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Korrektur geht weiter 20.07.2026 17:55:00

Infineon-Aktie im Tief: Warum die Erholung auf sich warten lässt

Infineon-Aktie im Tief: Warum die Erholung auf sich warten lässt

Die Infineon-Aktie steht nach einer schwachen Woche weiter unter Druck. Dabei gibt es konkrete Belastungsfaktoren für den DAX-Konzern.

  • Infineon verlor binnen einer Woche fast zwölf Prozent
  • Auslöser der jüngsten Welle war das neue KI-Modell Kimi K3 von Moonshot AI
  • Zuvor hatten ein SK-Hynix-Crash und ein ASML-Bericht den Sektor belastet.

Die Infineon-Aktie setzt ihre Korrektur fort und notiert im XETRA-Handel am Montag 0,2 Prozent tiefer bei 63,53 Euro. Bereits in der Vorwoche hatte sich der Halbleiterwert tiefrot gezeigt und binnen einer Woche 11,62 Prozent an Wert verloren. Vom 52-Wochen-Hoch von 88,83 Euro, trennen die Aktie inzwischen rund 29 Prozent.

Kimi K3 als jüngster Auslöser

Der direkte Anlass für den Kursrückgang am Freitag war die Vorstellung des neuen KI-Modells Kimi K3 durch das chinesische Start-up Moonshot AI. Das offen zugängliche Modell soll über 2,8 Billionen Parameter verfügen und in Programmier-Tests Konkurrenzmodelle wie Claude Opus 4.8 und GPT-5.5 übertreffen. Die NZZ berichtet, der technologische Abstand der USA zu China sei dadurch auf sechs bis neun Monate geschrumpft. Beobachter ziehen Parallelen zum sogenannten "DeepSeek-Moment" Anfang 2025, als ein chinesisches KI-Modell erstmals die Annahme einer US-Dominanz erschütterte und Tech-Aktien weltweit belastete.

Auch SK-hynix-Crash und ASML-Schock wirken für die Infineon-Aktie nach

Der Kimi-K3-Rückgang traf einen Sektor, der bereits angeschlagen war. Mitte Juli war die SK hynix-Aktie eingebrochen, nachdem die Gewinnschätzungen des Speicherchip-Herstellers unter den Markterwartungen gelegen hatten. Neben anderen Halbleitertiteln war auch Infineon in den Abwärtsstrudel geraten. Kurz danach sorgte ein Bericht rund um ASML für zusätzliche Verunsicherung in der Zulieferkette und wirkte als weiterer Belastungsfaktor für den Sektor im Allgemeinen und den DAX-Konzern im Besonderen.

Operatives Geschäft läuft, Bewertung bleibt Thema

Operativ zeichnet Infineon ein anderes Bild als der Kursverlauf: Anfang des Monats ging die neue "Smart Power Fab" in Dresden drei Monate früher als geplant in Betrieb, und Finanzvorstand Sven Schneider sagte dem Handelsblatt, der Konzern erhöhe "in Teilbereichen" die Preise angesichts hoher Nachfrage.

Entsprechend ist das übergeordnete Bild für Infineon auch eher positiv: Trotz der jüngsten Verluste steht seit Jahresbeginn weiterhin ein deutliches Plus zu Buche. Analysten verweisen zugleich zwar darauf, dass die Bewertung nach dem starken Lauf der vergangenen Monate anspruchsvoll bleibt. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt mit 88,70 Euro aber deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Ein nächster konkreter Prüfstein ist der Quartalsbericht für das dritte Geschäftsquartal am 5. August 2026.

Claudia Stephan, Evelyn Schmal, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.ch

Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquelle: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images,360b / Shutterstock.com
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