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| Europäische Produktion |
20.05.2026 16:11:00
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BYD-Aktie tiefer: Autoriese prüft offenbar europäische Werke und blickt auf Maserati
Der chinesische Elektroautoriese BYD verhandelt offenbar über die Übernahme nicht ausgelasteter Werke von Wettbewerbern in Europa und zeigt Interesse an Traditionsmarken wie Maserati.
• BYD bei Fertigung nicht an Joint Ventures interessiert
• Offenbar auch Interesse an Marken wie Maserati
Der chinesische Elektroautoriese BYD spricht mit Stellantis sowie weiteren europäischen Herstellern über die Nutzung oder Übernahme europäischer Werke, die nicht ausgelastet sind. Das sagte BYD-Vizepräsidentin Stella Li kürzlich im Rahmen der "Future of the Car"-Konferenz in London. "Wir halten Ausschau nach allen verfügbaren Werken in Europa, da wir diese Art von Kapazitätsreserven nutzen möchten", sagte sie laut "Elektroauto News".
BYD strebe dabei kein Joint Venture an, sondern wolle die Fabriken lieber selbst betreiben. "Es ist sehr schwierig, Partnerschaften einzugehen und eine andere Person um Erlaubnis zu bitten. Wir ziehen es vor, alles in Eigenregie zu führen. Wir arbeiten mit jedem Autohersteller zusammen - sei es, um ihm die Batterie zu verkaufen oder um bei verschiedenen Aspekten mit ihm zu kooperieren ... jedoch nicht bei der Fertigung", wird Li von "Reuters" zitiert.
BYD nutzt Krise der europäischen Werke
Die Gespräche fallen in eine Phase tiefgreifender struktureller Probleme der europäischen Automobilindustrie. Zahlreiche Werke arbeiten unterhalb ihrer wirtschaftlich sinnvollen Auslastung. Vor allem Stellantis besitzt dabei ein weit verzweigtes Netz von Fabriken mit teilweise sinkender Auslastung. Italienische Werke wie in Mirafiori oder Cassino gelten seit längerem als Sorgenkinder. Gleichzeitig kämpfen viele europäische Hersteller mit hohen Energiekosten, steigenden Löhnen und einer sich abschwächenden Nachfrage.
Die wirtschaftliche Logik hinter den Gesprächen ist daher eindeutig: Den europäischen Herstellern könnte chinesisches Kapital helfen, Fabriken und Arbeitsplätze zu sichern. Für BYD wiederum bieten bestehende Werke einen schnellen Zugang zum europäischen Markt - inklusive lokaler Produktion, politischer Akzeptanz und möglicher Umgehung von EU-Zöllen auf chinesische Elektroautos.
Warum BYD Europa braucht
Der chinesische Konzern befindet sich längst nicht mehr nur im Exportmodus. BYD verfolgt inzwischen eine globale Industriepolitik. Das Unternehmen baut Produktionskapazitäten in Thailand, Brasilien, Ungarn und der Türkei auf und versucht gleichzeitig, seine Position in Europa dauerhaft zu verankern.
Die Europäische Union untersucht hingegen seit geraumer Zeit staatliche Subventionen chinesischer Elektroautohersteller und hat zusätzliche Importzölle angekündigt. Für Unternehmen wie BYD wächst damit der Druck, Fahrzeuge direkt in Europa zu fertigen. Eine lokale Produktion würde dabei nicht nur Handelsrisiken reduzieren, sondern dürfte auch die Wahrnehmung bei Politik und Verbrauchern verbessern.
Maserati als Symbolfall
Besondere Aufmerksamkeit erregten zudem auch Aussagen von BYD-Vizepräsidentin Li zu einem möglichen Interesse des Elektroautoriesen an Maserati. Laut "Ecomento" bezeichnete Li die italienische Luxusmarke als "sehr interessant", betonte jedoch zugleich, dass bislang keine konkreten Schritte in Richtung einer Übernahme der Traditionsmarke, die ebenfalls zu Stellantis gehört, unternommen worden seien.
Maserati kämpft seit Jahren mit schwankenden Verkaufszahlen, hohen Entwicklungskosten und einer unklaren Positionierung zwischen Sportwagenherstellern und Luxusmarken. Für BYD wäre Maserati jedoch strategisch durchaus interessant. Die Marke verfügt über globale Bekanntheit, italienisches Designprestige und ein etabliertes Händlernetz. Ein Einstieg könnte BYD helfen, sich schneller im Premiumsegment westlicher Märkte zu etablieren - ähnlich wie Tata Motors mit Jaguar Land Rover.
Entwicklung der BYD-Aktie im Blick
An der Börse in Hongkong können die Europa-Pläne von BYD die Aktie nicht stützen: Das Papier verliert am Mittwoch zeitweise 3,14 Prozent auf 90,95 HKD. Die BYD-Aktie befindet sich nun bereits seit mehreren Monaten in einer Abwärtsbewegung und hat innerhalb eines Jahres rund 38,6 Prozent an Wert eingebüsst. Dabei lastete vor allem eine Kombination aus Preiskrieg, schwächerem Wachstum und sinkendem Anlegervertrauen im chinesischen EV-Sektor auf dem Unternehmenspapier.
Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.ch
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