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Währungseinflüsse 16.01.2020 17:53:00

Geberit-Aktie bricht ein: Geberit erwirtschaftet minimales Plus

Geberit-Aktie bricht ein: Geberit erwirtschaftet minimales Plus

Verantwortlich dafür waren insbesondere die negativen Währungseffekte, welche das eigentlich passable organische Wachstum zunichtemachten. Für 2020 zeigt sich das Unternehmen vorsichtig optimistisch.

In Franken nahm der Konzernumsatz um 0,1 Prozent auf 3,08 Milliarden minim zu. Das in praktisch allen Ländern und Regionen erarbeitete organische Wachstum wurde dabei von negativen Währungseffekten in der Höhe von 102 Millionen mehr oder weniger aufgehoben, wie Geberit am Donnerstag mitteilte.

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Ohne diesen Effekt ergab sich ein organisches Plus von 3,4 Prozent. Dies liegt zwar im Bereich der Guidance für das Gesamtjahr von 3 bis 4 Prozent, aber am unteren Ende der Erwartungen der Analysten und unterhalb der eigenen mittelfristigen Zielsetzung eines Wachstums von 4 bis 6 Prozent.

Das vierte Quartal von Geberit fiel mit einem Umsatz von 702 Millionen Franken also weniger gut aus als gedacht. Wegen der Weihnachtsferien ist es in der Regel das schwächste des Unternehmens. Vom organischen Wachstum von 1,9 Prozent zeigten sich die Kommentatoren dennoch einigermassen enttäuscht, im dritten Quartal schaute immerhin noch ein beachtliches Plus von über 5 Prozent heraus.

Weniger Sorgen machte sich diesbezüglich CEO Christian Buhl. Der Wegfall eines Werktages im Vergleich zum Vorjahr, habe im Schlussquartal allein einen negativen Effekt von rund 1,5 Prozent gehabt, erklärte er an einer Telefonkonferenz. Hinzugekommen seien Umsatzminderungen durch den schon länger angekündigten und eingeleiteten Ersatz der verschiedenen Keramikmarken durch die Marke Geberit.

In Europa entwickelten sich die Märkte im vierten Quartal erneut unterschiedlich, wobei in Osteuropa (+7,9%), in Italien (+7,4%) und im Heimmarkt Schweiz (+4,5%) die grössten Wachstumsschritte gelangen. Im wichtigsten Einzelmarkt Deutschland stagnierten die Verkäufe, in Frankreich (-5,9%), Österreich (-0,5%) und Grossbritannien/Irland (-1,2%) sind sie geschrumpft. Insgesamt setzte das Unternehmen in Europa, wo nach wie vor 90 Prozent der Verkäufe herkommen, im Schlussquartal 2,1 Prozent mehr um als in der Vergleichsperiode.

Mit Blick auf das Ergebnis heisst es, dass die Marge des Betriebsgewinns EBITDA im Rahmen der bereits prognostizierten 29 Prozent liegen dürfte. Die Gewinnzahlen sowie den vollständigen Geschäftsbericht wird Geberit am 10. März veröffentlichen.

Marktumfeld 2020 ähnlich wie 2019

Prognosen für das Geschäftsjahr 2020 machte Geberit wie üblich so früh im Jahr noch nicht. Buhl zeigte sich aber gegenüber Analysten und Medien einigermassen optimistisch. Die geopolitischen Unsicherheiten hätten sich zwar erhöht, sagte er. "Wir erwarten aber bei einem global gemischten Bild insgesamt ein stabiles Umfeld für die Bauindustrie, ähnlich wie 2019."

Hinsichtlich des wichtigsten Einzelmarktes Deutschland erklärte er: "Wir bleiben zuversichtlich, was die Nachfrage betrifft. Das Problem mit dem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften bleibt aber bestehen." Für Europa insgesamt erwartet er im laufenden Jahr gestützt auf den offiziellen Ausblick der Bauindustrie eine rückläufige Tendenz im Bereich Neubauwohnungen, was aber durch das Geschäft mit Renovationen aufgewogen werden dürfte. Und mit Blick auf den Heimmarkt Schweiz - immerhin der zweitwichtigste Einzelmarkt - geht Buhl von einer leicht abnehmenden Bautätigkeit aus.

Geberit-Aktien nach mässigen Umsatzzahlen unter Druck

Die Aktien von Geberit stehen am Donnerstag nach der Bekanntgabe mässiger Umsatzzahlen unter Druck. Das Unternehmen konnte zwar erneut wachsen, litt aber unter negativen Währungseinflüssen. Das Geschäftsmodell von Geberit dürfte sich laut Analysten aber auch in einem schwieriger werdenden Marktumfeld bewähren.

Zum Handelsende notierten die Geberit-Titel 4,91 Prozent tiefer bei 514,80 Franken.

Bei der Bank Vontobel wird moniert, dass Geberit das angestrebte mittelfristige Wachstumsziel im dritten Jahr in Folge nicht erreicht hat. Angesichts der wohl anhaltenden Frankenstärke sei zudem eine leichte Abwärtsbewegung gegenüber den Schätzungen für das Geschäftsjahr 2020 einzukalkulieren. Daher wird beim Aktienkurs mit einer Abwärtsbewegung gerechnet. Am "Halten"-Rating wird aber festgehalten.

Die Analysten der ZKB verweisen mit Blick auf den im Schlussquartal leicht unter den Erwartungen ausgefallenen Umsatz darauf, dass auch ein gegenüber Vorjahr fehlender Arbeitstag mitverantwortlich sei. Auch die Gewinnerwartungen für 2019 stünden daher unter Revisionsbedarf und seien um rund 1 Prozent zu senken, hiess es. Da Geberit aber über ein stabiles und hochmargiges Geschäftsmodell verfüge, welches sich auch in einem schwieriger werdenden Marktumfeld bewähren dürfte, halte man an der Einstufung "Marktgewichten" fest.

cf/ra

Jona (awp)

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Bildquelle: Alexander Tolstykh / Shutterstock.com,Keystone

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