück und scheidet aus der Geschäftsleitung aus. Dabei hatte der frühere Risikochef den Chefposten bei der Privatbanken-Gruppe erst im November 2017 übernommen, nachdem der damalige CEO Boris Collardi die Bank überraschend verlassen und zur Genfer Pictet-Gruppe gewechselt hatte.

Rickenbacher, derzeit noch Leiter des Intermediär-Geschäfts, soll Anfang September "nahtlos" übernehmen. Hodler werde ihn jedoch für einen reibungslosen Übergang noch bis ins nächste Jahr hinein unterstützen, teilte Julius Bär am Montag mit.

Wilde Spekulationen

Seit längerer Zeit hatte es Gerüchte gegeben, dass Hodler ersetzt werden soll, was Julius Bär selbst letztendlich auch bestätigte. Unter Einbezug eines Headhunters werde ein Nachfolger gesucht, hiess es Ende Mai.

Verschiedene Namen fielen: Als aussichtsreicher externer Kandidat für den Bär-Chefposten wurde in Medienberichten Iqbal Khan gehandelt, der erst vergangene Woche als Chef des internationalen Vermögensverwaltung bei der Credit Suisse zurücktrat. Weitere Namen von Grossbanken-Managern wurden genannt, darunter Christine Novakovic, Josef Stadler oder Sabine Keller-Busse von der UBS.

Mit Blick auf die internen Kandidaten hatte indes etwa Bloomberg geschrieben, dass Yves Robert-Charrue, Leiter des Europa-Geschäft bei Bär, die besten Aussichten habe. Rickenbacher zählte jedoch auch als Kandidat.

Der Verwaltungsrat habe sorgfältig interne und externe Kandidaten bewertet, sagte Verwaltungsratspräsident Romeo Lacher am Montag zu Journalisten. Und er sei stolz, dass es mehrere interne Kandidaten gegeben habe.

Mit der Kultur vertraut

Der 48-jährige Rickenbacher kam 2004 von McKinsey und arbeitet damit seit rund 15 Jahren für Julius Bär. Damit hat sich ein Eigengewächs der Bank durchgesetzt. Auch Collardi, der Julius Bär neun Jahre leitete, sowie sein Vorgänger Alex Widmer waren bereits mindestens einige Jahre im Unternehmen, bevor sie die operative Führung übernahmen.

"Er ist mit der Kultur und dem Geschäftsmodell von Julius Bär bestens vertraut und gleichzeitig bereit, die Herausforderungen der Zukunft aktiv anzugehen", sagte Lacher über Rickenbacher.

Im Auswahlverfahren konnte dieser sich durchsetzen, hat aber nun keine einfache Aufgabe vor sich. Die von Hodler initiierte Strategie solle unter ihm beschleunigt werden, heisst es. Als Herausforderungen, denen "aktiv begegnet" werden soll, nannte VRP Lacher etwa das veränderte Kundenverhalten sowie das veränderte Markt- sowie Regulierungsumfeld, mit dem sich die Bank konfrontiert sieht.

Keine einfache Aufgabe

Im vergangenen Jahr hatte Julius Bär die schwierige Marktentwicklung zu spüren bekommen und einen Rückgang der verwalteten Vermögen erlitten. Die mittelfristigen Ziele wurden leicht nach unten korrigiert, und die Bank lancierte ein Sparprogramm mit einem Abbau von rund 130 Stellen.

Immer wieder ist der Zürcher Vermögensverwalter zudem negativ in den Schlagzeilen geraten im Zusammenhang mit Korruptionsskandalen wie bei der Fifa oder rund um die venezolanische Erdölgesellschaft PDVSA. Julius Bär lancierte das "Projekt Atlas", um sämtliche Kundendossiers zu durchleuchten und sich auch von Kunden zu trennen. Die Aufarbeitung der Kundendokumentation soll Ende 2019 abgeschlossen werden.

Für ein detailliertes Strategie-Update sei es zu diesem Zeitpunkt noch zu früh, sagte Lacher derweil am Montag. Und an den finanziellen Zielen halte man fest. Lacher hatte erst im vergangenen April das Bär-Präsidium übernommen. Das Halbjahresergebnis 2019 präsentieren wie geplant am 22. Juli Noch-CEO Hodler und Finanzchef Dieter Enkelmann.

Das macht die Julius Bär-Aktie

Laut ersten Analystenkommentaren haben sowohl die interne Lösung - wie sie nun beschlossen wurde - als auch eine externe Lösung jeweils Vor- und Nachteile.

Julius Bär verloren 4,93 Prozent auf 43,17 Franken und fanden sich damit mit Abstand am Ende der SLI-Tabelle. Gleichzeitig war der Gesamtmarkt gemessen am SPI kaum bewegt.

Die Bär-Aktie hatte aber in den vergangenen Wochen einen guten Lauf und kommt auch insgesamt im Jahresverlauf auf ein Plus von 26 Prozent. 2018 hatte die Aktie allerdings gut 40 Prozent eingebüsst.

Der Nachteil einer internen Lösung könnte sein, dass eventuell nötige Aufräumarbeiten nicht so konsequent angegangen werden wie dies ein neuer Chef von ausserhalb tun würde, kommentiert die ZKB.

Die externe Lösung wiederum berge aber erfahrungsgemäss oft die Gefahr, dass der Neue sich die erste Zeit vornehmlich damit beschäftige, eigene Gefolgsleute in Stellung zu bringen, was dem operativen Geschäft in der Regel auch nicht gerade förderlich sei. Während über eine Ablösung des jetzigen CEO Bernhard Hodler schon länger spekuliert wurde, sei dabei allerdings häufig eine externe Nachfolgelösung erwartet worden, insbesondere auch seit sich Iqbal Khan als Chef des internationalen Wealth Managements bei der Credit Suisse verabschiedet hatte, so der der zuständige ZKB-Analyst.

"Nach den Jahren des Vollgaswachstums, um nicht zu sagen des Wildwuchses unter Hodlers Vorgänger Collardi erachten wir es für vernünftig, dass nicht gleich wieder eine Revolution angezettelt wird", zieht er das Fazit. Der Preis dafür dürfte jedoch sein, dass für die Aktie erst einmal keine rasanten Kursschübe zu erwarten sein dürften. Hodler war 2017 zum CEO ernannt worden, nachdem der damals langjährige Bär-Chef Boris Collardi die Bank überraschend verlassen und zur Genfer Pictet-Gruppe gewechselt hatte.

Während die nun gefundene interne Lösung für einige Investoren überraschend sein könnte, sei dies jedoch auch in der Vergangenheit die bevorzugte Option gewesen, kommentiert zudem Vontobel. Dass die von Hodler initiierte Strategie unter Rickenbacher beschleunigt werden soll, könnte zudem ein noch stärkerer Fokus auf die Marktabdeckung bedeuten.

ys/ra/kw

Zürich (awp)

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Bildquelle: Keystone,FABRICE COFFRINI/AFP/GettyImages

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Basiswert Valor Fälligkeitstag Maximale Rendite p.a.
CS / Julius Bär / UBS 48130339 05.10.2020 9.27 %
CS / Julius Bär / UBS 45380747 18.02.2021 8.95 %
CS / Julius Bär / UBS 46533041 08.10.2020 8.42 %