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Stabile Dividende 13.03.2019 17:45:36

Düsterer Ausblick: Rieter plant Stellenabbau - Rieter-Aktie tiefrot

Düsterer Ausblick: Rieter plant Stellenabbau - Rieter-Aktie tiefrot

Der Ausblick ist jedoch düster. Nun plant das Unternehmen einen Stellenabbau.

Das Winterthurer Traditionsunternehmen hat im letzten Jahr die Gewinnkennzahlen vervielfacht. Der Betriebsgewinn kam bei 43,2 Millionen Franken zu liegen (VJ 15,8 Mio) und der Reingewinn bei 32,0 Millionen (VJ 13,3 Mio), wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die Aktionäre können sich auf eine unveränderte Dividende von 5,00 Franken pro Papier einstellen.

Der Grund für die Gewinnsteigerung war jedoch primär ein Einmaleffekt. So waren im Vorjahr wegen der Neuausrichtung des deutschen Standorts Ingolstadt Restrukturierungskosten von 36 Millionen angefallen. Die nun ausgewiesenen Zahlen liegen im Rahmen der Prognose des Unternehmens von Ende Januar.

Werden Restrukturierungskosten ausgeklammert, war die Profitabilität 2018 jedoch rückläufig, wie das Unternehmen einräumte. Begründet wurde dies mit einem "unvorteilhaften Produktmix" im Neumaschinengeschäft sowie mit Einmalkosten, welche der Aufbau einer zentralen Logistik in Europa verursachte.

Die drei Geschäftsbereiche waren denn auch unterschiedlich profitabel. Während das wichtige Neumaschinengeschäft rote Zahlen schrieb, kamen die Bereiche "After Sales" und "Components" auf EBIT-Margen von 14,2 und 9,3 Prozent.

Schon im Januar hatte das Unternehmen Umsatzzahlen bekannt gegeben. Dieser stieg um 11 Prozent auf 1,08 Milliarden Franken.

Schlechter Start ins 2019

Nun steht das Unternehmen aber vor schwierigen Zeiten. So erhielt das Unternehmen 2018 - wie auch schon seit Januar bekannt ist - nur noch Bestellungen im Wert von 868,8 Millionen Franken (-17%).

Und rasche Besserung ist nicht in Sicht. Das schwache Marktumfeld habe auch in den ersten beiden Monaten 2019 angehalten und habe zu einer geringeren Nachfrage geführt, so Rieter. Das Unternehmen erwartet deshalb für das erste Halbjahr und das Gesamtjahr einen "deutlichen Rückgang" von Umsatz, EBIT und Reingewinn.

Beim Reingewinn seien in dieser Prognose allerdings Sondererlöse aus dem Verkauf des Grundstücks in Ingolstadt ausgeklammert, hiess es weiter. Im letzten Dezember war von einem positiven Effekt von rund 60 Millionen Euro die Rede.

Abbau von rund 250 Stellen

Wegen dieses Ausblicks wird nun gespart. Konkret sei geplant, rund 5 Prozent des Personalbestands weltweit abzubauen. Dies ergibt bei einem Personalbestand von gut 5'100 (festangestellten) Mitarbeitern einen Abbau von rund 250 Jobs.

In welchen Regionen abgebaut wird, teilte Rieter nicht mit. Auch blieb offen, welche Funktionen betroffen sein werden. Für solche Angaben sei es zu früh, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur AWP. In der Schweiz beschäftigt Rieter rund ein Fünftel aller Mitarbeiter.

Rieter-Aktien stürzen wegen trüber Geschäftsaussichten ab

Die Aktien des Textilmaschinenherstellers befinden sich am Mittwoch auf Talfahrt. Das Winterthurer Traditionsunternehmen hat mit den Jahreszahlen 2018 die eher trüben Aussichten für das laufende Geschäftsjahr untermauert. Die Analysten zeigen sich daher eher zurückhaltend, sehen aber auch Verbesserungspotenzial.

Die Rieter-Aktien sind zwischenzeitlich bis auf 122,20 CHF abgerutscht. Zum Handelsschluss verloren sie noch 7,39 Prozent auf 127,90 CHF.

Generell habe das Jahresergebnis 2018 zwar der Guidance von Ende Januar entsprochen, lag aber trotzdem noch leicht unter den Erwartungen, schreibt die ZKB in einem ersten Kommentar. Der Ausblick für 2019 sei zudem wenig erfreulich, da der Start ins neue Jahr als verhalten bezeichnet werden müsse. Mit Blick nach vorne dürfte sich 2019 laut den ZKB-Experten daher schwach entwickeln.

Auch die Experten der Vontobel Bank sehen bisher 2019 keine Trendwende, was die schwache Entwicklung angeht. Rieter bleibe aber weiterhin gut finanziert, betonen sie. Da die Visibilität der Geschäftsentwicklung indes "sehr tief" bleibe, lautet die Empfehlung von Vontobel, an der Seitenlinie zu bleiben und die Titel zu "Halten". Das Kursziel lautet weiterhin 145 Franken.

Die Grossbank UBS weist ihrerseits darauf hin, dass die Konsensus-Schätzungen von 22 Prozent EBIT-Wachstum dieses Jahr stark mit dem trüben Ausblick kontrastieren. Die UBS gibt sich entsprechend vorsichtig, was den Aktienkurs angeht, und bleibt bei ihrem Rating 'Neutral' mit Kursziel 140 Franken.

Bei Baader Helvea geht man zwar davon aus, dass die Schätzungen für 2019 "deutlich nach unten" korrigiert werden. Trotzdem glauben die Baader-Analysten, dass das Abwärtspotenzial der Rieter-Aktien begrenzt ist. Begründet wird dies damit, dass die tieferen Erwartungen bereits teilweise eingepreist seien. Zudem dürfte sich die Auftragslage laut Baader im zweiten Halbjahres 2019 verbessern.

rw/uh/ra

Winterthur (awp)

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Bildquelle: Keystone,Rieter Holding

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