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Starkes Schlussquartal 12.03.2020 17:55:00

Dufry-Aktie verliert mehr als 40 Prozent: Trübe Aussichten durch Corona-Sorgen

Dufry-Aktie verliert mehr als 40 Prozent: Trübe Aussichten durch Corona-Sorgen

Erste Zahlen zum angelaufenen Geschäftsjahr verdeutlichen bereits den stark negativen Einfluss auf die Geschäftsdynamik. Für das Gesamtjahr stellt Dufry nun vage einen organischen Rückgang im einstelligen Bereich in Aussicht.

Der Umsatz stieg 2019 um 1,9 Prozent auf 8,85 Milliarden Franken. Organisch lag das Wachstum bei 3,0 Prozent, nachdem es nach neun Monaten noch bei 2,9 Prozent gelegen hatte. Damit wies Dufry im Schlussquartal mit +3,1 Prozent eine starke Dynamik auf.

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Basiswert Valor Barriere in % Coupon in %
Companie Financière Richemont SA / Dufry AG 54239001 49.00 % 10.00 %

Der Bruttogewinn stieg um 2,4 Prozent auf 5,32 Milliarden. Die übrigen Gewinnzahlen lassen sich wegen der Änderung der Rechnungslegung nach IFRS 16 nur schwer mit dem Vorjahr vergleichen. Der bereinigte EBIT lag bei 767,7 Millionen und nach Minderheiten blieb ein Reinverlust von 26,5 Millionen Franken. Dennoch sollen die Aktionäre wie schon im Vorjahr eine Dividende von 4,00 Franken je Aktie erhalten.

Die Erwartungen der Analysten wurden beim Umsatz und Bruttogewinn etwas verfehlt. Die Dividende und das organische Wachstum entsprach dagegen den Prognosen.

Drei von vier Regionen gewachsen

Dabei gelang es Dufry, in drei von vier Regionen die Umsätze zu steigern. Einziges Sorgenkind blieb weiterhin Lateinamerika, in der Umsatz organisch um 6,3 Prozent nachgab. Dabei leidet das Unternehmen weiterhin unter der Abwertung lokaler Währungen, vor allem in Brasilien und Argentinien.

In der grössten Region "Europa und Afrika" stieg der Umsatz derweil organisch um 5,6 Prozent auf 3,85 Milliarden Franken. Und in Nordamerika verzeichnete der Duty-Free-Shop-Betreiber ein organisches Wachstum von 2,1 Prozent auf 1,47 Milliarden.

Die stärkste Dynamik zeigte sich aber in der kleinste Region Asien-Pazifik und Naher Osten. Dort erhöhte sich der Umsatz organisch um knapp 11 Prozent auf 1,28 Milliarden Franken, was der Reisedetailhändler hauptsächlich auf neue Konzessionen zurückführt.

Rückläufige Zahlen seit Jahresbeginn

Wie ein Damoklesschwert schwebt derzeit aber das Coronavirus über dem Reisedetailhändler. Diverse Analysten haben im Vorfeld der Zahlen bereits ihre Prognosen für 2020 deutlich zurückgenommen und auch an der Börse gab Dufry jüngst stark nach.

Erste Zahlen zum angelaufenen Geschäftsjahr bestätigen nun die trüben Aussichten. So habe man im Januar zwar noch eine weitere Beschleunigung des organischen Wachstums gesehen, teilte Dufry mit. Im Februar sei es dann aber zu einem Rückgang von 7,3 Prozent gekommen.

Während die grösste Region "Europa und Afrika" im Februar eine bloss leicht negative Performance aufgewiesen habe, sei es gerade in der 2019 noch dynamischsten Region "Asien-Pazifik und Naher Osten" zu einem Rückgang im zweistelligen Prozentbereich gekommen.

So steht nun seit Jahresbeginn bis Ende Februar organisch ein Umsatzminus für den Gesamtkonzern von 2,3 Prozent zu Buche und bis zum 8. März gar ein Minus von 3,8 Prozent.

