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Asset vor Verkauf 04.09.2018 20:08:00

Haniel sieht sich auf Kurs für METRO-Ausstieg bis März

Haniel sieht sich auf Kurs für METRO-Ausstieg bis März

Bei Ceconomy, das zusammen mit METRO im ersten Halbjahr aufgrund erheblicher Wertberichtigungen zu einen Verlust von fast 1 Milliarde Euro im Beteiligungsergebnis bei Haniel führte, will das traditionsreiche Duisburger Familienunternehmen die weitere Entwicklung erstmal abwarten, sagte Haniel-Chef Stephan Gemkow vor Journalisten.

Der langjährige grösste METRO-Einzelaktionär Haniel hat am 24. August ein erstes METRO-Aktienpaket von 7,3 Prozent an EP Global Commerce verkauft, ein Unternehmen der tschechischen Investitionspartner Daniel Kretinsky und Patrik Tkac. EP Global Commerce hat zudem eine Call Option auf Haniels restliche 15,2 Prozent, die am 31. März 2019 ausläuft. Das Unternehmen hat mitgeteilt, dass es die Call Option "vorbehaltlich bestätigender Ergebnisse" ausüben wird. EP Investment, auch ein Unternehmen aus dem Universum von Kretinsky und Tkac, ist in Gesprächen mit Ceconomy über deren METRO-Aktien von knapp unter 10 Prozent.

Die beiden Investoren sind in Deutschland bisher eher unbekannt, obwohl sie mehr als 10.000 Menschen hierzulande beschäftigen. Kretinskys tschechisches Energieunternehmen Energeticky a Prumyslovy Holding (EPH) ist in Deutschland durch die Übernahme von Vattenfalls Braunkohleaktivitäten in Ostdeutschland bekannt geworden.

Neuer METRO-Investor kam auf Haniel zu

Kretinsky sei im Mai von sich aus auf Haniel zugekommen. Er sei der erste Investor innerhalb von sechs Jahren gewesen, der seriös auf ihn zugekommen sei mit dem Ansinnen, Haniels METRO-Anteil zu kaufen, so der Haniel-Chef. Man habe sich "schon seit geraumer Zeit mit dem Gedanken getragen", das Risiko der METRO-Beteiligung zu reduzieren, hatte aber mangels Interessenten eher beabsichtigt, "Stück für Stück über den Markt" zu verkaufen. Zwar habe das METRO-Paket über den gesamten Zeitraum seit 1966 rechnerisch bis Ende 2018 der Familie Haniel eine jährliche Rendite von 16,6 Prozent beschert und sei somit ein "sensationell erfolgreiches Investment gewesen". Seit 2007 seien aber nur minus 6 Prozent pro Jahr drin gewesen.

Man habe nicht aktiv einen offenen Bieterprozess initiiert, da es zu der Zeit keine anderen Interessenten gegeben habe. Angesichts des hohen Anteils an sogenannten Shortsellern in der METRO-Aktie wären bei einer erfolglosen Auktion auch die METRO-Aktien im eigenen Portfolio belastet gewesen, so Gemkow.

Bei den Gesprächen, die sich über drei Monate hinzogen, habe man sehr gute Erfahrungen mit dem tschechischen Investor gemacht. Er sei ein "hoch professioneller und seriöser Gesprächspartner", der sich in vielen Gesprächen als "absolut verlässlich erwiesen hat", ein Unternehmer, der "klar versteht, was er tut". Die meisten seiner bisherigen Aktivitäten seien "sehr profitabel und generierten erhebliche freie Cashflows."

Gemkow: Kretinsky hat langfristigen Ansatz

Kretinsky sei klar, dass METRO kein einfaches Asset sei, aber er sei zu dem Schluss gekommen, dass er sich zutraut, "das Unternehmen profitabler werden zu lassen". Er habe bisher einen langfristigen Ansatz. Gemkow sagte, er glaube, dass Kretinskys Engagement auch bei der METRO langfristig angelegt sei. Kretinsky könnte Kapital investieren, hingegen sei bei Haniel die Bereitschaft für weitere milliardenschwere Investments nicht mehr da, nach den Milliarden, die in den vergangenen 50 plus Jahren investiert worden seien.

Haniel verkaufte den METRO-Anteil an EP Global Commerce zu einem höheren Preis als die 10,60 Euro je Aktie, auf den Haniel das METRO-Investment zum 30.6. abschreiben musste, sagte Gemkow. Haniel hat den Preis nicht veröffentlicht. Auch den Festpreis für die Call-Option der zweiten Tranche haben die beteiligten Parteien nicht mitgeteilt.

Nach Dow-Jones-Kalkulationen hat auf Basis des METRO Schlusskurses am 24. August die erste Tranche einen Wert von etwas mehr als 300 Millionen Euro, die gesamte Beteiligung von 22,5 Prozent ist knapp 1 Milliarde Euro wert.

METRO-Verkaufserlös für Zukäufe - mehr Geduld bei Ceconomy

Den Verkaufserlös will Haniel insbesondere dafür verwenden, das Wachstum der beiden Portfoliounternehmen Optimar - einen weltweit führenden Hersteller von Maschinen für die Fischverarbeitung - und Rovema - einen international führenden Hersteller von Verpackungsmaschinen - durch Akquisitionen weiter zu stärken. Aktuell, also ohne den METRO-Erlös, sind für Zukäufe 800 Millionen Euro in der Haniel-Kasse.

Zum Halbjahr hat Haniel die Beteiligung an Ceconomy, an der Haniel nach der Kapitalerhöhung noch 22,7 Prozent hält, auf einen Wert zwischen 7 und 8 Euro abgeschrieben, sagte Gemkow. Man sei bei dieser Finanzbeteiligung auch enttäuscht von der Kursentwicklung, wolle aber nun erstmal die weitere Entwicklung nach den dort eingeleiteten Massnahmen abwarten. Bei der Ceconomy sei der Wertverlust deutlich geringer als bei der METRO, und man traue dem Mutterunternehmen von Media-Markt und Saturn einiges an Dynamik zu.

FRANKFURT (Dow Jones)

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Bildquelle: Metro Group,DDCoral / Shutterstock.com

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