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"Solides Ergebnis" 10.08.2022 16:57:00

E.ON-Aktie in Rot: E.ON setzt mehr um - Gewinn aber gesunken

E.ON-Aktie in Rot: E.ON setzt mehr um - Gewinn aber gesunken

Der Energiekonzern E.ON ist weiter stark von den hohen Strompreisen beeinflusst.

Diese sorgen für positivere Erwartungen im Nicht-Kerngeschäft, sowie hohe Umsätze auf Konzernebene, drücken aber auch aufs operative Ergebnis. Anders als im Auftaktquartal konnte E.ON nun bereits einen Teil seiner gestiegenen Kosten an die Kunden weitergeben. Im Ergebnis werde dies jedoch erst vollständig in der zweiten Hälfte des Jahres sichtbar werden, teilte der DAX-Konzern am Mittwoch in Essen mit. Konzernchef Leonhard Birnbaum nannte es insgesamt "ein solides Halbjahresergebnis".

Die E.ON-Aktie gibt im XETRA-Geschäft zeitweise um 3,12 Prozent auf 8,88 Euro nach. Seit dem Jahrestief von 7,716 Euro von Anfang Juli ging es inzwischen wieder ein Fünftel nach oben. Analysten äusserten sich zufrieden. Die Zahlen stimmten zuversichtlich, schrieb Vincent Ayral von der US-Bank JPMorgan. Auch sein Kollege Alberto Gandolfi von der US-Investmentbank Goldman Sachs lobte: Der Energiekonzern habe die Erwartungen solide übertroffen. Er erwartet, dass sich die beschlossene Gasumlage positiv auf E.ON auswirken wird.

Bis Ende Juni ging der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von E.ON um 15 Prozent zurück auf 4,1 Milliarden Euro, auch weil der Vorjahreszeitraum von positiven Sondereffekten beeinflusst war. Den grössten Anteil trug das Netzgeschäft bei, das jedoch durch milderes Wetter und höhere Kosten für Netzverluste belastet wurde.

Zu den sogenannten Netzverlusten kommt es, weil ein Netzbetreiber verpflichtet ist, seine Energienetze mit einer gewissen Grundspannung zu versorgen. Dafür wird auch Strom am Markt zugekauft. Aktuell ist dieser sehr teuer, was die Ergebnisse bei E.ON drückt. Die Belastungen konnte der Konzern im ersten Halbjahr jedoch teilweise im deutschen Netz ausgleichen.

Im Bereich Kundenlösungen konnte E.ON die hohen Preise bereits in Teilen weitergeben, das Segment legte im zweiten Quartal kräftig zu, was die Analysten positiv bewerteten. Auf Halbjahressicht blieb aber auch das Segment hinter den Vorjahreswerten zurück. Die Essener stellen in dem Geschäftsbereich die Lieferung von Energie sowie Energie-Konzepte für Städte und Industrie bereit.

Auf Konzernebene sank der bereinigte Überschuss um ein Fünftel auf 1,4 Milliarden Euro. Die wirtschaftliche Nettoverschuldung ging von 38,8 Milliarden Euro zum Jahresende 2021 auf jetzt 37,4 Milliarden Euro zurück. Dieser Zugewinn an finanziellem Spielraum ist laut E.ON vor allem das Ergebnis der gestiegenen Zinsen, die zu einer Verringerung der Pensionslasten führen. Ausserdem war auch der operative Mittelzufluss im zweiten Quartal wieder positiv.

In seinen Kerngeschäftsfeldern bestätigte E.ON seine Jahresprognose. Im Nicht-Kerngeschäft erwartet das Management dank der gestiegenen Energiepreise jetzt 200 Millionen Euro mehr und hob die Spanne für das bereinigte operative Ergebnis auf 0,8 bis 1 Milliarde Euro. In dem Bereich bündelt E.ON den Rückbau der deutschen Kernkraftwerke, die von der Einheit Preussenelektra gesteuert werden, sowie das Erzeugungsgeschäft in der Türkei.

E.ON ist seit 2016 vor allem noch als Netzbetreiber und Dienstleister von Energie tätig. Damals wurde die Erzeugung, der Handel mit Energie sowie die Aktivitäten in Russland in der eigenständigen Gesellschaft und dem heutigen MDAX-Konzern Uniperausgegründet.

Energiekonzern E.ON rechnet mit weiter steigenden Strom- und Gaspreisen

Deutschlands grösster Energieversorger E.ON rechnet mit weiter steigenden Strom- und Gaspreisen für Endkunden. Preisdruck herrsche in allen Märkten, sagte Finanzvorstand Marc Spieker am Mittwoch in Essen. "Das einzige, was sich unterscheidet, ist, wie schnell werden diese Preissteigerungen dann umgesetzt." Dass sie am Ende dann kommen müssten, stehe ausser Frage.

E.ON hatte im März angekündigt, die Preise anzuheben und dies mit stark gestiegenen Grosshandelspreisen für Energie begründet. "In Deutschland wurde der Grossteil dieser Preiserhöhungen bereits durchgeführt oder angekündigt", sagte Spieker.

E.ON-Vorstandschef Leonhard Birnbaum nannte als Beispiel für einen Preisanstieg bei Erdgas für Nordrhein-Westfalen eine durchschnittliche Anhebung um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wann es eine nächste Erhöhung gebe, sei Spekulation. Dies hänge etwa von der Preisentwicklung im Grosshandel, von der Nachfrage und von der Höhe der von der Bundesregierung geplanten Gasumlage ab.

Bei Strom habe der Preisanstieg für E.ON-Kunden in Nordrhein-Westfalen bei 17 Prozent gelegen, was jedoch durch den Wegfall der EEG-Umlage zum 1. Juli kompensiert worden sei. Die Zusatzbelastung in den Energiekosten sei fast ausschliesslich gasgetrieben, sagte Birnbaum.

Der Manager betonte, dass man einen deutlichen Anstieg der Strompreise im Grosshandel gesehen habe. "Wenn dieser Anstieg dauerhaft bleiben würde, dann müssten wir natürlich auch auf der Stromseite noch weitere deutliche Anpassungen erwarten im nächsten Jahr."

ESSEN (awp international)


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Bildquelle: E.ON AG,360b / Shutterstock.com