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Berkshire Hathaway Aktie 10926529 / US0846707026

Warnsignal? 28.07.2026 12:22:00

Buffett-Indikator auf Allzeithoch: Wie stark sind US-Aktien aktuell überbewertet?

Buffett-Indikator auf Allzeithoch: Wie stark sind US-Aktien aktuell überbewertet?

Der Buffett-Indikator erreicht ein neues Rekordhoch. Müssen Anleger jetzt mit einer grösseren Korrektur am US-Aktienmarkt rechnen?

  • Buffett-Indikator klettert auf ein Rekordhoch von rund 236 Prozent
  • Auch das Shiller-KGV des S&P 500 liegt nahe am Rekord aus der Dotcom-Ära
  • NASDAQ Composite verliert bereits die dritte Woche in Folge an Wert

Der Buffett-Indikator, Warren Buffetts bevorzugte Kennzahl zur Einschätzung des Gesamtmarktes, notiert so hoch wie nie zuvor und schürt neue Sorgen vor einer Überbewertung an der Wall Street. Wie The Motley Fool berichtete, liegt das Verhältnis aus dem Gesamtwert der US-Aktien zum Bruttoinlandsprodukt derzeit bei gut 236 Prozent, dem höchsten je gemessenen Stand. Parallel dazu kommt die Erholung ins Stocken: Der S&P 500 gibt seit Anfang Juli knapp ein Prozent ab, während der NASDAQ Composite bereits die dritte Woche in Folge Verluste verzeichnet. Für Anleger, die sich gerade noch am besten Quartal seit Jahren erfreuen konnten, ist das ein deutlicher Stimmungswechsel, befeuert durch steigende Ölpreise und Sorgen um die hohen Investitionen der Technologiebranche in künstliche Intelligenz.

Anleger "spielen mit dem Feuer", warnt Buffett-Kennzahl

Der Buffett-Indikator geht auf die Zeit vor dem Platzen der Dotcom-Blase zurück, als Buffett, langjähriger CEO der Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway, einen bevorstehenden Markteinbruch richtig vorhersah. Die Kennzahl setzt den Gesamtwert aller US-Aktien ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung. Ein hoher Wert deutet auf eine teure Börse hin, ein niedriger auf eine günstige. "Fällt dieses prozentuale Verhältnis in den Bereich von 70 bis 80 Prozent, dürfte sich der Kauf von Aktien für Sie sehr gut auszahlen. Nähert sich das Verhältnis dagegen 200 Prozent - wie es 1999 und während eines Teils des Jahres 2000 der Fall war -, dann spielen Sie mit dem Feuer.", erklärte Buffett im Interview mit dem Magazin Fortune aus dem Jahr 2001. Mit aktuell mehr als 236 Prozent liegt der Indikator damit weit jenseits jener Schwelle, bei der Buffett einst zur Vorsicht riet.

Auch das Shiller-KGV des S&P 500 nähert sich Rekordniveau

Der Buffett-Indikator ist nach Angaben von The Motley Fool nicht das einzige Warnsignal. Auch das Shiller-KGV des S&P 500, das die inflationsbereinigten Gewinne der vergangenen zehn Jahre misst, zeigt eine ungewöhnlich teure Bewertung. Historisch schnellte die Kennzahl laut dem Bericht nur zweimal deutlich nach oben: vor der Weltwirtschaftskrise, als sie die Marke von 30 überschritt, und in den späten 1990er-Jahren, als sie im Vorfeld des Platzens der Dotcom-Blase ein Allzeithoch von 44 erreichte. Aktuell liegt das Shiller-KGV bei gut 41 und damit auf dem zweithöchsten je gemessenen Niveau. The Motley Fool betont zugleich, dass eine hohe Bewertung allein noch keinen unmittelbaren Crash bedeutet, da die Bewertungsniveaus über die vergangenen zwei Jahrzehnte insgesamt gestiegen seien und ein hoher Wert nicht automatisch eine überteuerte Einzelaktie bedeute.

Dotcom-Crash als historische Warnung für den Aktienmarkt

Die Geschichte zeigt, wie schmerzhaft überbewertete Börsenphasen enden können. Während der Dotcom-Ära schossen Hunderte Internetfirmen zunächst kräftig nach oben, nur um beim Platzen der Blase abzustürzen. Besonders hart traf es den NASDAQ Composite, der zwischen 2000 und 2002 rund 80 Prozent seines Wertes einbüsste. Dennoch habe es damals genügend gesunde Technologiewerte gegeben, die den Index in den Folgejahren auf neue Höchststände trugen, so The Motley Fool. Angesichts der aktuell hohen Konzentration des Marktes auf Technologie- und KI-Werte könnte die Auswahl der richtigen Aktien nach Einschätzung von The Motley Fool entscheidend dafür sein, wie stark ein Depot von einer möglichen Korrektur betroffen wäre.

Was Anleger aus der Geschichte lernen können

Ob und wann der nächste Marktabschwung beginnt, lässt sich nicht vorhersagen, ebenso wenig wie seine Schwere. The Motley Fool rät dazu, verstärkt auf Substanz zu achten, denn nicht jede hoch bewertete Aktie sei automatisch überteuert, während umgekehrt gerade Titel mit schwachen Fundamentaldaten im Ernstfall am stärksten unter Druck geraten könnten. Für Anleger bleibt der Buffett-Indikator damit vor allem ein Kompass: Ein Blick auf die kommenden Wochen zeigt, ob sich die Bewertungsschere zwischen Kursen und Wirtschaftsleistung weiter öffnet oder ob die jüngste Schwäche bei S&P 500 und NASDAQ Composite bereits der Beginn einer Beruhigung ist.

Bettina Schneider, Redaktion finanzen.ch

Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.

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