Goldman Sachs Group Aktie 21233573 / US38145G3083
| Kurse + Charts + Realtime | News + Analysen | Fundamental | Unternehmen | zugeh. Wertpapiere | Aktion | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kurs + Chart | Chart (gross) | News + Adhoc | Bilanz/GuV | Termine | Strukturierte Produkte | Portfolio |
| Times + Sales | Chartvergleich | Analysen | Schätzungen | Profil | Watchlist | |
| Börsenplätze | Realtime Push | Kursziele | Dividende/GV | |||
| Historisch | Analysen | |||||
| Wachstum voraus? |
20.08.2026 21:17:00
|
JPMorgan-Prognose: S&P 500 könnte auf 8'000 Punkte steigen - KI als Treiber
Die US-Bank JPMorgan hat ihr Kursziel für den S&P 500 erneut angehoben - und macht dafür massgeblich die Rendite der milliardenschweren KI-Investitionen der Tech-Konzerne verantwortlich.
• Cloud-Wachstum und steigende Auftragsbestände im Blick
• Prognose liegt leicht über dem Marktdurchschnitt
JPMorgan hebt S&P-500-Kursziel erneut an
JPMorgan Chase hat sein Jahresendziel für den S&P 500 auf 8'000 Punkte angehoben, wie Reuters berichtet. Die neue Marke impliziert ein Kursplus von rund 3,2 Prozent gegenüber dem letzten Schlussstand von 7'745,06 Punkten (Stand: Schlusskurs vom 17.08.2026). Erst im Juni hatten die Analysten ihr Ziel von 7'600 auf 7'800 Punkte erhöht, wie Reuters bereits damals meldete. Damit hat JPMorgan sein Kursziel innerhalb von zwei Monaten zum zweiten Mal nach oben korrigiert.
Die JPMorgan-Analysten begründeten die Anhebung laut Reuters mit Aussicht auf solide Unternehmensgewinne und wachsendem Vertrauen darauf, dass KI-Investitionen der grossen Hyperscaler ein schnelleres Umsatzwachstum treiben würden. Von den 436 S&P-500-Unternehmen, die bis zum 7. August ihre Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt hatten, übertrafen laut den von Reuters zitierten LSEG-Daten 85,1 Prozent die Analystenerwartungen, deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 68 Prozent seit 1994.
Wie KI-Investitionen den S&P 500 antreiben
Im Zentrum der neuen Prognose steht die Frage, ob sich die enormen Investitionsausgaben der sogenannten KI-Hyperscaler inzwischen in echten Umsätzen niederschlagen. Die JPMorgan-Analysten erklärten laut Reuters wörtlich: "Sobald hohe Auftragsbestände in verbuchte Umsätze übergehen, sollte das Cloud-Wachstum gut gestützt bleiben und damit steigende KI-Investitionsausgaben rechtfertigen, die Auftragsdeckung stärken und Bedenken hinsichtlich der Kapitalrendite weiter abbauen." Besonders deutlich seien die Effekte im zweiten Quartal bei Alphabet, Amazon und Microsoft ausgefallen, wo starkes Cloud-Wachstum, grössere Auftragsbestände und eine bessere Sichtbarkeit beim Cashflow die Anlegersorgen um die Investitionsrendite gedämpft hätten, so Reuters unter Berufung auf die Bank.
Konkrete Zahlen zu dieser Entwicklung: Das Wachstum bei Amazon Web Services hat sich demnach auf 37 Prozent im Jahresvergleich beschleunigt, bei Microsofts Azure auf 43 Prozent, während Google Cloud mit 82 Prozent ein Rekordwachstum verzeichnet hat. Der Auftragsbestand von Google Cloud ist im Quartalsvergleich um 52 Milliarden US-Dollar auf 514 Milliarden US-Dollar gestiegen, jener von AWS auf 496 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 36 Prozent gegenüber dem Vorquartal und fast das 2,5-Fache im Jahresvergleich.
Trotz dieser positiven Signale bleibt laut Investing.com ein Risikofaktor bestehen: Der freie Cashflow der meisten Hyperscaler dürfte bis 2027 negativ bleiben. Die Plattform präzisiert diesen Punkt mit Zahlen aus der JPMorgan-Analyse, wonach der Nettogewinn der Hyperscaler auf Basis der vergangenen zwölf Monate bei 599 Milliarden US-Dollar liegt, dem aber nur 169 Milliarden US-Dollar an freiem Cashflow gegenüberstehen. Diese Lücke von 430 Milliarden US-Dollar habe sich seit Ende 2023, als beide Kennziffern noch etwa gleich hoch waren, deutlich ausgeweitet.
