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US-Pharmariese vor Gericht 05.01.2019 19:09:00

Bristol-Myers Squibb muss sich wegen Menschenversuchen verantworten

Bristol-Myers Squibb muss sich wegen Menschenversuchen verantworten

Das entschied US-Bundesrichter Theodore Chuang, indem er die Forderung der Verteidigung auf Einstellung des Verfahrens zurückwies.

Im zentralamerikanischen Land waren damals hunderte Menschen absichtlich mit der Geschlechtskrankheit Syphilis infiziert worden. Ziel dieser Menschenversuche, an denen Bristol-Myers Squibb beteiligt gewesen sein soll, war es herauszufinden, ob Penicillin gegen sexuell übertragbare Krankheiten wirkt.

Im Jahr 2015 hatten 774 Opfer und Opferangehörige Klage eingereicht. Sie versichern, die Versuche seien ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung erfolgt. Nach Angaben von Richter Chuang fordern die Kläger eine Milliarde Dollar Entschädigung.

Die Menschenversuche waren 2010 von der Professorin Susan Reverby vom Wellesley College in den USA aufgedeckt worden. Sie war auf Notizen von John Charles Cutler gestossen, einem 2003 gestorbenen Spezialisten für Geschlechtskrankheiten.

Cutler hatte die Versuchsreihe geleitet. Er und seine Kollegen aus der Forschung nahmen die Tests in Guatemala an Soldaten, psychisch Kranken, Prostituierten und verurteilten Straftätern vor.

Der frühere US-Präsident Barack Obama hatte sich 2010 für die Experimente entschuldigt. Seine damalige Aussenministerin Hillary Clinton bezeichnete die Versuche als "unethisch" und "verwerflich".

Washington (awp/sda/afp)

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Bildquelle: John Greim/LightRocket via Getty Images