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Thron verloren 28.04.2026 15:14:07

Deutschlands häufigstes E-Auto: VW setzt Tesla ab - VW-Aktie etwas höher

Deutschlands häufigstes E-Auto: VW setzt Tesla ab - VW-Aktie etwas höher

Teslas Model Y ist nicht mehr das häufigste Elektroauto auf deutschen Strassen.

Der VW ID.3 hat seinen Konkurrenten vom Thron gestossen, wie aus aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervorgeht. Zum 1. Januar 2026 waren demnach 116.053 ID.3 in Deutschland zugelassen aber nur 106.184 Model Y. Ein Jahr zuvor hatte das Model Y die Nase noch vorne. Seit Jahresbeginn wurden nun zwar wieder etwas mehr Model Y neu zugelassen, allerdings bei weitem nicht genug, um den Vorsprung des ID.3 auszugleichen.

Beide Modelle überschritten im vergangenen Jahr als erste reine Stromer die Hunderttausender-Schwelle bei den Bestandszahlen in Deutschland. Ein drittes Modell dürfte in Bälde folgen oder hat dies vielleicht bereits getan - zumindest wenn man, wie das KBA, ID.4 und ID.5 zusammenzählt. Zu Jahresbeginn waren 97.120 Fahrzeuge dieses Modells in Deutschland zugelassen. Gut 5.000 wurden im ersten Quartal neu zugelassen. Auch wenn es im Bestand typischerweise einen gewissen Schwund gibt, weil Autos kaputtgehen, stillgelegt oder ins Ausland verkauft werden, ist es plausibel, dass dies reicht, um sechsstellig zu werden.

Auf Markensicht insgesamt liegt VW seit langem vor Tesla. Dass der US-Hersteller dennoch lange das häufigste Elektromodell vorweisen konnte, liegt daran, dass Tesla nur zwei Modelle mit relevanten Zulassungszahlen in Deutschland hat, sich die Gesamtzahl also weniger stark verteilt. Nun reichte auch das nicht mehr.

Blickt man auf den Gesamtfahrzeugbestand liegen selbst die häufigsten reinen Stromer aber immer noch weit abgeschlagen hinten. Rang 1 geht hier an den VW Golf mit gewaltigem Vorsprung und 3,2 Millionen zugelassenen Fahrzeugen. Einige zehntausend e-Golfs inbegriffen. Das ist mehr als alle Elektroautos auf deutschen Strassen zusammen: Zu Jahresbeginn waren das 2,03 Millionen.

Hinter dem Platzhirsch Golf folgen der VW Polo mit 1,3 und der Opel Corsa mit 1,1 Millionen. Alle drei übrigens mit sinkender Tendenz, wie die meisten Modelle in der Spitzengruppe. Hier dürfte sich der Schwenk hin zu Geländewagen und SUVs in den vergangenen Jahren bemerkbar machen. Das häufigste Modell mit steigendem Bestand passt dazu: der VW Tiguan mit 811.016 zugelassenen Fahrzeugen am 1. Januar auf Rang neun.

VW will stärker sparen - neue Strategie 2030

Der VW -Konzern will seine Sparbemühungen verstärken und sich mit einer neuen Strategie 2030 neu ausrichten. Erste Eckpunkte nannte der Konzern nun in einer internen Unterrichtung. Trotz der laufenden Effizienzprogramme verdiene der Konzern mit seinen Autos zu wenig Geld, heisst es in einer Management-Information, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Im derzeitigen Umfeld reichten die bislang geplanten Kostensenkungen nicht aus. "Wir müssen unser Geschäftsmodell grundlegend verändern und strukturelle, nachhaltige Verbesserungen erzielen", wird Finanzvorstand Arno Antlitz zitiert. Zwar habe der Konzern bereits Milliarden Euro eingespart. Angesichts zunehmender geopolitischer Verwerfungen müsse VW aber weiter hart an den Kosten arbeiten und sich noch robuster aufstellen, heisst es in dem Schriftstück weiter.

Details zu möglichen Einsparungen nannte der Konzern nicht. Laut "Handelsblatt" hatte der Aufsichtsrat am Montag über einen Bericht des Vorstands zum Sanierungsprogramm und zum Stand der Sparbemühungen beraten. Beschlüsse wurden dabei Konzernkreisen zufolge nicht gefasst. Es habe sich nur um eine Unterrichtung gehandelt. Demnach soll auch eine neue Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting vorgestellt worden sein.

Blume: VW verdient nicht genug - Neues Zielbild 2030

"Die Volkswagen Group hat eine starke Substanz", wird Konzernchef Oliver Blume in der Management-Information zitiert. "Allerdings verdienen wir heute nicht genügend Geld mit unseren Fahrzeugen, um unsere Zukunft nachhaltig zu finanzieren."

