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Gewinn steigt deutlich 04.05.2021 15:07:37

Geberit verzeichnet im ersten Quartal Wachstumsschub - Geberit-Aktie steigt leicht

Geberit ist im ersten Quartal 2021 markant gewachsen.

Geberit ist im ersten Quartal so rasant gewachsen wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Das Unternehmen profitiert davon, dass die Leute mehr zu Hause bleiben und für dessen Einrichtung das Geld ausgeben, dass COVID-bedingt andernorts eingespart wird. Das starke Wachstum führte trotz gestiegener Rohstoffpreise zu einer rekordhohen Gewinnmarge.

"Wir hatten ein ausserordentlich starkes erstes Quartal", sagte CEO Christian Buhl an einer Telefonkonferenz zu den Erstquartalszahlen. Dabei ist Geberit nicht nur im Vergleich zum Vorjahr deutlich gewachsen, sondern auch im Vergleich zum noch nicht von Corona beeinflussten Jahr 2019. "Der Umsatz im ersten Quartal 2021 lag um gut 14 Prozent über dem Niveau des entsprechenden Quartals 2019", erklärte Buhl. Dies zeige auf, dass Geberit deutliche Marktanteile gewonnen habe.

Trend zu "Home Improving" stützt

Das starke Wachstum begründet er einerseits mit einem Lageraufbau bei den Grosshändlern und andererseits mit einem Basiseffekt aus dem teilweise bereits von Corona beeinträchtigen Vorjahr. Als Hauptgrund nannte er den "Home Improving"-Trend, also die Bereitschaft der Konsumenten, in eine Verschönerung ihrer wohnlichen Umgebung zu investieren.

Wie lange dieser Trend anhalte, könne er nicht sagen, so Buhl. Im laufenden Quartal sei er aber bislang weiterhin intakt. "Der Geschäftsverlauf im April kommt zwar nicht ganz an das erste Quartal heran, war aber immer noch gut."

Der Umsatz erhöhte sich organisch, das heisst währungsbereinigt, um 13 Prozent auf 910 Millionen Franken, wie der Sanitärtechnikkonzern am Dienstag mitteilte. Das Wachstumstempo hat sich damit gegenüber dem bereits starken zweiten Semester beschleunigt.

Rekordhohe Marge

Der operative Gewinn auf Stufe EBITDA legte um gut 21 Prozent auf 315 Millionen Franken gar überproportional zu. Die entsprechende Marge verbesserte sich entsprechend um 2 Prozentpunkte auf 34,6 Prozent, womit Ankündigungen des Managements vom März übertroffen wurden. Massgeblich verantwortlich für die deutliche Margenausweitung waren das Volumenwachstum, COVID-bedingt tiefere Kosten - beispielsweise für Reisen - sowie Preiserhöhungen.

Die seit Ende 2020 markant angestiegenen Rohmaterialpreise haben sich dagegen aufgrund des hohen Vorjahresniveaus noch nicht wesentlich auf die Margen ausgewirkt.

Der Reingewinn zog gleichzeitig um 26,7 Prozent auf 233 Millionen an, gestützt von der Steigerung des operativen Ergebnisses sowie von einem verbesserten Finanzergebnis. Die Erwartungen der Analysten hat Geberit damit auf allen Ebenen deutlich übertroffen.

Einen konkreten Ausblick für das Gesamtjahr machte Geberit wie üblich zu dieser Zeit im Jahr noch nicht. Die Einschätzungen für das laufende Jahr hätten sich seit der Veröffentlichung der Ergebnisse für das Gesamtjahr 2020 im vergangenen März nicht verändert, hiesst es lediglich. Die Unsicherheiten in Bezug auf die Pandemie und die Visibilität würden eine Prognose sehr schwierig machen.

Mit Blick auf die Gewinnmargen hatte Geberit bereits im März davor gewarnt, dass die steigenden Rohmaterialpreise einen negativen Einfluss haben würden. Buhl konkretisierte die Erwartungen nun dahingehend, dass er für das zweite Quartal einen Anstieg der Rohmaterialpreise, sowohl bei den Metallen als auch den Kunststoffen, von insgesamt 4 bis 5 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal prognostiziert.

Ausserordentliche Preisrunde

Dem stehen die wie üblich im April durchgeführten Preiserhöhungen im Umfang von rund 1,5 Prozent gegenüber. Buhl kündigte darüber hinaus wegen der weiter steigenden Rohmaterialkosten für Juli eine ausserordentliche Preisrunde von etwa 3,5 Prozent für die beiden Geschäftsbereiche Installations- und Spülsysteme sowie Rohrleitungssystem an, welche rund 60 Prozent des Geschäfts ausmachen.

Geberit-Aktien nach starkem ersten Quartal leicht im Plus

Die Aktien von Geberit reagieren mit einem Kursplus auf die guten Quartalszahlen. Der Sanitärtechniker hat sämtliche Prognosen klar übertroffen. Dank des Umsatzschubs zogen auch die Gewinnmargen auf hohem Niveau noch einmal an. Die Guidance wurde jedoch nicht angehoben.

Die Geberit-Aktien liegen an der SIX aktuell mit 0,13 Prozent im Plus bei 606,00 Franken. Ende April wurde bei 621,50 Franken ein Allzeithoch markiert.

Die Analysten zeigen sich durchs Band positiv überrascht von auf allen Ebenen besser als erwartet ausgefallenen Zahlen. Goldman Sachs wies unter anderem darauf hin, dass Geberit die höchste je in einem Quartal erzielte Marge erreicht habe.

Trotz des ausserordentlich guten Quartals habe Geberit seine Guidance nicht angepasst, schreibt der Analyst von Baader Helvea. Im Vergleich zum Vorjahr rechnet Geberit mit höheren Materialpreisen. Das dürfte einen negativen Einfluss auf die Profitabilität haben. Das Unternehmen nenne kein Margenziel, jedoch habe der Finanzchef gesagt, dass der Vorjahreswert von 31 Prozent nicht wiederholt werden könne.

Auch bei der UBS wird der Hinweis auf die weiter steigenden Rohmaterialpreise ab dem zweiten Quartal als Haar in der Suppe gesehen. Dies könnte laut der Bank das Aufwärtspotential der Aktie etwas begrenzen.

Geberit habe von einem guten Umfeld und Nachfragetrend in den wichtigsten Endmärkten im Wohnbausegment profitiert, betont die ZKB. Der operative Leverage sollte dem Margendruck durch die Preise entgegenwirken, so die Erwartung hier.

Der Mirabaud-Analyst verweist auf die starke Marktposition von Geberit. Das Unternehmen habe eine gute Erfolgsbilanz und das sollte sich auch weiter fortsetzen, so die Erwartung.

cf/gab

Jona (awp)

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