Aktionsplan wegen Coronavirus

Dufry hat darauf reagiert und einen Sonderausschuss gegründet und einen Aktionsplan zur Sicherung der Cashflow-Generierung gemacht. Der Plan werde wöchentlich überwacht und umfasse Initiativen zur Beschleunigung des Umsatzvolumens, zur Aufrechterhaltung der Bruttogewinnmarge, zur Senkung der Personal- und sonstigen Ausgaben sowie zur Neuverhandlung der Konzessionen.

Insgesamt erhofft sich der Reisedetailhändler dadurch über das laufende Jahr 60 Millionen Franken an Einsparungen auf Ebene des bereinigten Betriebsgewinns. Zudem seien Massnahmen zum Ausgleich der Auswirkungen auf den Cashflow auf Ebene der Investitionen und des Nettoumlaufvermögens eingeleitet worden, welche voraussichtlich im Gesamtjahr 40,0 Millionen Franken betrügen.

Insgesamt bleibt der Ausblick für 2020 aber vage. So rechnet Dufry bei jetzigem Informationsstand und unter der Voraussetzung, dass sich die Situation im zweiten Semester verbessert, mit einem negativen eistelligen organischen Wachstum für das Gesamtjahr.

Dufry-Aktien nach Zahlen durch Corona-Sorgen stark belastet

Die Aktien von Dufry geben nach Zahlen weiter deutlich nach. Zwar gelang es dem Reisedetailhändler, 2019 den Umsatz zu steigern und die Dynamik im Schlussquartal hoch zu halten. Erste Zahlen zum laufendenden Jahr bestätigen nun aber die durch das Coronavirus stark eingetrübten Aussichten.

Die Dufry-Aktien verloren am Donnerstag zum Handelsende an der SIX 41,21 Prozent auf 27,36 Franken. Bereits vor den Zahlen vom Morgen haben die Titel wegen der Corona-Sorgen seit Jahresbeginn um über die Hälfte an Wert eingebüsst.

Die heutige Zahlenpublikation hat das Ausmass durch das Coronavirus auf das Geschäft noch verdeutlicht. Nachdem zu Beginn des laufenden Jahres die Dynamik noch angezogen hatte, kam es im Februar organisch zu einem Umsatzminus von 7,3 Prozent. Seit Jahresbeginn steht nun bis zum 8. März ein Minus von 3,8 Prozent zu Buche. Und für das Gesamtjahr stellt Dufry einen Rückgang im einstelligen Prozentbereich in Aussicht.

Dabei hält Vontobel dies noch für ein optimistisches Szenario. So erwartet der zuständige Analyst für März und April noch eine Verschärfung der Situation vom Februar. Die Kursrückgänge widerspiegelten die aktuelle Situation, so der Experte weiter. Gleichzeitig rechnet er aber für das Geschäftsjahr 2021 mit einer starken Erholung und bestätigt seine Kaufempfehlung für die Titel.

Baader Helvea verweist zudem darauf, dass es dank getroffener Massnahmen wohl nicht zu Liquiditätsengpässen kommen werde. Dennoch erachtet auch hier der zuständige Experte die Markterwartungen aber noch immer als zu hoch. Es bestehe weiterhin ein bedeutendes Abwärtspotenzial, und er rechne damit, dass sich angesichts der Flugsperre durch US-Präsident Donald Trump für Europäer die Situation weiter verschärft.

Und auch die ZKB erwartet, dass der ausgesprochene Einreisestopp in die USA den Aktienkurs weiter nach unten treibt. Ein eher schwacher Trost sei derweil, dass das erste Quartal jeweils das am wenigsten wichtige sei und das dritte das wichtigste, so der zuständige Analyst. So bleibe zu hoffen, dass sich bis dahin die Situation normalisiert.

jl/jb

Basel (awp)

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Bildquelle: zvg,Kekyalyaynen / Shutterstock.com