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Prognose angehoben 31.07.2026 18:52:00

Holcim-Aktie verliert: Etwas mehr Umsatz im ersten Halbjahr - Betriebsgewinn stabil

Holcim-Aktie verliert: Etwas mehr Umsatz im ersten Halbjahr - Betriebsgewinn stabil

Holcim hat im Frühling massiv Gas gegeben und damit den Rückstand vom Jahresbeginn aufgeholt, als der eisige Winter das Geschäft gebremst hatte.

Damit hat der Baustoffkonzern die Erwartungen im ersten Semester übertroffen und steckt nun seine Ziele für das Gesamtjahr höher.

Insgesamt schaffte Holcim im ersten Halbjahr 2026 eine leichte Umsatzsteigerung um 0,7 Prozent auf 7,93 Milliarden Franken, wie der Innerschweizer Konzern am Freitag bekannt gab. Dass es nicht mehr wurden, ist auf den starken Franken und Verkäufe von Geschäftsteilen zurückzuführen, die zusammen den Umsatz um 333 Millionen Franken drückten.

Immerhin liess der Gegenwind durch den starken Franken im Frühling massiv nach. Zudem profitierte Holcim ab März auch vom besseren Wetter, sodass die Baustellen nach der Winterstarre wieder voll den Betrieb aufnahmen. Dies führte zu einem organischen Wachstum aus eigener Kraft um 5,2 Prozent im ersten Halbjahr.

Erwartungen weit übertroffen

Der wiederkehrende Betriebsgewinn auf Stufe EBIT stagnierte bei 1,44 Milliarden Franken. Grund waren ebenfalls die Verkäufe von Geschäftseinheiten mit hohen Margen und der starke Franken. Ohne diese wäre der wiederkehrende EBIT um satte 11,5 Prozent gestiegen und damit mehr als doppelt so stark wie der Umsatz.

Das zweistellige organische Wachstum des EBIT sei getrieben von der höheren Kundennachfrage nach den nachhaltigen Produkten und Lösungen, der konsequenten Kostendisziplin und der operativen Exzellenz, erklärte Konzernchef Miljan Gutovic am Freitag.

Insgesamt hat Holcim sogar die optimistischsten Erwartungen der Analysten übertroffen. Dennoch reagierten die Investoren mit Verkäufen. Die Holcim-Aktie verlor am Berichtstag in einem schwächeren Gesamtmarkt letztlich um 2,8 Prozent auf 73,34 Franken.

Hitzewellen ohne grosse Auswirkungen aufs Geschäft

Weder der Iran-Krieg, noch die Hitzewellen oder die verheerenden Waldbrände haben Holcim gebremst. Bei gewissen Projekten habe es durch die grosse Hitze vielleicht Verzögerungen von einem oder zwei Tagen gegeben. "Aber das ist nicht signifikant", sagte Gutovic im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

Ähnlich sieht es bei den Feuersbrünsten im Westen Europas aus: "Die Waldbrände waren bisher noch nicht schädlich für die Performance unseres Geschäfts in Frankreich und Spanien."

Ziele höher gesteckt

Für 2026 zeigt sich Gutovic zuversichtlich: Aufgrund der starken Ergebnisse habe man die Prognose für das Gesamtjahr 2026 schon jetzt erhöht, statt wie üblicherweise erst im dritten Quartal.

Neu erwartet Holcim ein Umsatzwachstum von rund 5 Prozent nach bisher 3 bis 5 Prozent. Der Betriebsgewinn soll gleichzeitig um rund 10 Prozent zulegen. Bisher hatte Holcim ein Plus von rund 8 bis 10 Prozent ausgegeben.

Die entsprechende Marge soll weiter steigen. Im zweiten Halbjahr dürften die Aufträge aus dem riesigen deutschen Infrastrukturprogramm hereinkommen und Rückenwind verleihen.

Holcim steigert sich in allen Weltregionen aus eigener Kraft

Holcim hat im ersten Halbjahr in allen Weltregionen aus eigener Kraft deutlich zugelegt. Am grössten war die Steigerung in der Region Asien, Naher Osten und Afrika.

Die Region habe im ersten Halbjahr ein ausgezeichnetes organisches Wachstum bei Umsatz und wiederkehrendem EBIT verzeichnet, schrieb Holcim am Freitag in einem Communiqué. So kletterte der Umsatz organisch um 8,5 Prozent, während der operative Gewinn organisch gar um knapp ein Viertel nach oben schoss. Darin sind Käufe und Verkäufe von Geschäftsfeldern sowie Währungseffekte nicht enthalten. Die Betriebsgewinnmarge verbesserte sich auf 25,7 Prozent von 24,9 Prozent in der gleichen Vorjahresperiode.

Und es geht weiter aufwärts: "Dank positiver Nachfragetrends in Nordafrika und Australien wird sich das starke Wachstum voraussichtlich fortsetzen", schrieb Holcim. Treiber seien der Wohnungsbau und grosse Infrastrukturprojekte.

Auch Europa und Lateinamerika im Aufwind

Auch in der grössten Region Europa ging es nach oben, wenn auch nicht so stark wie in der Region Asien, Naher Osten und Afrika. Auf dem "Alten Kontinent" konnte Holcim dank einer Beschleunigung im Frühling nach dem eisigen Winter den Umsatz organisch um 1,2 Prozent steigern. Dies sei auf die gute Entwicklung in Deutschland, der Schweiz, Spanien, Griechenland und Osteuropa zurückzuführen, hiess es.

Der wiederkehrende Betriebsgewinn legte organisch um 5,1 Prozent zu. Die Marge verbesserte sich m 0,2 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent. Der Aufwärtstrend bei den Baugenehmigungen im Wohnungsbau halte in Frankreich, Deutschland und Polen an und trage zu einem positiven Ausblick bei. Hinzu kämen Infrastrukturinvestitionen in Mittel- und Osteuropa, die von Strassen und Tunneln bis hin zu Flughäfen reichen würden.

Die Region Lateinamerika erzielte im ersten Halbjahr ein kräftiges organisches Umsatzwachstum von 6,2 Prozent. Dazu hätten Mexiko, Ecuador und Mittelamerika massgeblich beigetragen, hiess es. Der wiederkehrende EBIT legte derweil organisch um 1,9 Prozent zu. Der Ausblick bleibe positiv: Die Nachfrage nach Wohnraum und Infrastruktur sei in Mexiko, Peru und Mittelamerika weiterhin hoch.

Einkaufstour geht weiter

Holcim hat auch die Einkaufstour fortgesetzt: Im ersten Halbjahr 2026 wurden sechs Firmen übernommen und eine verkauft. Bei den Baustoffen übernahm Holcim neben Cementos Pacasmayo in Peru auch Uranus Pluton SRL in Rumänien.

Der Bereich Baumaterialien expandierte mit vier Akquisitionen: Neben Xella in Deutschland schloss Holcim auch drei Übernahmen im Transportbeton-Geschäft ab: Jacobs NV in Belgien, Josef Klösters Kies & Beton in Deutschland sowie das Transportbeton-Geschäft der Stevenson Group in Neuseeland.

Ausserdem schloss Holcim die Veräusserung seiner Geschäftstätigkeiten im Libanon, einschliesslich der Geschäfte in Zypern, ab.

Zug (awp)

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Bildquelle: Holcim
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