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Deutliches Gewinnplus 04.03.2020 08:39:37

Helvetia wächst und bereitet sich auf nächsten Wachstumsschritt vor

Helvetia wächst und bereitet sich auf nächsten Wachstumsschritt vor

Rückenwind gaben die boomende Börse und eine tiefere Steuerbelastung. In Spanien setzt der Versicherer wie angekündigt zu einem Wachstumssprung an.

Die Helvetia erzielte 2019 einen Gewinn von 538 Millionen Franken. Das entspricht einem Anstieg von knapp einem Viertel oder gut 100 Millionen Franken, wie die Gruppe am Mittwoch mitteilte. Hauptgrund dafür war ein einmaliger Effekt im Zuge der eidgenössischen Steuerreform und damit verbundener kantonaler Steuervorlagen. Das allein trug über 90 Millionen zum Gewinn bei.

Das Geschäftsvolumen stieg um 4,2 Prozent auf 9,45 Milliarden Franken. In Lokalwährungen gerechnet resultierte ein Wachstum von 5,6 Prozent. Vor allem die Sach-, aber auch die Lebensversicherung leisteten einen Beitrag dazu.

Florierendes Sachgeschäft

Im Sach- oder Nichtlebengeschäft wuchs die Helvetia in Lokalwährungen mit 8,3 Prozent. Sehr gut hätten sich dabei die Bereiche Engineering und Aktive Rückversicherung entwickelt, hiess es. Zum Gruppengewinn steuerte die gesamte Sparte mit 399 Millionen Franken (+20%) am meisten bei.

Dabei hielten sich die Belastungen durch Grossschäden aus Naturereignissen in Grenzen, so dass der wichtige Schaden-Kosten-Satz bei erneut tiefen 92,3 Prozent zu liegen kam. Ein Wert von unter 100 Prozent zeigt an, dass ein Versicherer dieses Geschäft profitabel betreibt. 2018 hatte mit 91,0 Prozent gar noch ein besserer Wert herausgeschaut.

Auch im Lebengeschäft klingelten die Kassen. Das Geschäftsvolumen zog vor allem dank Steigerungen im Geschäft mit kapitalschonenden, anlagegebundenen Fondsprodukten um 3,0 Prozent an. Im Kollektivlebengeschäft wuchs Helvetia mit knapp 2 Prozent, auch hier in erster Linie kapitalschonend.

Im Neugeschäft der Lebensversicherung stieg die Marge dank dem gezielten Wachstum um 1,2 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent und liegt nun deutlich über dem dafür gesetzten Ziel von "über 1%". Der Gewinn im Lebengeschäft kletterte auch dank der starken Börsen um 52 Prozent auf 224 Millionen Franken.

Mit den am Mittwoch vorgelegten Zahlen hat Helvetia gewinnmässig allerdings etwas schlechter als von Analysten erwartet abgeschnitten. Den Reingewinn hatten die Experten im Durchschnitt (AWP-Konsens) bei 548 Millionen und die Combined Ratio bei 91,9 Prozent erwartet. Das Geschäftsvolumen dagegen lag etwas über den erwarteten 9,11 Milliarden Franken.

Schaffung neuer Aktien

Mit der Umsetzung der Strategie "helvetia 20.20" biegt die Gruppe in die Zielgerade ein. Die Projekte und Massnahmen dazu seien auf Kurs. Die Eigenkapitalrendite lag 2019 mit 9,3 Prozent gut in der Zielspanne von 8 bis 11 Prozent. Das gleiche gilt für die SST-Kapitalquote, die zuletzt bei 215 Prozent stand (Ziel: 180 bis 240%).

Den nächsten Wachstumsschritt will der Versicherer in Spanien nehmen, nachdem das Schweizer Geschäft vor rund sechs Jahren mit dem Kauf der Nationale Suisse bereits stark ausgebaut worden war. Auf der iberischen Halbinsel will sich Helvetia wie Ende Januar bereits angekündigt für 780 Millionen Euro mit rund 70 Prozent am Versicherer Caser beteiligen. Damit stösst Helvetia am spanischen Sachversicherungsmarkt auf einen Schlag in die Top-10 vor.

Zur Finanzierung der Übernahme soll unter anderem das Kapital erhöht werden. Der Generalversammlung vom 24. April werde daher die Schaffung von genehmigtem Kapital in Höhe von 10 Prozent des ausstehenden Aktienkapitals beantragt. Rund die Hälfte davon sei für den Caser-Kauf vorgesehen, heisst es.

Trotz den grossen Plänen will Helvetia den Gürtel bei der Ausschüttung nicht enger schnallen und schlägt die Zahlung von 5,00 Franken je Aktie als Dividende vor. Das sind unter Berücksichtigung des im letzten Jahr durchgeführten Aktien-Split 20 Rappen mehr je Aktie.

mk/uh

St.Gallen (awp)

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Bildquelle: Helvetia Gruppe,Keystone