Der Weg zum neuen S&P-500-Kursziel: Von 7'200 bis 8'000
Die aktuelle Anhebung ist Teil einer Serie von Korrekturen, die JPMorgan im Jahresverlauf 2026 vorgenommen hat. Im März hatte die Bank ihr Jahresendziel im Zuge geopolitischer Risiken im Zusammenhang mit dem Nahen Osten auf 7'200 Punkte gesenkt, wie CNBC berichtete. Bereits im April folgte laut Reuters eine erste Erhöhung auf 7'600 Punkte, begründet mit einer wiedererlangten Dynamik beim KI-Trend und einem Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran, der die Stimmung stützte. Im Juni hoben die Strategen ihr Ziel dann auf 7'800 Punkte an und sprachen dabei laut Reuters von einer starken, durch den KI-Investitionsboom getriebenen Gewinndynamik sowie einer widerstandsfähigen wirtschaftlichen Lage.
Mit der jüngsten Anhebung auf 8'000 Punkte hat JPMorgan sein Ziel binnen fünf Monaten um 800 Punkte nach oben korrigiert. Die Bank hob dabei laut Reuters auch ihre Gewinnschätzung für den S&P 500 im Jahr 2026 auf 365 US-Dollar pro Aktie an, nach zuvor 350 US-Dollar. Für 2027 rechnet sie nun mit 420 US-Dollar statt zuvor 390 US-Dollar. Nach Angaben von Investing.com entspricht die neue 2026er-Schätzung einem Gewinnwachstum von 35 Prozent im Jahresvergleich und liegt über der Konsensschätzung von 358 US-Dollar. Die Strategen wiesen laut Investing.com zudem darauf hin, dass Bewertungsanpassungen bei Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen die Gewinnschätzung um etwa 18 US-Dollar je Aktie erhöhen. Ohne diesen Effekt läge das normalisierte Gewinnwachstum für 2026 bei 28 Prozent statt 35 Prozent.
JPMorgans S&P-500-Prognose im Vergleich zum Marktkonsens
Trotz der optimistischen Einschätzung hält JPMorgan an einem unveränderten Kurs-Gewinn-Multiplikator von etwa 20 fest, wie Reuters berichtet. Als Gründe nannten die Analysten höhere Zinsen, geopolitische Risiken und ein umfangreiches Angebot an Aktien und Anleihenemissionen. Der S&P 500 habe im laufenden Jahr bereits deutlich zugelegt, getragen von der KI-Euphorie, während Unsicherheit rund um die Wiederöffnung der Strasse von Hormus und die Gespräche zwischen Iran, Oman und den USA weiterhin Druck auf die Ölmärkte ausübe, so Reuters.
Im Vergleich zum breiteren Markt liegt JPMorgans neues Ziel von 8'000 Punkten nach Angaben von Bloomberg leicht über dem Durchschnitt von 20 Strategen, die von der Nachrichtenagentur befragt wurden. Dieser Konsens sieht den S&P 500 zum Jahresende bei durchschnittlich 7'845 Punkten, was einem Anstieg von etwa einem Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau entspräche. Reuters ergänzt, dass mindestens sieben Brokerhäuser inzwischen davon ausgehen, dass der Index die 8'000-Punkte-Marke bis Ende 2026 erreicht.
Wie andere Banken den S&P 500 einschätzen
JPMorgan steht mit seiner optimistischen Haltung nicht allein. Laut Bloomberg zählen auch die Strategen von Citigroup, Deutsche Bank und Goldman Sachs zu den Instituten, die in diesem Jahr zu den bullischsten Stimmen am US-Aktienmarkt gehören. Eine detaillierte Aufschlüsselung der einzelnen Kursziele dieser Banken lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor, die Einordnung durch Bloomberg verdeutlicht aber, dass die Anhebung durch JPMorgan Teil eines breiteren Trends unter den grossen Wall-Street-Häusern ist.
Der Vergleich mit der bisherigen Prognosehistorie von JPMorgan relativiert diesen Optimismus zugleich. Eine Auswertung der Analyseplattform AnaChart zu den historischen Jahresendzielen zeigt, dass die Bank in den vergangenen zwölf abgeschlossenen Prognosejahren keinen einzigen Jahresendstand innerhalb einer Abweichung von drei Prozent getroffen hat. Die Kursziele lagen dabei sowohl deutlich über als auch deutlich unter den späteren tatsächlichen Jahresendständen des Index. Diese Diskrepanz zwischen der aktuellen Prognosesicherheit und der historischen Treffergenauigkeit lässt sich aus den verfügbaren Quellen nicht auflösen, sie liefert aber einen Kontext für die Einordnung der jüngsten Zielanhebung.
Paul Schütte, Redaktion finanzen.ch
Weitere Links:
Trading Signals: Komax: Ein besonderer Monat
Der Maschinenbauer hat im August starke Zahlen vorgelegt und einen neuen CEO gefunden. An der Börse gönnt sich Komax nach einer geschichtsträchtigen Rallye eine Pause – schon bald könnte der nächste Schub nach oben anstehen.
Weiterlesen!