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Deutsche Telekom Aktie 544230 / US2515661054

Zahlenwerk 13.05.2026 17:59:00

Deutsche Telekom-Aktie steigt: Leicht angehobene Prognose sorgt für Rückenwind

Deutsche Telekom-Aktie steigt: Leicht angehobene Prognose sorgt für Rückenwind

Die Deutsche Telekom hat ihren Wachstumskurs im ersten Quartal 2026 fortgesetzt und ihre Jahresprognose leicht angehoben.

Der DAX-Konzern plant für 2026 nun mit einem bereinigten EBITDA AL von rund 47,5 Milliarden Euro und mehr als 19,8 Milliarden Euro Free Cashflow AL. Zuvor hatte die Deutsche Telekom für dieses Jahr ein bereinigtes EBITDA AL von rund 47,4 (2025: 44,7) Milliarden Euro und einen Free Cashflow AL von rund 19,8 (19,3) Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die Prognose, die eine Weitergabe der entsprechenden Erhöhung bei der Tochter T-Mobile US darstellt, basiert auf konstanten Wechselkursen. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie plant die Telekom weiterhin mit rund 2,20 (2,00) Euro.

Für das Auftaktquartal wies der Bonner DAX-Konzern ein marginales Umsatzwachstum von 0,4 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro aus. Analysten hatten der Telekom im Mittel 29,7 Milliarden Euro Umsatz zugetraut. Organisch, also ohne den Einfluss von Wechselkursveränderungen und des Konsolidierungskreises, wuchs der Konzernumsatz um 4,7 Prozent. Die Service-Umsätze stiegen organisch um 4,6 Prozent auf 25,0 Milliarden Euro.

Das bereinigte EBITDA AL legte um 2,0 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro zu. Analysten hatten im Mittel 11,345 Milliarden Euro veranschlagt. Organisch wuchs das bereinigte EBITDA AL um 7,5 Prozent. Dass die berichteten Wachstumsraten geringer ausfallen als die organischen, ist vor allem dem im Jahresvergleich schwächeren US-Dollar geschuldet. Beim Free Cashflow AL stand ein Plus von 0,7 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zu Buche. Hier wurden im Konsens 4,717 Milliarden Euro geschätzt.

Auf ihrem Heimatmarkt ist die Telekom im ersten Quartal weiter gewachsen: Der Umsatz legte um 1,9 (organisch 2,1) Prozent auf 6,3 Milliarden Euro zu. Der Analystenkonsens hatte auf ein einprozentiges Wachstum gelautet.

Telekom-CEO sieht hohes Wachstumspotenzial im Rüstungsbereich

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom Tim Höttges hat weitere Kooperationen im Rüstungsbereich in Aussicht gestellt. Rüstung sei ein neues Geschäftsfeld, das die Telekom erschliessen wolle, und er sehe darin hohes Wachstumspotenzial, sagte der Konzernchef des Bonner DAX-Konzerns während der Pressekonferenz zu den Erstquartalszahlen. Er verwies darauf, dass die Telekom im vergangenen Jahr entschieden habe, konsequent in Rüstung und Verteidigung zu investieren.

Anfang der Woche hatte die Telekom angekündigt, gemeinsam mit Rheinmetall einen Abwehrschirm gegen Drohnen und Sabotage entwickeln und angesichts zunehmender Bedrohungen durch Sabotage oder Drohnenflüge Städte und kritische Infrastrukturen in Deutschland schützen zu wollen. Rheinmetall-CEO Armin Papperger bezeichnete die Bedrohung durch Drohnen bei der Ankündigung als "hochgradig digital". Deshalb brauche ihre Abwehr die Verbindung aus Sensorik, Effektoren und sicheren Kommunikationsnetzen. Rheinmetall und die Deutsche Telekom würden genau diese Fähigkeiten bündeln.

Details der Zusammenarbeit sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.

US-Tech-Riesen zur Kasse bitten? Telekom gibt Forderung auf

Im Ringen um eine finanzielle Beteiligung von US-Technologieriesen wie Google und Netflix an Netzkosten vollzieht die Deutsche Telekom einen Kurswechsel. "Ich möchte mit den grossen Konzernen natürlich meinen Frieden haben", sagte Telekom-Chef Tim Höttges in Bonn. Die EU erkenne zwar den Handlungsbedarf an, es gebe aber keine konkrete Regulierung und damit auch keine wirkliche Hilfestellung. "Bevor ich mich politisch verkämpfe, werde ich dann Partnerschaften suchen mit den grossen Partnern."

Höttges und andere Chefs grosser europäischer Telekommunikationskonzerne hatten in den vergangenen Jahren immer wieder darauf gedrängt, die US-Technologieriesen an Kosten zu beteiligen, schliesslich nutzten deren Datendienste die europäischen Netze und zahlten dafür keinen Cent. Sie wollten einen "Fair Share", also eine faire Beteiligung an den Kosten. Die US-Firmen wiederum argumentierten, dass die Nachfrage nach gutem Internet erst wegen ihrer Dienste so hoch sei und davon auch die Netzbetreiber profitierten.

In der deutschen und europäischen Politik stiessen die Netzbetreiber mit ihrer Haltung zwar auf Verständnis, EU und Bundesregierung wollten deswegen aber keinen Konfrontationskurs mit den USA. Diese Tatsache bringt Telekom-Chef Höttges nun zähneknirschend zu der Erkenntnis, dass seine "Fair Share"-Forderung keinen Erfolg haben wird.

"Die Deutsche Telekom hat eigentlich diese Fair-Share-Debatte aufgegeben", sagte der Manager. "Wir schaffen hier keinen Fortschritt und wir kriegen auch keine politische Unterstützung für das Thema. Deswegen suche ich momentan die Nähe zu den grossen Internetkonzernen in Amerika, dass wir hier zu einem partnerschaftlichen Austausch der Datenverkehre kommen." Man müsse dann sehen, wie man die entstehenden Kosten anderweitig kompensieren könne.

In einem langwierigen Rechtsstreit hatte die Deutsche Telekom im Februar vor Gericht durchgesetzt, dass der Facebook-Mutterkonzern Meta ihr rund 30 Millionen Euro für den Datentransport in einem bestimmten Zeitraum zahlen muss. Man habe den Prozess zwar gewonnen und erwarte jetzt die Zahlung, sagte Höttges. Er fügte hinzu, dass er nun aber seinen Frieden haben möchte.

Im XETRA-Handel zeigte sich die Aktie der Deutschen Telekom mit einem Gewinn von 1,23 Prozent bei 27,96Euro.

DJG/brb/cbr

Von Britta Becks

DOW JONES/(awp international)

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