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Verborgenes Potenzial 21.07.2021 23:10:00

Geheimtipp? - Was jetzt für Schwellenländeraktien spricht

Geheimtipp? - Was jetzt für Schwellenländeraktien spricht

Noch immer deutlich unterrepräsentiert in vielen Portfolios, bieten Aktien aus Schwellenländern die Chance auf satte Renditen. Dabei gilt es jedoch einiges zu beachten.

• Schwellenländeraktien gewinnen wieder an Beliebtheit
• Hohe Wachstumsraten zu erwarten
• Asien im Fokus von Banken und Fondsgesellschaften

Aktien aus Schwellenländern waren lange Zeit nicht sonderlich beliebt, ihre Renditen hinken jenen der globalen Indizes hinterher. Mittlerweile ist diese Anlageklasse aber durchaus attraktiv. Geht es nach der Schweizer Fondsgesellschaft Pictet Asset Management (AM), könnten hier sogar die höchsten Aktienrenditen erzielt werden.

Schwellenländeraktien mit "verlorenem" Jahrzehnt

Gemessen am MSCI Emerging Markets Index haben Schwellenländeraktien in den zurückliegenden fünf Jahren inklusive Dividenden rund 76 Prozent an Wert gewonnen, das entspricht einer annualisierten Rendite von 12 Prozent, wie die Neue Zürcher Zeitung (nzz) berichtet. Kurz- und auch mittelfristig wurden also durchaus attraktive Renditen erzielt, langfristig sah die Bilanz in der Vergangenheit allerdings weniger rosig aus. Schaut man sich die vergangenen zehn Jahre an, erhält man nur noch eine Rendite von 4,5 Prozent pro Jahr. Aktien von Schwellenländern haben sich vor der Corona-Krise lange Zeit in einer Seitwärtsbewegung befunden. Insbesondere asiatische Titel hätten ein "verlorenes" Jahrzehnt hinter sich, wie die Experten von Pictet AM es bezeichnen. Erst nach dem Abebben der Krise konnten sie nun wieder ausbrechen. Auch Anleger scheinen daher neuen Mut gefasst zu haben und wieder vermehrt auf diese Anlageklasse zu setzen: Im ersten Halbjahr 2021 flossen weltweit 127 Milliarden US-Dollar in Schwellenländerfonds, wie die Fondsgesellschaft Legal & General Investment Management (LGIM) erklärt.

Hohe Wachstumsraten zu erwarten

Grund dafür dürften auch die zu erwartenden vergleichsweise hohen Wachstumsraten in Schwellenländern sein. Zwar erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von lediglich 6 Prozent, was die globale Schätzung der Weltbank von 5,6 Prozent nur leicht übertrifft. Dies sei, so Tilmann Kolb, Experte für Schwellenländer bei der UBS, jedoch der Corona-Krise zu schulden. Auf längere Sicht werde sich die Dynamik wieder beschleunigen, insbesondere in Asien, denn dort habe sich eine starke und innovative Basis an Industrieunternehmen etabliert, gibt die nzz die Einschätzung der Grossbank wieder.

Asien im Fokus

Auch die strengeren regulatorischen Eingriffe der chinesischen Regierung bezieht die UBS in ihre Überlegungen mit ein. Zwar seien chinesische Aktien aufgrund dieser neuen Vorschriften zuletzt unter Druck geraten, mittel- und langfristig könne sich dies aber positiv auswirken und in einer höheren Wettbewerbsfähigkeit resultieren, folgert Kolb. Daher sei für langfristig orientierte Anleger, die noch keine oder wenige chinesische Aktien besässen, derzeit ein geeigneter Einstiegszeitpunkt. Die grössten Chancen sieht Kolb dabei bei zyklischen Werten sowie bei Substanztiteln, schreibt die nzz. Auch die Experten von Pictet AM empfehlen in ihrer Analyse Aktien aus asiatischen Schwellenländern: "Wir gehen davon aus, dass Aktien aus den Schwellenländern Asiens in den nächsten fünf Jahren die Anlageklasse mit der besten Wertentwicklung sein wird und rechnen mit durchschnittlichen Renditen von rund 11 Prozent pro Jahr in US-Dollar. Vietnam und Indien dürften besonders gut abschneiden".
Neben Aktien zeigen sich viele Banken und Fondsgesellschaften auch Anleihen aus Schwellenländern gegenüber positiv gestimmt. Pictet AM erachtet dabei insbesondere chinesische Staatsanleihen als attraktive Anlage. Sie seien in der Vergangenheit durch relativ hohe Renditen und eine Stabilität in schwierigen Marktphasen positiv aufgefallen, schreiben die Experten.
"Anleger wären schlecht beraten, diesen Teil der Welt zu ignorieren", so Pictet AM mit Blick auf Asien. "Seit den Höchstständen im Februar sind wir bei den asiatischen Aktien ziemlich im Minus, und die Art und Weise, wie wir es betrachten, ist, dass unser Rahmen uns sagt, dass jetzt wahrscheinlich die beste Zeit ist, um Risiken in Asien einzugehen", betonte auch Mixo Das, Asien-Aktienstratege bei JPMorgan, in der "Squawk Box Asia" von CNBC.

Schwache Aussichten für Rohstoff-Ökonomien

Weniger positive Aussichten hat die UBS derweil für Ökonomien, die stark von Rohstoffen abhängen. Konkret nennt die Bank hier Brasilien, Russland oder auch Südafrika. Diese profitierten zwar derzeit noch von stark gestiegenen Rohstoffpreisen, das sei jedoch nicht von Dauer, gibt die nzz die Einschätzung der Banker wieder. Der zyklische Charakter sowie die hohe Volatilität von Rohstoffpreisen liessen diesen Sektor auf lange Sicht weniger attraktiv erscheinen.

Zahlreichen Experten zufolge könnte es sich also in jedem Fall lohnen, den Blick auf Schwellenländer, insbesondere auf Asien, zu richten und sich mit Aktien aus diesen Teilen der Welt einzudecken.

Redaktion finanzen.ch

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