Huber + Suhner Aktie 3038073 / CH0030380734
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| Marge sinkt |
18.08.2026 17:51:36
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Huber+Suhner-Aktie verliert kräftig: Ausbau der Kapazitäten drückt Gewinn
Der Industriekonzern Huber+Suhner (H+S) hat im ersten Halbjahr 2026 Umsatz und Auftragseingang gesteigert.
Der Umsatz legte um 2,6 Prozent auf 457,4 Millionen Franken zu und der Auftragseingang um 5,1 Prozent auf 542,8 Millionen, wie der Spezialist für elektrische und optische Verbindungstechnik am Dienstag mitteilte. Organisch, das heisst bereinigt um Währungs-, Kupferpreis- und Portfolioeffekte, ergab sich beim Umsatz ein Plus von 6,0 Prozent.
Das erste Halbjahr habe ein differenziertes Marktbild gezeigt, heisst es dazu. In einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld sei die Investitionstätigkeit in einzelnen Bereichen verhalten ausgefallen. Eine starke Nachfrage habe es hingegen insbesondere im Industriesegment gegeben.
Marge sinkt wegen Vorleistungen
Der operative Gewinn lag trotz des höheren Umsatzes unter dem Vorjahressemester. Dazu haben "bedeutende" Vorinvestitionen in den Ausbau der Entwicklungs- und Produktionskapazitäten für Optical Circuit Switches (OCS) geführt, für die bereits 2025 signifikante Aufträge eingegangen seien.
In der Folge ging der EBIT um 8,4 Prozent auf 41,2 Millionen Franken zurück und die entsprechende Marge um 1,1 Prozentpunkte auf 9,0 Prozent. Die Marge lag damit am unteren Ende des Zielbandes von 9 bis 12 Prozent.
Der Reingewinn lag mit 34,9 Millionen um 4,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Schätzungen der Analysten wurden damit mehrheitlich verfehlt, einzig der Auftragseingang war besser als gedacht.
Für den weiteren Jahresverlauf gibt sich das Unternehmen zuversichtlich. Nebst den anhaltenden Megatrends bilde auch der Auftragsbestand in Höhe von 516,7 Millionen Franken per Ende Juni eine "aussichtsreiche Grundlage" für den weiteren Jahresverlauf und darüber hinaus.
Eine weiterhin robuste Nachfrage sieht Huber+Suhner im Industriesegment, vor allem in den Teilbereichen Luft-, Raumfahrt und Wehrtechnik sowie Prüf- und Messtechnik. Im Kommunikationssegment hingegen dürften die Bedingungen in den Endmärkten Festnetz und Mobilfunk zunächst anspruchsvoll bleiben.
"Deutlich besseres" zweites Semester erwartet
Auf Basis des bestehenden OCS-Auftragsbestands sowie der getätigten Vorinvestitionen verspricht sich das Unternehmen im Bereich Rechenzentren einen "deutlichen Mehrumsatz" im zweiten Halbjahr.
Insgesamt werden die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr 2025 bestätigt. Demnach wird eine Betriebsergebnismarge in der oberen Hälfte des Zielbands von 9 bis 12 Prozent angestrebt sowie ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr von mindestens 10 Prozent. Das zweite Semester dürfte entsprechend "deutlich besser" ausfallen als das erste.
Huber+Suhner-Aktien brechen nach unerwartet schwachen Zahlen ein
Die Aktien von Huber+Suhner stehen am Dienstag im frühen Geschäft unter starkem Abgabedruck. Ausser beim Bestellungseingang hat das Unternehmen mit den Halbjahreszahlen die Erwartungen der Analysten verfehlt. Vor allem der Gewinn lag deutlich unter den Prognosen, was auf den Ausbau der Kapazitäten für Optical Circuit Switches (OCS) zurückzuführen ist. In Marktkreisen kommt die negative Reaktion der Aktie auf hohem Niveau nicht überraschend, die Analysten zeigen sich insgesamt wenig beunruhigt.
An der SIX gab die Huber+Suhner-Aktie letztlich 11,35 Prozent auf 180,40 Franken ab.
Allerdings notierte die Aktie per Schlussstand vom Montag trotz des markanten Rückschlags seit Anfang Juni noch immer 40 Prozent über dem Schlusskurs von Ende 2025. Das Abwärtspotential bei einer auch nur leisen Enttäuschung ist also noch immer gross.
Eine negative Marktreaktion käme angesichts der klar unter den Erwartungen ausgefallenen Gewinnmarge nicht überraschend, heisst es in einer ersten Einschätzung der UBS. Allerdings sei die Marge wegen der Investitionen aus richtigem Grund hinter den Prognosen zurückgeblieben. Und dass die Margenprognose für das Gesamtjahr bestätigt worden sei, lasse auf eine starke Verbesserung im zweiten Semester schliessen.
Für die Zürcher Kantonalbank hat H+S die Erwartungen ebenfalls vor allem wegen der Vorlaufkosten für die neue Fertigung von optischen Switches in Polen, aber auch wegen der schwachen Auslastung im Bereich Kommunikation verfehlt. Dafür sei im zweiten Halbjahr mit dem stärksten Zuwachs in der Division Kommunikation wegen der steigenden OCS-Lieferungen auszugehen. Die enttäuschenden Halbjahreszahlen sind gemäss der ZKB lediglich eine Delle. Die Aktie sieht die Bank angesichts des zu erwartenden grossen Wachstums der kommenden Jahre noch immer attraktiv bewertet.
Die Bank Vontobel schlägt ähnlich versöhnliche Töne an. Sehe man von den Investitionen für das künftige Wachstum der OCS ab, sei das Resultat insgesamt solid. Baader Euro wiederum erachtet die Prognosen von H+S angesichts des schwachen ersten Halbjahres als ambitiös.
cf/to
Herisau (awp)
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