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"Alles auf Prüfstand" 22.05.2019 20:33:00

Daimler hält an Ausblick fest und setzt auf Kostensenkungen

Daimler hält an Ausblick fest und setzt auf Kostensenkungen

"Alles steht auf dem Prüfstand: fixe und variable Kosten, Sach- und Personalkosten, Investitionsvorhaben, die Wertschöpfungstiefe und die Produktpalette", sagte der scheidende Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche laut Mitteilung. Ziel sei es, wie geplant im Geschäft mit Premiumautos den Margenkorridor von 8 bis 10 Prozent bis 2021 wieder zu erreichen.

Im laufenden Geschäftsjahr sollen Verkäufe und Umsatz leicht zulegen. Auch beim operativen Ergebnis (EBIT) rechnet der Konzern mit einem leichten Zuwachs. Nach dem Gewinneinbruch im ersten Quartal setzen die Stuttgarter wie viele Wettbewerber auf eine Erholung der Nachfrage und ein starkes zweites Halbjahr.

"Unser Start in 2019 ist verhalten ausgefallen. Das hatten wir erwartet, aber das macht es nicht besser", sagte Zetsche. "Insbesondere mit dem aktuellen Profitabilitätsniveau können und wollen wir nicht zufrieden sein." Im ersten Quartal sank die Marge im Geschäft mit Premiumfahrzeugen auf 6,1 Prozent von 9,0 Prozent im Vorjahr.

Zusätzlich zu dem schwierigen Umfeld spüre Daimler finanziell den kostspieligen Umbau des Konzerns. In den vergangenen fünf Jahren seien die Investitionen um mehr als 50 Prozent gestiegen, bei Mercedes-Benz Cars hätten sich die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sogar nahezu verdoppelt. Die Kosten für neue Technologien im Auto müssten begrenzt werden.

Mit der Hauptversammlung an diesem Mittwoch übergibt Zetsche sein Amt an Ola Källenius. Auf den Schweden, der bisher die Konzernforschung verantwortete, kommen schwierige Aufgaben zu. Källenius muss beim Sparprogramm den Schulterschluss mit dem Betriebsrat suchen, zudem muss er den Umbruch von traditionellen Verbrennern zu alternativen Antrieben forcieren. Hinzu kommt, dass Erzrivale BMW mit einer neuen Modellpalette angreift und Daimler die Krone im Premiumsegment abnehmen will.

Daimler-Aktionäre kritisieren teuren Umbau und geringe Marge

Daimler-Chef Dieter Zetsche erhält während der Hauptversammlung viel Lob für seine insgesamt erfolgreiche Bilanz, Investoren kritisieren aber auch die zuletzt schwache Entwicklung der Rendite und Aktie. "Sie haben das ramponierte Image des Sterns wieder auf Hochglanz poliert und mit der Kernmarke Mercedes-Benz die Krone im Premiumsegment zurückerobert", sagte Analyst Janne Werning von Union Investment. "Aus Aktionärssicht können wir heute dennoch nur eine gemischte Bilanz der Ära Zetsche ziehen."

Der Stuttgarter Konzern habe es nie wirklich geschafft, aus Premiumpreisen auch Premiummargen zu generieren. "So schnell das Geld reinkam, so schnell wurde es wieder ausgegeben", so Werning laut Redetext. "Daimler hat ein chronisches Effizienzproblem, das Herr Zetsche nie wirklich angepackt hat", kritisierte der Analyst. Zum Ende seiner Amtszeit müsse zudem die Dividende gekürzt und ein milliardenschweres Effizienzprogramm aufgelegt werden. "Sie hinterlassen Ihrem Nachfolger kein wohlbestelltes Haus, sondern eine Grossbaustelle", bemängelt Werning.

Der Umbau zur Holdingsstruktur, der bis zu 700 Millionen Euro koste, sei zwar richtig. Allerdings werde das Lkw-Geschäft auch dieses Jahr nicht an die Börse gebracht, so der Analyst. Hendrik Schmidt von der Investmentgesellschaft DWS fragte hier, wie Daimler konkret mit einem Truck-Börsengang Wert für die Aktionäre schaffen wolle.

Daimler hat sich bisher nicht konkret dazu geäussert, wann der Gang aufs Parkett kommen könnte. Zetsche bekräftigte während der Aktionärsversammlung grundsätzlich, dass man sich von keinem Geschäftsfeld trennen werde.

Analyst Schmidt ist unterdessen der massive Gewinnrückgang des vergangenen Jahres ein Dorn im Auge. Die Gründe dafür seien zwar vielfältig und teils durch externe Faktoren bedingt, "teils aber auch hausgemacht", so Schmidt laut Redetext.

Zetsche gestand vor den Anlegern ein, dass er mit den jüngsten Quartalsergebnissen und dem Aktienkurs nicht zufrieden sei. Auch der Start in das neue Jahr sei verhalten gewesen. "Insbesondere mit dem aktuellen Profitabilitätsniveau können und wollen wir nicht zufrieden sein", sagte Zetsche den Aktionären. Daimler will nun wie viele Konkurrenten die Kosten senken, um das Margenniveau zu steigern. Ola Källenius, der mit der Hauptversammlung den CEO-Posten übernimmt, muss das Sparprogramm in den nächsten Monaten auf den Weg bringen. Zudem übernimmt bei der Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin ein neuer Mann die Führung des Konzerns: Ola Källenius, bisher Entwicklungschef, löst den langjährigen Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche ab. Erst einmal aber hatten die Aktionäre das Wort, bevor das "Projekt Zukunft" endgültig seinen Lauf nehmen kann. Sie haben der von Vorstand und Aufsichtsrat bereits beschlossenen Aufteilung des Konzerns in drei rechtlich eigenständige Einheiten unter dem Dach der Daimler AG am Abend zugestimmt.

FRANKFURT (Dow Jones)

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Bildquelle: Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com,Vladi333 / Shutterstock.com

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