Blume hatte im März bei der Bilanzvorlage angekündigt, an einem neuen "Zielbild Volkswagen Konzern 2030" zu arbeiten. Denn, so Blume damals: Das Geschäftsmodell, "was uns über Jahrzehnte getragen hat", funktioniere nicht mehr - nicht bei VW, nicht in der Branche und auch nicht in Deutschland insgesamt. Dem wolle VW mit seinem neuen Zielbild begegnen. Dabei gehe es auch um Kosteneffizienz, so Blume damals: "Wir werden jeden Stein umdrehen. Das geht über alle Kostenarten."

In der Management-Information nannte Blume nun Eckpunkte des neuen Zielbildes: Das Produktportfolio solle vereinfacht und verschlankt werden, der Konzern sich auf weniger Plattformen und Technologien konzentrieren. Zugleich müsse der Konzern die Zuständigkeiten zwischen Konzern, Marken und Regionen klarer regeln und seine Ressourcen dort einsetzen, wo sie am meisten Mehrwert schaffen.

Porsche sieht "Herausforderungen als Chance"

Audi-Chef Gernot Döllner zeichnete der Mitteilung zufolge ein dramatisches Bild: "Es geht längst nicht mehr um ein einzelnes Modell oder um Marktanteile hier oder dort. Es geht um den Fortbestand der deutschen Automobilindustrie", wird er zitiert. "Wir stellen uns dieser Realität", so Döllner.

Porsche-Chef Michael Leiters bezeichnete "die aktuellen Herausforderungen als Chance". Porsche wolle zurück zu alter Stärke - "und das schaffen wir gemeinsam auch". Doch, so fügte er hinzu: "Das geht nicht über Nacht."

VW will Überkapazitäten abbauen

VW-Konzernchef Oliver Blume hatte erst vor wenigen Tagen im "Manager Magazin" angesichts des schwierigen Marktumfeldes angekündigt, weltweit Produktionskapazitäten abzubauen. Global solle sie noch einmal um eine Million Fahrzeuge sinken - "auf nachhaltig neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr". Das entspricht ziemlich genau dem aktuellen Absatz: Im vergangenen Jahr hatte der Konzern weltweit 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken ausgeliefert.

"Überkapazitäten sind für unser Unternehmen langfristig nicht tragfähig", hatte Blume gesagt. "Und in der heutigen Markt- und Wettbewerbssituation ist die Volumenplanung der Vergangenheit unrealistisch." Eine Entscheidung, ob dafür Werke geschlossen werden müssen, ist laut Blume noch nicht getroffen. Blume sagte auch: "Es gibt intelligentere Methoden, als gleich ein Werk zu schliessen."

Niedersachsen gegen Werksschliessungen

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hatte sich erst am Wochenende klar gegen mögliche Werkschliessungen ausgesprochen. Zwar müsse VW sich an die Marktlage anpassen, sagte der SPD-Politiker der "Welt am Sonntag". Das bedeute aber nicht, "dass man zwangsläufig Standorte in Europa schliesst".

Lies hatte zuvor bereits angeregt, den Bau von chinesischen Autos in den deutschen VW-Werken zu prüfen. Das Land Niedersachsen ist mit 20 Prozent der Stimmrechte am VW-Konzern beteiligt und hat dort ein Vetorecht gegen wichtige Beschlüsse. Lies gehört zudem dem Aufsichtsrat des Konzerns an.

Derzeit baut Volkswagen bei der Kernmarke und den Töchtern Audi und Porsche in Deutschland zusammengenommen 50.000 Jobs ab, um die Kosten zu senken, davon 35.000 bei der Kernmarke. Betriebsbedingte Kündigungen sind laut Vereinbarung mit der IG Metall bis 2030 ausgeschlossen, der Stellenabbau erfolgt vor allem über Altersteilzeit und Abfindungen.

VW ruft 39.000 Taos-SUVs in den USA wegen Brandrisikos zurück

Volkswagen ruft fast 39.000 Fahrzeuge des Modells Taos wegen eines möglichen Problems mit dem Kraftstofftank zurück. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA teilte mit, dass sich der Kraftstoffdrucksensor bei einem Auffahrunfall vom Kraftstofftank lösen oder abtrennen könnte. In einem solchen Fall könnte das Fahrzeug dann nach einem Überschlag Kraftstoff verlieren, wodurch das Brandrisiko steige. Der Rückruf betrifft die Crossover-SUVs vom Modell Taos, die zwischen 2025 und 2026 hergestellt wurden. Um das Problem zu beheben, werden die Händler laut NHTSA kostenlos eine Verlängerung des Kabelbaums für den Kraftstoffdrucksensor installieren.

Im XETRA-Handel steigt die VW-Aktie zeitweise 0,25 Prozent auf 87,36 Euro.

/ruc/DP/zb

FLENSBURG (awp international) / Dow Jones Newswires

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