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Trotz Corona 08.04.2020 17:59:37

Givaudan-Aktie tiefer trotz Wachstum im ersten Quartal - Dividendenpraxis bestätigt

Givaudan-Aktie tiefer trotz Wachstum im ersten Quartal - Dividendenpraxis bestätigt

Etwas Federn lassen musste einzig die Luxusparfümerie. An den mittelfristigen Zielen und der Dividendenpraxis hält das Genfer Unternehmen derweil fest.

Konkret legte der Gruppenumsatz um 6,1 Prozent auf 1,62 Milliarden Franken zu. Auf vergleichbarer Basis waren es 5,4 Prozent, wie Givaudan am Mittwoch mitteilte. Zum Vergleich: im vierten Quartal 2019 lag das organische Wachstum bei 4,0 Prozent, im Gesamtjahr 2019 bei 5,8 Prozent. Die Erwartungen der Analysten wurden damit klar übertroffen: Die Prognose gemäss AWP-Konsens lag lediglich bei 3,5 Prozent.

Vor dem Hintergrund der globalen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie spricht Givaudan denn auch von einer "guten Geschäftsdynamik" zum Jahresauftakt. So seien der Geschäftsbetrieb und die globale Lieferkette mit nur minimalen Störungen aufrechterhalten worden, heisst es im Communiqué.

Luxusparfümerie von Krise betroffen

Das Wachstum sei in den meisten Produktsegmenten und Regionen erfreulich ausgefallen. Stark seien die Zahlen insbesondere in den Bereichen Haushalts- und Körperpflege in der Riechstoff-Sparte, aber auch bei den verpackten Lebensmitteln, kulinarischen Aromen, Snacks und Nutrazeutika in der Aromen-Sparte.

Nicht ungeschoren davon kam dagegen die Luxusparfümerie. Zwar sei der Geschäftsbereich stark ins Jahr gestartete. Im März sei es dann aber zu einem starken Rückgang gekommen, da die Givaudan-Kunden aufgrund der Corona-Krise eine mangelnde Aktivität in Detailhandelsgeschäften und im Reise-Detailhandel festgestellt hätten, heisst es in der Mitteilung.

In der Riechstoff-Division insgesamt lag das Wachstum dennoch bei 9,9 Prozent auf 745 Millionen Franken. Und auf vergleichbarer Basis legte die Sparte um 6,3 Prozent zu. In der Luxusparfümerie sank das vergleichbare Wachstum allerdings auf 1,9 nach 10,3 Prozent im Jahr 2019.

Die grössere Aromen-Division wuchs derweil um 3,1 Prozent auf 874 Millionen. Auf vergleichbarer Basis lag hier das Wachstum bei 4,6 Prozent.

Mittelfristziele und Dividendenpraxis bestätigt

Der weitere Ausblick auf das laufende Jahr fällt unverändert aus: Die Ambition des Unternehmens für 2020 bestehe darin, "durch profitables, verantwortungsbewusstes Wachstum weiteren Mehrwert zu schaffen", bekräftigte der Branchenprimus seine bisherigen Bestrebungen.

So wurden denn auch die mittelfristigen Finanzziele bestätigt. Diese sehen ein organisches Umsatzwachstum von 4 bis 5 Prozent vor, während die Free-Cashflow-Rendite gemessen an den Verkäufen in der Bandbreite von 12 bis 17 Prozent liegen soll.

Beide Ziele versteht Givaudan als Durchschnitt über den Fünfjahreszeitraum seines Strategiezyklus, der in diesem Jahr endet. Entsprechend sollen am Investoren-Tag im August neue Mittelfristziele bekanntgegeben werden.

Gleichzeitig hält das Unternehmen "im Rahmen der Zielsetzung" an seiner Dividendenpraxis fest. Bisher hat Givaudan seit dem Börsengang 2000 jedes Jahr die Dividende erhöht.

Givaudan-Namen trotz starkem Wachstum tiefer

Die Aktien von Givaudan geben nach Erstquartalszahlen im Rahmen des Gesamtmarktes nach. Dabei ist das Unternehmen trotz Coronakrise dynamisch ins Jahr gestartet und hat beim organischen Wachstum die Erwartungen übertroffen. Gleichzeitig erwarten einige Analysten, dass die Krise nun auch beim Aromen- und Duftstoffhersteller sichtbarer wird.

Zum Handelsschluss ging es für die Givaudan-Aktie um 1,88 Prozent runter auf 3'079,00 Franken.

Die Analysten heben vor allem das starke organische Umsatzwachstum hervor. Mit 5,4 Prozent lag dieses klar über dem AWP-Konsens von 3,5 Prozent. Gleichzeitig wird nun erwartet das sich die Corona-Krise stärker bemerkbar macht - insbesondere in der Luxusparfümerie.

Der Jahresauftakt sei dank der defensiven Qualitäten und einem gewissen Hamstereffekt bei Konsumgütern sehr gut gelungen, heisst es etwa bei der ZKB. Der zuständige Analyst gibt aber auch zu bedenken, dass der Geschäftsgang ab dem zweiten Quartal sicher anspruchsvoller werde, vor allem für die besonders profitable Luxusparfumerie.

Auch Vontobel erwartet, dass einige Produktkategorien wie gerade die Luxusparfüme von der Krise noch hart getroffen werden. Mit den Zahlen zum ersten Quartal seien die Erwartungen aber eindeutig übertroffen worden, so der zuständige Experte. Zudem dürfen aus seiner Sicht andere Produkte - wie etwa Fertiggerichte - von der Krise profitierten.

Baader Helvea spricht ebenfalls von "guten" Resultaten. Dennoch fingen die Auswirkungen der Corona-Pandemie an, sichtbar zu werden, heisst es im Kommentar. Die Zahlen zeigten aber auch, dass das Geschäftsmodell von Givaudan relativ robust gegenüber der Krise sei.

Die UBS rechnet derweil damit, dass sich das "starke" erste Jahresviertel und die übertroffenen Erwartungen heute Mittwoch positiv auf den Aktienkurs auswirken. In der Luxusparfümerie sieht der zuständige Experte zwar ebenfalls vorübergehenden Schwierigkeiten. Er gehe aber davon aus, dass diese durch den Rückenwind bei den Rohmaterialien ausgeglichen würden.

Vernier (awp)

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Bildquelle: Keystone

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Basiswert Valor Fälligkeitstag Maximale Rendite p.a.
Givaudan / Nestlé N / Novartis N / Roche GS 33873727 09.02.2022 7.82 %