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Zulassung ab fünf Jahren 25.11.2021 16:02:00

EMA: Grünes Licht für Corona-Impfstoff von BioNTech für Kinder ab 5

EMA: Grünes Licht für Corona-Impfstoff von BioNTech für Kinder ab 5

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) macht den Weg frei für Impfungen von Kindern mit dem COVID-19-Impfstoff von BioNTech und Pfizer.

Der zuständige EMA-Ausschuss empfahl am Donnerstag eine Erweiterung der Zulassung auf Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren.

Die finale Entscheidung muss noch von der Europäischen Kommission gefällt werden, dies gilt aber als Formsache. Bislang ist das Vakzin in der Europäischen Union erst ab zwölf Jahren zugelassen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Montag erklärt, die gesamte EU erhalte die Lieferung des Kinder-Impfstoffs am 20. Dezember, Deutschland bekomme dann 2,4 Millionen Dosen auf einen Schlag.

BioNTech bestätigte den Zeitplan. "Pfizer und Biontech gehen nach wie vor davon aus, dass die ersten Dosen am 20. Dezember an alle EU-Mitgliedsstaaten geliefert werden können. Mit der Lieferung an Deutschland kann etwa die Hälfte der in Deutschland lebenden Kinder zwischen fünf und unter zwölf Jahren geimpft werden", erklärte eine Sprecherin des Mainzer Herstellers. Der Zeitplan sei immer wieder mit Vertretern der EU-Kommission besprochen und vergangene Woche final bestätigt worden. Eine frühere Lieferung sei nicht zu erwarten: "Alle vorgelagerten Prozesse wurden auf diesen Stichtag ausgerichtet."

Die Impfung für Kinder enthält ein Drittel einer Erwachsenen-Dosis und wird ebenfalls zweimal im Abstand von drei Wochen in den Oberarm verimpft. Die geschäftsführende Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht erklärte, die Länder müssten Vorbereitungen treffen, dass es sofort losgehen könne, wenn der Impfstoff bereit stehe. "Wir brauchen neben den Kinderarztpraxen auch auf Kinder vorbereitete Impfzentren und mobile Impfangebote. Um Ängste und Zweifel zu nehmen, müssen Familien umfassende und verständliche Informationen erhalten und gut beraten werden."

Kinderärzte wollen Impfpflicht für Erwachsene

Die Ständige Impfkommisson (Stiko) bereitet eine Empfehlung zur Impfung von Kindern zum Start der ersten Lieferung vor. "Unser Ziel ist es, diese Empfehlung bis Ende Dezember, möglichst bis zum Start der Auslieferung des Kinder-Impfstoffs an die Länder, fertigzustellen", hatte Stiko-Chef Thomas Mertens kürzlich gesagt. Bei der EU-Zulassung des Impfstoffs ab zwölf Jahren im Mai hatte die Stiko zunächst nur Impfungen von Jugendlichen mit Vorerkrankungen empfohlen. Erst im August hatte sie diese dann allen ab zwölf empfohlen und auf eine breitere Datengrundlage verwiesen, insbesondere aus dem amerikanischen Impfprogramm mit Millionen geimpften Jugendlichen.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte begrüsste die EMA-Zulassung für den Impfstoff und sprach von einem wichtigen Signal in der Pandemiebekämpfung. "Insbesondere Kinder mit Vorerkrankungen oder Kinder von Risikopatienten sollten sich impfen lassen", sagte Verbandspräsident Thomas Fischbach der "Rheinischen Post". Es bestehe aber wegen des geringen Risikos für Kinder kein Zeitdruck, diese sofort impfen zu lassen.

"Wichtiger ist, dass sich alle Erwachsenen impfen lassen." Für diese forderte Fischbach eine generelle Impfpflicht. Für den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ist die Impfung im Vergleich zur Erkrankung die bessere Wahl. "Ohne Impfung werden die meisten Kinder leider irgendwann erkranken."

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte am Vortag erklärt, der Fokus bei Impfungen solle auf Ungeimpften und Hochrisikogruppen liegen. Da Kinder und Jugendliche im Vergleich zu Erwachsenen in der Regel mildere Krankheitsverläufe aufwiesen, sei es weniger dringlich sie zu impfen, es sei denn, sie gehörten zu einer Gruppe mit einem höheren Risiko für schwere COVID-Erkrankungen. Da in vielen Teilen der noch Welt extremer Impfstoffmangel herrsche, sollten Länder mit einer hohen Impfrate bei Risikogruppen zunächst Impfstoffe mit armen Ländern teilen.

In den USA wurden nach der Zulassung durch die Arzneimittelbehörde FDA Ende Oktober wurden bereits rund drei Millionen Kinder ab fünf Jahren mit Biontech geimpft, in Israel und Kanada sind die Impfungen in dieser Woche angelaufen. Nach Daten des Robert-Koch-Instituts ist in Deutschland die Sieben-Tage-Inzidenz in der Altersgruppe der Fünf- bis 14-Jährigen derzeit mit 882,9 mit Abstand am höchsten, gefolgt von den 15- bis 34-Jährigen mit einer Inzidenz von 468. Insgesamt stieg die Inzidenz am Donnerstag auf eine Höchstmarke von 419,7.

Frankfurt, 25. Nov (awp/sda/reu)

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Bildquelle: Thomas Lohnes/Getty Images,Pavlo Gonchar/SOPA Images/LightRocket via Getty Images