Ford Motor Aktie 1106820 / US3453708600
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12.02.2026 22:46:00
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BYD zieht im globalen Absatzranking an Ford vorbei - doch die Aktienkurse sprechen eine andere Sprache
Der US-Traditionsautobauer Ford hat in dieser Woche seine Bücher geöffnet. Die Zahlen machten vor allem deutlich, wie stark die Konkurrenz inzwischen das Ruder übernommen hat.
• Ford schreibt Verlustjahr trotz Umsatzrekord, plant strategischen Turnaround
• Unterschiedlicher Technologiefokus: Ford setzt auf Hybride, BYD auf EV/NEV
Die jüngsten Quartalszahlen von Ford markieren einen historischen Wendepunkt in der Automobilindustrie. Während der US-Traditionshersteller mit den massiven Kosten seiner Elektro-Transformation kämpft, ist der chinesische Gigant BYD erstmals an Ford vorbeigezogen.
Ford trotz Milliardenverlust mit optimistischem Ausblick
Die Bilanz für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 fiel bei Ford durchwachsen aus. Trotz eines Rekordumsatzes von 187,3 Milliarden US-Dollar im Gesamtjahr verbuchte der Konzern aufgrund hoher Abschreibungen und strategischer Neuausrichtungen einen Nettoverlust von 8,2 Milliarden US-Dollar. Allein auf die Elektro-Sparte "Model e" entfielen im Jahr 2025 Verluste in Milliardenhöhe.
Dennoch reagierte der Aktienmarkt positiv: Ford lieferte für 2026 eine Prognose, die ein bereinigtes EBIT zwischen 8 und 10 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten freien Cashflow von 5 bis 6 Milliarden US-Dollar vorsieht. Anleger setzten darauf, dass die Neuausrichtung weg von rein elektrischen Modellen hin zu Hybriden Früchte trägt. CEO Jim Farley betonte, dass man die Produktpalette nun stärker an der tatsächlichen Kundennachfrage ausrichte.
BYD übernimmt das Zepter beim globalen Absatz
Denn im weltweiten Absatzranking hat Ford einen Platz eingebüsst - wohl einer der Gründe für die Kehrtwende des Unternehmens. Mit rund 4,6 Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2025 überholte BYD den US-Rivalen, der auf knapp 4,4 Millionen Einheiten kam. Damit steht BYD nun auf Rang 6 der globalen Verkaufsliste, direkt vor Ford auf Rang 7.
Besonders in China und Europa verliert Ford massiv an Boden gegenüber den technologisch versierten und preislich aggressiven Modellen von BYD. Während Ford in den USA weiterhin eine starke Marktmacht besitzt, spielt das Unternehmen in China in Sachen Marktanteil kaum noch eine Rolle. BYD hingegen expandiert aggressiv in Märkte wie Brasilien und Europa und zielt für 2026 auf einen Export von 1,3 Millionen Fahrzeugen ab.
Strategische Divergenz: Hybride vs. vollelektrisch
Die beiden Unternehmen verfolgen für 2026 gegensätzliche Ansätze: Ford reduziert seine Ambitionen bei reinen Elektroautos (EVs) und investiert massiv in Hybrid-Technologien, die aktuell deutlich profitabler sind. Die Verluste in der Sparte "Model e" sollen 2026 bei etwa 4 bis 4,5 Milliarden US-Dollar liegen.
BYD setzt weiterhin auf seine Dominanz bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden. Trotz eines schwächeren Starts in das Jahr 2026 und dem Wegfall von Subventionen in China bleibt BYD der Taktgeber bei der Kosteneffizienz und der vertikalen Integration der Lieferkette - insbesondere bei Batterien.
Fazit für Anleger
Das Duell zwischen Detroit und Shenzhen ist mehr als ein reiner Wettlauf um Verkaufszahlen, es ist ein Kampf der Systeme. Ford punktet derzeit mit seinem starken Nutzfahrzeuggeschäft und einer hohen Dividendenrendite, während BYD durch Wachstum und technologische Überlegenheit besticht.
Welche Strategie am Ende die Nase vorn haben wird, bleibt abzuwarten. An der Börse steht ein Zwischensieger bereits fest: Während die Ford-Aktie auf Sicht der letzten zwölf Monate rund 48 Prozent an Kursgewinnen verzeichnete, haben BYD-Anleger ein Minus von rund 16 Prozent in ihren Depots.
Am Donnerstag schloss die Aktie von BYD in Hongkong mit einem Abschlag von 0,61 Prozent bei 98,55 HKD. Die Ford-Aktie zeigte sich an der NYSE 1,08 höher zum Vortag bei 14,00 US-Dollar.
Redaktion finanzen.ch
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