NVIDIA Aktie 994529 / US67066G1040
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21.05.2026 13:00:00
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Gewinnsprung bei NVIDIA fällt höher aus als erwartet - Aktie leichter
Der KI-Chipkonzern NVIDIA hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss seine Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt.
Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn kletterte um fast 150 Prozent auf 53,5 Milliarden Dollar. Damit übertraf der KI-Pionier einmal mehr die Erwartungen der Experten. Unterm Strich verdiente NVIDIA 58,3 Milliarden Dollar nach einem Gewinn von knapp 18,8 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal.
Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden Dollar (70 Milliarden Euro). Damit war das Wachstum höher als im Vierteljahr davor. Auf der Umsatzseite hatten Experten im Schnitt mit Erlösen von 78,85 Milliarden US-Dollar gerechnet. Gegenüber dem Vorjahresquartal mit einem Umsatz von 44,06 Milliarden US-Dollar wäre dies ebenfalls ein kräftiges Plus gewesen.
Auch Ausblick überzeugt
Das Unternehmen gab eine Umsatzprognose für das zweite Quartal von 91 Milliarden US-Dollar (plus/minus 2 Prozent) ab. Analysten hatten mit einem Umsatz von 87,36 Milliarden US-Dollar gerechnet, auch hier wurden die Erwartungen also übertroffen.
NVIDIA hebt darüber hinaus seine Quartalsdividende massiv von 0,01 auf 0,25 US-Dollar pro Anteilsschein an und bringt gleichzeitig ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 80 Milliarden US-Dollar auf den Weg.
Die Entwicklung des Unternehmens steht weiterhin stark im Zeichen des weltweiten Booms rund um Künstliche Intelligenz und der hohen Nachfrage nach Hochleistungsprozessoren für Rechenzentren. Besonders die Data-Center-Sparte gilt weiterhin als wichtigster Wachstumstreiber des Konzerns.
Analystenstimmen
Analysten werteten die Zahlen zwar vornehmlich positiv. Doch hier und da wurden auch Sorgen ob der Nachhaltigkeit des Wachstums laut, vornehmlich, weil der Konzern zunehmend Konkurrenz bekommt.
So schrieben die Experten von Hargreaves Lansdown von "Blockbuster-Zahlen" und einer weiterhin aussergewöhnlich guten Positionierung von NVIDIA. Die entscheidende Frage sei aber nicht, ob die Nachfrage aktuell stark sei, "sondern wie lange dieses Wachstum die Erwartungen noch übertreffen kann".
Durchweg positiv äusserte sich hingegen Bernstein-Experte Stacy Rasgon: Die Quartalsergebnisse hätten deutlich über den Erwartungen gelegen, und auch das Geschäft mit Rechenzentren habe die Prognosen übertroffen. Zudem sei der Ausblick besser ausgefallen als gedacht. Alles scheine "weiterhin auf Kurs" für die anhaltende Dynamik der Blackwell-Plattform sowie den Hochlauf der Rubin-Halbleiter in der zweiten Jahreshälfte.
Atif Malik von der Citigroup lobte unterdessen, dass der Chipkonzern seine wichtigen Rechenzentrenumsätze nun in zwei Untergruppen unterteilt. Damit unterstreiche der Konzern die Stärke abseits seines wichtigen Geschäfts mit grossen Rechenzentrums-Kunden, den sogenannten Hyperscalern.
Nicht genug Chips und neue Kunden
NVIDIA-Chef Jensen Huang betonte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass die Nachfrage nach NVIDIA-Chips ungebrochen stark sei. Bei der nächsten Generation der KI-Halbleiter mit dem Namen Vera Rubin werde es wohl durchgehend Engpässe geben; erste Systeme sollen im zweiten Halbjahr an die Kunden gehen. Zugleich nutzte der Manager die Zahlenvorlage, um die Fortschritte bei der Diversifizierung von NVIDIA hervorzuheben. So prognostiziert das Management, dass bald viele andere Unternehmen und Regierungen zu einer wichtigeren Umsatzquelle werden dürften.
In der Zukunft werde NVIDIA auch mehr Geschäft unter anderem mit Technologie für Roboter und autonomes Fahren machen, sagte Huang. Während NVIDIAs Stärke traditionell Grafikkarten waren, auf deren Basis auch die KI-Chips entstanden, plant der Konzern für dieses Jahr auch mit Erlösen von 20 Milliarden Dollar bei Hauptprozessoren - speziell diese Aussage wertete Jefferies-Experte Blayne Curties als das "spannendste Signal".
Gleichzeitig sieht sich NVIDIA erstmals ernsthaften Herausforderungen für seine Vormachtstellung im KI-Computing gegenüber. Verschiedene Chipentwickler wie AMD , Intel, Broadcom und Marvell versuchen, sich ein Stück des Marktes zu sichern. Zudem entwickeln wichtige Kunden von NVIDIAs Technologie eigene hausinterne Komponenten.
Für das laufende Quartal erwartet NVIDIA nunmehr einen Umsatz von 91 Milliarden Dollar. Dies liegt zwar etwas über der durchschnittlichen Erwartung von Analysten, doch die prognostizierte bereinigte Bruttomarge traf in etwa die Annahmen am Markt. Dabei hatte der KI-Primus Beobachter in den vergangenen Jahren daran gewöhnt, dass er alle Prognosen von Analysten stark übertrifft.
Das wertvollste Unternehmen der Welt
NVIDIA ist mit seinen Produkten für Rechenzentren ein zentraler Motor des KI-Booms und profitiert am meisten davon. Der Börsenwert des Unternehmens ist in den vergangenen fünf Jahren um mehr als das 15-Fache auf 5,6 Billionen Dollar gestiegen. Damit ist NVIDIA derzeit das wertvollste Unternehmen der Welt, gefolgt von der Google-Mutter Alphabet mit 4,7 Billionen Dollar. Im bisherigen Jahresverlauf hat sich die NVIDIA-Aktie mit einem Plus von rund einem Fünftel aber vergleichsweise schwergetan.
Offen bleibt, wie es für den Konzern in China weitergeht. Die US-Regierung erlaubt zwar wieder den Verkauf einiger NVIDIA-Chipsysteme in das Land - für eine saftige Gebühr von 25 Prozent. Allerdings ist weiterhin unklar, ob die Regierung in Peking die dortigen Unternehmen diese Chips auch kaufen lässt.
Dividende steigt kräftig
Dank der sprudelnden Gewinne erhöht Nividia die Quartalsdividende von bisher einem Cent auf 25 Cent. Damit will das Unternehmen künftig jedes Vierteljahr insgesamt rund sechs Milliarden Dollar als Gewinnbeteiligung direkt an die Aktionäre ausschütten. Zudem erhöhte der Verwaltungsrat den Spielraum für weitere Aktienrückkäufe um 80 Milliarden auf fast 120 Milliarden Dollar.
Die Aktie von NVIDIA notiert im vorbörslichen Handel an der NASDAQ zeitweise 0,21 Prozent im Minus bei 223,00 US-Dollar.
Carolin Ludwig, Claudia Stephan, Julia Walter, Redaktion finanzen.ch mit Material von awp international
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