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DocMorris Aktie 4261528 / CH0042615283

Generalversammlung 13.05.2026 17:49:00

DocMorris schlägt CEPD im Machtkampf klar zurück - Aktie profitiert

DocMorris schlägt CEPD im Machtkampf klar zurück - Aktie profitiert

DocMorris hat den Machtkampf mit dem Grossaktionär CEPD an der Generalversammlung vom Dienstag klar für sich entschieden.

Die DocMorris-Aktionäre bestätigten sämtliche vom Verwaltungsrat vorgeschlagenen Kandidaten. Auch Verwaltungsratspräsident Walter Oberhänsli wurde im Amt bestätigt.

Damit erhält der Verwaltungsrat in einer entscheidenden Phase des Turnarounds klaren Rückhalt der Aktionäre. Gleichzeitig signalisierten die Investoren bei den Vergütungsabstimmungen weiterhin Vorbehalte gegenüber Governance und Bonuszahlungen.

CEPD bleibt ohne eigenen VR-Sitz

Die eigentlichen Kampfabstimmungen drehten sich um die Besetzung des Verwaltungsrats. CEPD, die rund 15 Prozent der Aktien hält, hatte im Vorfeld eine weitgehende Neubesetzung des Gremiums und die Ablösung von VR-Präsident Oberhänsli gefordert. Der Verwaltungsrat hatte wiederum vor einer "kalten Übernahme durch die Hintertür" gewarnt.

Die Aktionäre folgten letztlich klar der Linie des Verwaltungsrats. Gewählt wurden Walter Oberhänsli, Andréa Belliger, Florian Seubert, Thomas Bucher, Nicole Formica-Schiller und Thomas Reutter. Die Zustimmungsraten lagen dabei zwischen 66 und 74 Prozent.

Dagegen scheiterten alle drei CEPD-Kandidaten deutlich. Mariola Belina-Prazmowska erreichte 47,8 Prozent Ja-Stimmen, der frühere Celesio-Chef Fritz Oesterle lediglich 28,5 Prozent und Jacek Poswiata 34,4 Prozent.

Auch bei der VRP-Wahl setzte sich das bisherige Lager durch. Ebenso blieb der Vergütungs- und Nominationsausschuss unter Kontrolle des Verwaltungsratslagers.

Vergütungsbericht vergleichsweise knapp angenommen

Unterstützung erhielt der Verwaltungsrat im Vorfeld unter anderem vom Aktionär Sterling, der 3,2 Prozent der Anteile hält, sowie vom Stimmrechtsberater ISS. ISS empfahl allerdings zugleich die Ablehnung des Vergütungsberichts.

Tatsächlich fiel die Zustimmung zum Vergütungsbericht mit 59,9 Prozent vergleichsweise knapp aus. Auch die kurzfristige variable Vergütung der Konzernleitung erhielt mit 62,6 Prozent nur begrenzten Rückhalt. Die übrigen Vergütungstraktanden wurden dagegen deutlich angenommen.

DocMorris-GV: Aktionär Sterling bedauert, dass kein Kompromiss möglich war

Nach der Generalversammlung von DocMorris bedauert Aktionär Sterling, dass kein Kompromiss möglich gewesen sei, der CEPD/Pelion als grösstem Aktionär des Unternehmens mit einem Anteil von 15 Prozent eine angemessene Vertretung im Verwaltungsrat ermöglicht hätte. Dies teilte Aktionär Sterling, der 3,2 Prozent der Anteile hält, am Dienstagabend in einem Communiqué mit.

An der GV hatte DocMorris den Machtkampf mit dem Grossaktionär CEPD klar für sich entschieden. Die Aktionäre bestätigten sämtliche vom Verwaltungsrat vorgeschlagenen Kandidaten. Auch Verwaltungsratspräsident Walter Oberhänsli wurde im Amt bestätigt. Unterstützung hatte der Verwaltungsrat im Vorfeld unter anderem vom Aktionär Sterling und vom Stimmrechtsberater ISS erhalten.

"Wie von Sterling befürwortet, führt dieses Ergebnis zu einer massvollen Erneuerung des Verwaltungsrates, einschliesslich der Ernennung von drei neuen Mitgliedern, während gleichzeitig die Kontinuität auf der Ebene des Verwaltungsratspräsidenten gewährleistet bleibt", schrieb Sterling in einer Stellungnahme.

"Sterling ist der Ansicht, dass dieser ausgewogene Ansatz die Stabilität bietet, die DocMorris benötigt, um in die nächste Entwicklungsphase einzutreten. Sterling betrachtet dieses Ergebnis als einen bedeutenden ersten Schritt hin zu umfassenderen Veränderungen in der Unternehmensführung."

DocMorris-Aktien nach Sieg des Verwaltungsrats im Machtkampf im Plus

Die Aktien von DocMorris notieren am Donnerstag im SIX-Handel höher. Die Versandapotheke hatte an der Generalversammlung vom Vortag den Machtkampf mit dem Grossaktionär CEPD klar für sich entschieden. Das kommt an der Börse offenbar gut an.

An der SIX schloss die DocMorris-Aktie 4,23 Prozent höher bei 7,28 Franken. Im bisherigen Jahresverlauf hatten die Titel bereits 17 Prozent zugelegt. Noch Anfang 2024 wurden allerdings Kurse bei über 48 Franken erreicht.

Im Zentrum der Generalversammlung stand der Konflikt zwischen dem Verwaltungsrat und dem Investor CEPD, der rund 15 Prozent der Aktien hält und hinter dem die polnische Pelion-Gruppe steht. CEPD hatte eine weitgehende Neubesetzung des Verwaltungsrats und die Ablösung des VR-Präsidenten. Der Verwaltungsrat wiederum warnte vor einer "kalten Übernahme durch die Hintertür".

Letztlich folgten die Aktionäre klar der Linie des Verwaltungsrats und wählten sämtliche von diesem vorgeschlagenen Kandidaten. Alle drei CEPD-Kandidaten scheiterten dagegen deutlich. Zudem wurde Oberhänsli als Präsident bestätigt.

Unterstützung erhielt der Verwaltungsrat im Vorfeld unter anderem vom Aktionär Sterling sowie vom Stimmrechtsberater ISS. Letzterer empfahl allerdings zugleich die Ablehnung des Vergütungsberichts. Dieser wurde an der Generalversammlung denn auch lediglich mit 59,9 Prozent Ja-Stimmen angenommen.

Der Kursanstieg deutet laut Marktbeobachtern darauf hin, dass die Börse den Rückhalt der Aktionäre für den Turnaround-Kurs der bestehenden DocMorris-Führung positiv bewertet. Offenbar wollten die Investoren den von CEPD angestrebten und vor allem abrupten Führungswechsel nicht.

Zürich (awp)

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Bildquelle: Tobias Zeit 2016 / DocMorris,Keystone,Ralf Liebhold / Shutterstock.com
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