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Dividende angehoben 12.09.2019 21:51:00

dormakaba-Aktie unter Druck: dormakaba mit leichtem Umsatzrückgang und besserer Profitabilität

dormakaba-Aktie unter Druck: dormakaba mit leichtem Umsatzrückgang und besserer Profitabilität

Betriebs- und Reingewinn konnten hingegen zulegen. Die Dividende fällt etwas höher aus und der Ausblick ist trotz der bestehenden Unsicherheiten positiv.

Konkret erzielte das Schliesstechnik-Unternehmen im per 30. Juni beendeten Geschäftsjahr 2018/19 einen um 0,8 Prozent tieferen Umsatz von 2,82 Milliarden Franken. Der Verkauf von Unternehmenseinheiten und negative Währungseffekte hatten hier einen Einfluss, wie es in einer Medienmitteilung vom Donnerstag hiess. Das Wachstum aus eigener Kraft betrug 1,3 Prozent und war damit etwas geringer als vom Unternehmen angepeilt.

Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) stieg indes um 3,9 Prozent auf 448 Millionen Franken. Die entsprechende Marge verbesserte sich auf 15,9 von 15,2 Prozent im Vorjahr. "Wir haben uns auf nachhaltiges profitables Wachstum fokussiert und werden dies auch weiter tun", sagte Cadonau. Der Reingewinn wuchs um 5,8 Prozent auf 252,5 Millionen Franken. Zum stärkeren Plus beim Reingewinn haben neben dem Betriebsgewinn auch ein höheres Finanzergebnis und eine tiefere Steuerquote beigetragen, ergänzte Finanzchef Bernd Brinker.

Die Aktionäre können sich über eine höhere Dividende freuen: Die Auszahlung wird um einen auf 16 Franken je Anteilsschein angehoben.

Auf allen Ebenen leicht unter Erwartungen

Mit den Zahlen hat das Unternehmen die Schätzungen der Analysten auf allen Ebenen leicht verfehlt. Die Experten hatten im Durchschnitt laut der Nachrichtenagentur AWP mit einem Umsatz von 2,85 Milliarden Franken, einem EBITDA von 457,8 Millionen und einem Reingewinn von 266,8 Millionen gerechnet.

dormakaba spricht von einer gebremsten Wachstumsdynamik im zweiten Geschäftshalbjahr. "Unser Hauptaugenmerk galt der Verbesserung der Profitabilität. Gleichzeitig haben wir erheblich in Projekte zur Digitalisierung und in Produktentwicklung investiert", erklärte Verwaltungsratspräsident und Konzernchef Riet Cadonau in der Mitteilung.

Bei den Segmenten verbuchte einzig die Schliesstechnik Amerika (Access Solutions AMER) einen Umsatzrückgang (organisch -1,8 Prozent), konnte aber die Profitabilität steigern. In der Region Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde ein Wachstum von 2,8 Prozent erzielt, in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) von 1,9 Prozent. Am stärksten war das Wachstum in Asien-Pazifik mit 3,7 Prozent. Mit Schlüsseldiensten und Trennwänden (Key & Wall Solutions) setzte dormakaba 2,2 Prozent mehr um.

Erneut organisches Wachstum erwartet

Cadonau will die digitale Transformation bei Dormakaba nun vorantreiben, um Kundenbedürfnisse zu erfüllen. Dazu werde das Unternehmen auch weiterhin "erheblich" in neue Produkte und in die IT investieren.

Für das laufende neue Geschäftsjahr ist das Management vorsichtig optimistisch. Trotz des volatilen makroökonomischen und geopolitischen Umfelds werde eine EBITDA-Marge und ein organisches Umsatzwachstum über dem Vorjahresniveau angestrebt, wie es weiter hiess.

Vom Mittelfristziel einer EBITDA-Marge von 18 Prozent will sich Cadonau derweil noch nicht verabschieden. "Die Unsicherheiten haben zu-, und die Visibilität hat abgenommen." Mit ein wenig Rückenwind sei das Ziel bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020/21 aber immer noch zu erreichen. "Wenn wir aber einen Konjunktureinbruch sehen, sicher nicht," sagte Cadonau.

"Insgesamt war das Ergebnis mit dem höheren Betriebsergebnis und Nettogewinn zufriedenstellend", sagte Dormakaba-Chef Riet Cadonau am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Zürich. "Besonders drei Faktoren haben aber negativ überrascht."

Dabei nannte Cadonau eine unerwartete Nachfrageschwäche im wichtigen norwegischen Markt. Zweitens sei das OEM-Geschäft der chinesischen Tochter Wah Yuet in den USA im zweiten Halbjahr durch die Handelsbeschränkungen negativ beeinflusst worden. Und drittens habe eine US-Tochter Probleme mit einer Softwareeinführung gehabt. Das habe zu Lieferengpässen geführt und auf Umsatz und Profitabilität durchgeschlagen.

So reagieren die dormakaba-Aktien

dormakaba starten am Donnerstag schwach in den Handel. Der Schliesstechnik-Konzern hat mit den Zahlen zum Geschäftsjahr 2018/19 die Erwartungen der Analysten verfehlt und bleibt auch hinter den eigenen Zielen zurück. Sowohl Umsatz als auch Gewinn seien eine Spur tiefer ausgefallen als erwartet. An der Börse werden die Aktien dafür abgestraft.

Die dormakaba-Papiere verloren bis Handelsende 2,48 Prozent auf 667,50 Franken, nachdem sie in einer Erstreaktion gar bis auf 627 Franken zurückgefallen waren.

Er anerkenne, dass dormakaba die Profitabilität über alle Segmente hinweg habe steigern können, schrieb der Analyst von Baader Helvea. Er habe jedoch eine Spur mehr erwartet. Die Bestätigung der Mittelfristziele setze eine Margensteigerung pro Jahr um 100 Basispunkte voraus. Dies sei nur durch Unterstützung durch organisches Wachstum möglich. Angesichts der derzeitigen Konjunkturabschwächung sei dies "herausfordernd".

dormakaba habe mit dem Ergebnisausweis auf Stufe EBITDA und EBIT die Erwartungen leicht verfehlt, urteilte ZKB-Analyst Andreas Müller. Dabei habe sich etwa das wichtige Geschäft mit Hotelschlössern in Nordamerika nach Jahren des starken Wachstums weiter abgeschwächt. Der für das laufende Geschäftsjahr 2019/20 abgegebene Ausblick gehe beim Wachstum und der geplanten Margensteigerung zwar über das jetzige Niveau hinaus, liege aber leicht unter den Erwartungen, hiess es weiter.

yr/ra/jb/mk

Rümlang (awp)

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Bildquelle: dormakaba Holding