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Tiefe Einschnitte 13.03.2019 06:59:37

Deutsche Grossbankenfusion würde zu Abbau von bis zu 30 000 Stellen bedeuten

Deutsche Grossbankenfusion würde zu Abbau von bis zu 30 000 Stellen bedeuten

Der Abbau von 20 000 bis 30 000 Arbeitsplätze wäre notwendig, um eine Fusion zum Erfolg zu führen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Beide Banken hatten zuletzt zusammen rund 140 000 Mitarbeiter.

Um diese Grössenordnung sei es bei den informellen Gesprächen über einen möglichen Zusammenschluss vor fast drei Jahren gegangen. Ein Abbau in dieser Höhe wäre jetzt ebenfalls notwendig, auch wenn beide Banken ihre Stellenzahl inzwischen leicht reduziert haben. Vertreter der beiden Institute wollten die Informationen nicht kommentieren, wie es in dem Bericht heisst.

Unter anderem wegen des möglicherweise deutlichen Stellenabbaus stossen bereits die bisher vagen Pläne beziehungsweise Spekulationen über eine Fusion auf massiven Widerstand der Gewerkschaften. Auf der anderen Seite sehen Experten den Stellenabbau als wichtige Voraussetzung für das Gelingen eines möglichen Zusammenschlusses.

Einem Bericht der "Financial Times" zufolge teilen diese Einschätzung auch einige Vertreter der Aufseher, die eine Fusion genehmigen müssten. Sie bezweifeln, dass der Deutschen Bank eine erfolgreiche Übernahme gelingen könnte. Dem grössten deutschen Geldhaus könnte es an der "rabiaten Brutalität" mangeln, die für eine erfolgreiche Übernahme notwendig sei.

Bei einem Zusammenschluss in dieser Grössenordnung müsse man rabiat vorgehen, um erfolgreich zu sein, sagte ein Topvertreter einer Aufsichtsbehörde der Zeitung. Aus Sicht der Aufseher sei es auf jeden Fall zu vermeiden, dass ein möglicher Zusammenschluss misslingt. "Dann hätten wir aufsichtsrechtliche Fragen, die wir unbedingt vermeiden wollen."

Ein möglicher Zusammenschluss könnte daher nur genehmigt werden, wenn die Pläne "glaubhaft und machbar sind", hiess es in dem FT-Bericht. Es gebe unter den Aufsehern Sorge, dass sie selbst bei einer gescheiterten Fusion ein grösseres Problem hätten als derzeit. Nach Bloomberg-Informationen hat die Deutsche Bank bereits informell Kontakt zu den Aufsehern aufgenommen, um in puncto Strategie und Kapitalausstattung nach einer möglichen Fusion vorzufühlen.

Ein möglicher Zusammenschluss der Deutschen Bank und der ine mögliche Übernahme der Commerzbank durch die Deutsche Bank könnte nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg bis zu 30 000 Stellen kosten. muss von der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der deutschen Behörde Bafin genehmigt werden. Weder die EZB noch die Bafin hätten den FT-Bericht kommentiert, hiess es.

Durch einen möglichen Zusammenschluss der beiden Banken würde gemessen an der Bilanzsumme von 1,9 Billionen Euro die zweitgrösste Bank der Eurozone entstehen. Derzeit haben beide Banken zusammen rund 140 000 Mitarbeiter - davon fast 80 000 in Deutschland. Der Grossteil der erhofften Einsparungen müsste daher im Inland realisiert werden.

Das sich seit Wochen und Monaten drehende Spekulationskarussell hatte in den vergangenen Tagen wieder an Fahrt aufgenommen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) bestätigte am Montag indirekt Gespräche zwischen den beiden Banken. "Es gibt Beratungen über die Situation, wie sie ist. Die Bundesregierung ist ein fairer Begleiter von privatwirtschaftlichen Diskussionen", sagte er am Montag am Rande des Treffens der Euro-Finanzminister in Brüssel.

Die "Welt am Sonntag" hatte am Wochenende berichtet, der Vorstand der Deutschen Bank habe beschlossen, Gespräche mit der Konkurrentin aufzunehmen. Es habe bereits "inoffizielle Kontakte in sehr kleiner Runde gegeben", die sich allerdings noch nicht in einem Stadium befänden, in dem sie mitteilungspflichtig seien. Sprecher beider Geldhäuser wollten den Bericht nicht kommentieren.

Spekulationen über einen Zusammenschluss der letzten beiden unabhängigen deutschen Grossbanken halten sich seit Monaten. Seit vergangenem Sommer werben Finanzminister Scholz und sein Staatssekretär Jörg Kukies, Ex-Deutschlandchef von Goldman Sachs, für stärkere deutsche Banken. Der Bund ist seit der Finanzkrise mit gut 15 Prozent grösster Einzelaktionär der Commerzbank.

Zinstief und Regulierungskosten machen der Branche zu schaffen, die Deutsche Bank musste sich in den vergangenen Jahren zudem mit teuren Altlasten herumschlagen. Nach drei Verlustjahren in Folge hat Deutschlands grösstes Geldhaus 2018 gerade erst die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Auch die Commerzbank sieht sich bei ihrem Konzernumbau noch nicht am Ziel.

LONDON (awp international)

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Bildquelle: Commerzbank AG,hans engbers / Shutterstock.com,D K Grove / Shutterstock.com,Julia Schwager/Commerzbank AG

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