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AMD Aktie 903491 / US0079031078

Marktanteile im Fokus 30.08.2026 16:51:00

Chip-Giganten im Check: Darum setzt die Börse vor dem Herbst eher auf AMD als auf Intel

Chip-Giganten im Check: Darum setzt die Börse vor dem Herbst eher auf AMD als auf Intel

Während AMD im Servergeschäft historische Bestwerte meldet, kämpft Intel mit Stellenabbau und einer geplanten milliardenschweren Kapitalerhöhung um die Zukunft.

  • Data-Center-Umsatz von AMD hat sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt
  • Intel dominiert den CPU-Markt zwar weiter, verliert aber kontinuierlich Boden
  • Analysten sehen bei AMD deutlich mehr Kurspotenzial als bei Intel

AMD baut seine Position im Data-Center- und KI-Geschäft weiter aus und nimmt Intel dabei Marktanteile ab, sowohl im Server- als auch im Client-Segment. Intel wächst zwar ebenfalls kräftig, muss aber gleichzeitig weiter Stellen abbauen und frisches Kapital für den Foundry-Ausbau beschaffen. Das Duell der beiden Chip-Riesen prägt damit den Blick auf den Halbleitersektor im Vorfeld des Börsenherbstes.

Quartalszahlen im Vergleich: AMD mit Rekordumsatz, Intel verzeichnet stärkstes Umsatzwachstum seit mehr als 15 Jahren

Beide Chipwerte gewährten vor Kurzem einen Blick in die Geschäftsbücher zum zweiten Quartal 2026. Obwohl AMD sowie Intel im Data-Center-Segment gewachsen sind, werden die Zahlenvorlage unterschiedlich beäugt.

So vermeldete AMD am 4. August einen Konzernumsatz von 11,5 Milliarden US-Dollar und eine Bruttomarge von 54 Prozent. Das verwässerte Ergebnis je Aktie lag bei 1,38 US-Dollar. Haupttreiber war jedoch das Data-Center-Segment, das 58 Prozent des Konzernumsatzes ausmachte und dessen Erlöse sich laut AMD-Chairwoman und -CEO Lisa Su im Jahresvergleich mehr als verdoppelten. AMD-Finanzchefin Jean Hu stellte für die zweite Jahreshälfte 2026 eine weitere Beschleunigung der Data-Center-Umsätze in Aussicht.

Intel legte seine Zahlen für das zweite Quartal bereits am 23. Juli vor. Hier stand ein Quartalsumsatz von 16,1 Milliarden US-Dollar - und damit das laut CEO Lip-Bu Tan stärkste Umsatzwachstum seit mehr als 15 Jahren - zu Buche. Das Segment "Data Center and AI" legte um 59 Prozent auf 6,3 Milliarden US-Dollar zu. Unter dem Strich stand dennoch ein GAAP-Verlust je Aktie von 2,16 US-Dollar, der laut Zahlenwerk vor allem auf Bewertungseffekte im Zusammenhang mit an die US-Regierung verpfändeten Aktien aus dem CHIPS-Act-Programm zurückgeht. Für das dritte Quartal 2026 rechnet Intel mit einem Umsatz zwischen 15,8 und 16,8 Milliarden US-Dollar.

Intel kämpft mit Stellenabbau und Finanzierung des Foundry-Geschäfts

Trotz des Wachstums baut Intel in der Data-Center-und-KI-Sparte weiter Stellen ab, wie Ende Juli bekannt wurde. Laut Trendforce ist die weltweite Belegschaft binnen vier Jahren um über 40 Prozent gesunken, von knapp 132'000 Beschäftigten im Jahr 2022 auf rund 81'000 Ende Juli 2026. Nach eigenen Angaben beschäftigte Intel 77'600 Mitarbeiter ohne Mobileye und weitere Tochtergesellschaften, ein Jahr zuvor waren es noch 96'400, ein Rückgang, der den Kontrast zum expandierenden Data-Center-Geschäft von AMD verdeutlicht. Parallel dazu bewertete UBS-Analyst Timothy Arcuri am 12. August eine geplante Kapitalerhöhung über 20 Milliarden US-Dollar als notwendige Überbrückung für die Jahre 2027 und 2028, um den Ausbau des Foundry-Geschäfts zu finanzieren.

AMD holt bei Marktanteilen auf

Unabhängig von den Quartalszahlen beider Unternehmen bestätigte Mercury Research laut Hothardware, dass AMD beim gesamten x86-CPU-Marktanteil auf 34,1 Prozent kletterte - ein Plus von 4,7 Prozentpunkten im Jahresvergleich. Im Servermarkt stieg der AMD-Anteil auf 34,5 Prozent, nach Umsatz gerechnet und ausschliesslich auf Basis von Xeon SP gegen EPYC läge er laut Mercury-Research-Präsident Dean McCarron sogar bei bis zu 46,4 Prozent. Im Client-Segment überschritt AMD mit 30,3 Prozent erstmals in der Firmengeschichte die 30-Prozent-Marke.

Dem Bericht von Hothardware ist zudem zu entnehmen, dass Intel in Sachen Marktanteile nachgibt. Sowohl im Servermarkt, als auch beim Client-Segment hat Intel Marktanteile zwischen 0,6 und 1,3 Prozentpunkte verloren. Nichtsdestotrotz dominiert Intel diesen Vergleich mit Anteilen von 65,5 Prozent im Servermarkt und 69,7 Prozent im Client-Segment.

Analysten trauen AMD-Aktie mehr zu

Das Analystenbild fällt für beide Aktien unterschiedlich aus. Für AMD liegt das durchschnittliche Kursziel aus neun Analysen bei 585,62 US-Dollar, sieben Häuser stufen die Aktie als Kauf ein, zwei mit Halten, keines mit Verkaufen. UBS-Analyst Arcuri bestätigte am 5. August die Einstufung "Buy" mit einem Kursziel von 730 US-Dollar und verwies darauf, dass sich die Wettbewerbsposition von AMD in Märkten mit raschem Wandel gestärkt habe. Jefferies hob das Kursziel am selben Tag von 640 auf 650 US-Dollar an, Bernstein Research sieht das Papier bei "Outperform" mit 650 US-Dollar.

Für Intel liegt der Analystenkonsens laut Kurszielseite bei 86,86 US-Dollar aus acht Analysen, keine Kaufempfehlung steht sieben Halten- und einer Verkaufen-Einstufung gegenüber. Jefferies stufte Intel am Ende Juli mit "Hold" und einem Kursziel von 120 US-Dollar ein, JPMorgan vergab "Underweight" mit 85 US-Dollar. Laut Schätzungen von "The Motley Fool" soll das Intel-Ergebnis je Aktie dieses Jahr um 264 Prozent zulegen, für AMD wird ein Anstieg von 79 Prozent erwartet.

Ob AMD das angekündigte Tempo im Data-Center-Geschäft für die zweite Jahreshälfte dieses Jahres hält und wie sich die geplante Kapitalerhöhung bei Intel auf den Foundry-Ausbau auswirkt, dürfte sich in den kommenden Quartalsberichten beider Unternehmen zeigen.

Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.ch

Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.

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