Amphenol Aktie 647943 / US0320951017
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| KI-Hardware-Aktien |
14.09.2026 21:17:00
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Evercore nennt 6 KI-Hardware-Favoriten – Apple & Co. im Fokus
Während der Markt vor allem Speicherchips feiert, lenkt ein Analyst von Evercore ISI den Blick auf sechs andere Gewinner des KI-Ausbaus.
- Evercore-Analyst nennt sechs KI-Hardware-Aktien als Favoriten für 2026
- Auswahl reicht von Festplatten und Steckverbindern bis zu Apple
- Analyst setzt bewusst neben die heiss gelaufenen Speicherchip-Werte
Einige der stärksten Tech-Aktien des Jahres haben laut einem Analysten der Wall Street noch Luft nach oben. Amit Daryanani, IT-Hardware-Experte bei Evercore ISI, führt in einer Analyse sechs Werte als seine Favoriten für die zweite Jahreshälfte, die vom massiven Ausbau der KI-Rechenzentren leben. Die Liste umfasst Festplatten- und Netzwerkspezialisten, die Anlegern bereits kräftige Gewinne gebracht haben, und mit Apple ein Schwergewicht, das viele im KI-Rennen abgeschrieben hatten. Für den Markt ist das ein Signal, dass sich die KI-Wette in die Breite verlagert.
Warum der Analyst über die Chip-Stars hinausblickt
Daryananis These stützt sich auf die Rekordinvestitionen der grossen Cloud-Konzerne. Der Ausbau der Rechenzentren braucht weit mehr als Rechenchips, nämlich Speicher, Verkabelung, Steckverbinder und Netzwerktechnik. Während Anleger 2026 vor allem den Speicherchip-Werten wie Micron hinterherjagen, richtet der Analyst den Blick auf die Zulieferer der physischen Infrastruktur, die im Windschatten der Chip-Euphorie oft günstiger bewertet sind. Es ist eine Wette auf die Breite des Ausbaus statt auf den nächsten Kurssprung eines einzelnen Chipherstellers. Genau diese Streuung über Speicher, Verbindungstechnik und Endgeräte ist der rote Faden seiner Auswahl.
Festplatten und Steckverbinder als stille Profiteure
Den Kern bilden Werte, die Daten speichern und bewegen. Bei den Festplatten setzt Daryanani auf Seagate Technology und Western Digital, beide unter den grössten Kursgewinnern des Jahres. Bei Seagate sieht er wachsende Preismacht, solange das Angebot an Speicherlösungen knapp bleibt, dazu einen technologischen Vorsprung von rund zwei Jahren: Die jüngste Mozaic-Festplattenplattform ist bei grossen Hyperscalern in Produktion, die nächste Stufe läuft bei den beiden grössten Cloud-Anbietern an. Western Digital soll von der Datenflut aus KI-Inferenz und agentischen Systemen profitieren und plant, seinen gesamten freien Cashflow nach Forschungsausgaben an die Aktionäre zurückzugeben.
Der dritte Wert dieser Gruppe ist Amphenol. Für Daryanani ist der Konzern der Standardpartner für Verbindungstechnik, weil er bei Kupfer- und Glasfaser-Steckverbindern führend ist und Kunden im Zweifel beide Varianten aus einer Hand bekommen. Über Rüstung und Industrie erschliesst sich das Unternehmen zudem Absatzmärkte jenseits der KI.
Netzwerk-Backbone und ein Konter mit der Apple-Aktie
Die zweite Säule ist die Vernetzung der Rechenzentren. Bei Arista Networks erwartet Daryanani über die nächsten drei bis vier Jahre überdurchschnittliches Wachstum, getragen von einer breiteren Kundenbasis in der Cloud und dem Vorstoss in die Campus-Vernetzung von Unternehmen. Im zuletzt abgeschlossenen Geschäftsjahr steigerte Arista den Umsatz um fast 29 Prozent auf rund 9 Milliarden US-Dollar. Bei Cisco Systems sieht er im Geschäftsjahr 2027 ein zweites Wachstumsbein: Ein Erneuerungszyklus in den Netzwerken könnte über die bereits durch Aufträge gedeckte KI-Umsatzprognose von 7,5 Milliarden US-Dollar hinausgehen, und die eigene Chip-Architektur Silicon One tritt gegen die Lösungen von Broadcom an.
Der eigentliche Kontrapunkt ist Apple. Während viele Anleger am iPhone-Konzern die KI-Schwäche kritisieren, hält Daryanani den Produktzyklus für attraktiv: aufgestaute Nachfrage, der Start des iPhone 18 Pro und ein faltbares iPhone sollen Absatz und Durchschnittspreise stützen. Gelingt der Ausbau von Apple Intelligence und einer KI-Siri, könnte das den iPhone-Zyklus verlängern und neue Erlösquellen öffnen. Das iPhone werde so zur zentralen KI-Schnittstelle der Nutzer, eine Art Mautstation für künftige KI-Dienste. Dazu kommen ein seit zwölf Quartalen zweistellig wachsendes Servicegeschäft und die Rückgabe von rund 90 Prozent des freien Cashflows an die Aktionäre.
Was gegen die Favoriten spricht
Die Kehrseite ist die Bewertung. Speicher- und Infrastrukturwerte sind 2026 bereits stark gestiegen, ein Teil des KI-Ausbaus steckt also schon in den Kursen. Kippt der Investitionszyklus der Hyperscaler oder entsteht bei Festplatten wieder ein Überangebot, trifft es diese zyklischen Titel härter als die breite Tech-Branche. Bei Apple bleibt der Erfolg der eigenen KI-Funktionen offen, und eine Verzögerung des Basismodells beim iPhone 18 wäre nur dann kein Problem, wenn die teureren Modelle die Nachfrage tragen. Steckverbinder- und Netzwerkanbieter wiederum hängen unmittelbar am Investitionstempo ihrer Kunden. Wer auf die Auswahl setzt, kauft den KI-Rückenwind und dessen Schwankungen zugleich.
Ob die Wette aufgeht, entscheidet sich an einem konkreten Punkt: den Investitionsbudgets der grossen Cloud-Anbieter. Solange deren Ausgaben für Rechenzentren weiter steigen, bleibt die These vom breiten KI-Ausbau intakt. Die nächsten Quartalsberichte der Hyperscaler und der sechs Favoriten selbst zeigen, ob die Nachfrage nach Speicher, Steckverbindern und Netzwerktechnik das hohe Bewertungsniveau rechtfertigt.
Julia Walter, Redaktion finanzen.ch
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