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Geändert am: 15.10.2019 22:03:29

US-Börsen mit Gewinnen -- SMI geht deutlich fester aus dem Handel -- DAX schliesst klar im Plus -- Asiens Börsen verabschieden sich uneinheitlich

SCHWEIZ

Anleger am Schweizer Aktienmarkt wagten sich am Dienstagnachmittag doch noch aus der Deckung.

Der Leitindex SMI eröffnete höher und stand auch anschliessend im Plus, bevor er gegen Mittag an die Nulllinie zurückfiel. Im späten Handel ging es dann aber doch wieder steil bergauf - und zwar um 0,85 Prozent auf 10'048,75 Punkte.

Auch die Nebenwerteindizes SLI und SPI kletterten am Nachmittag wieder kräftig. Während der SLI 1,10 Prozent stärker bei 1'540,45 Zählern aus dem Handel ging, verabschiedete sich der SPI 0,68 Prozent höher bei 12'200,47 Einheiten in den Feierabend.

Der schweizerische Aktienmarkt hat am Dienstag die Verluste vom Wochenstart mehr als nur wieder aufgeholt. Auftrieb erhielten die Kurse im späten Handel von neuen Hoffnungen auf eine baldige Lösung im Brexit-Streit. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte gemeldet, dass sich Grossbritannien und die EU einem Abkommen annäherten. Auch mit Blick auf die Handelsgespräche USA-China hätten die Anleger die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, hiess es aus dem Handel.

In den kommenden Tagen gilt die Aufmerksamkeit dann vermehrt der auch hierzulande anziehenden Berichtssaison.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Leitindex zeigte sich am Dienstag von seiner starken Seite.

Der DAX startete stärker und lag auch im weiteren Handelsverlauf klar in der Gewinnzone. So beendete er den Tag letztendlich mit einem Aufschlag von 1,15 Prozent auf 12'629,79 Punkte.

"Die Anleger bleiben trotz der jüngsten Aussagen Chinas optimistisch, was den Ausgang der Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit den USA angeht", erklärte Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader. Zwar wolle Peking vor Unterzeichnung eines Teilabkommens noch Gespräche führen, immerhin seien kurzfristig aber keine weiteren Strafzölle und eine Eskalation des Konflikts zu befürchten. "Das allein genügt derzeit, um die Anleger in Kauflaune zu halten", so Cutkovic.

Zudem trübten sich die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten im Oktober weniger als befürchtet ein. Dennoch zog Analyst Thomas Altmann von QC Partners ein kritisches Fazit: "Der ZEW-Index zeigt einmal mehr: Deutschland steckt in einer tiefen Krise. Das 9-Jahres-Tief der aktuellen Lageeinschätzung lässt sich nicht als negativer Ausrutscher abtun. Damit ist die Lageeinschätzung deutlich negativer als vor der Rezession der Jahre 2012 und 2013."

Aus Unternehmenssicht standen die Aktien von Wirecard nach einer weiteren Hiobsbotschaft im Mittelpunkt des Interesses. Zudem richtete sich der Fokus zunehmend auf Geschäftszahlen von Unternehmen, die von HelloFresh und Klöckner & Co mit höchst unterschiedlicher Tendenz geliefert wurden.

WALL STREET

Die Wall Street steht am Dienstag einmal wieder ganz im Zeichen der Bilanzsaison.

Der Dow Jones baute seine Gewinne im Handelsverlauf auf und ging mit einem Plus von 0,89 Prozent bei 27'024,66 Punkten aus dem Handel. Auch der NASDAQ Composite fuhr am Dienstag Gewinne ein und verabschiedete sich 1,24 Prozent fester bei 8'148,71 Indexpunkten.

Nachdem in den vergangenen Tagen vor allem die Entwicklungen im US-chinesischen Handelsstreit den Takt für die Wall Street vorgegeben hatten, rückte am Dienstag die Berichtssaison in den Fokus.

Den Auftakt zum neuen Bilanzreigen machten bereits vor dem Börsenstart die grossen US-Banken Goldman Sachs, Wells Fargo, Citigroup und JPMorgan. Bei JPMorgan sei von einer Zurückhaltung der Kunden nichts zu spüren, kommentierte Neil Wilson von Markets.com. Die Bank konnte mit einem überraschend starken Quartal punkten, hier sorgten vor allem brummende Geschäfte mit Anleihen für Schwung. Rückläufige Erträge im Investmentbanking brockten dagegen Konkurrent Goldman Sachs einen Gewinnrückgang ein. Die Citigroup hat im dritten Quartal von einer niedrigeren Steuerlast und leicht höheren Erträgen profitiert. Wells Fargo hat im dritten Quartal dagegen bei etwas höheren Einnahmen unerwartet weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Eine Rückstellung in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar für weitere Rechtskosten im Skandal um die Eröffnung fingierter Konten belastete die Bilanz. Gut kamen bei den Anlegern dagegen auch die Aussagen des Pharmakonzerns Johnson & Johnson und des Krankenversicherers UnitedHealth an. Beide Unternehmen setzten nach einem starken Quartal die Messlatte für das Gesamtjahr höher. Am Mittwoch wird dann die Bank of America ihre Quartalszahlen veröffentlichen, als Abschluss folgt am Donnerstag Morgan Stanley.

Allerdings könnten Schlagzeilen rund um den Handelsstreit jederzeit für Bewegung an den Märkten sorgen, so ein Beobachter.

ASIEN

In Asien schlugen die Börsen am Dienstag unterschiedliche Richtungen ein.

In Japan schloss der Nikkei 1,00 Prozent stärker bei 22'207,21 Zähler. Etwas Rückenwind für die japanischen Aktien kam vom Yen.

Dagegen wiesen die Börsen in China rote Vorzeichen aus. Der Shanghai Composite verlor bis Handelsende auf dem chinesischen Festland 0,56 Prozent auf 2'991,05 Zähler, während der Hang Seng in Hongkong um 0,07 Prozent abgab auf 26'503,93 Punkte.

In Tokio wurden nach der Feiertagspause am Montag die Fortschritte in den US-chinesischen Handelsgesprächen in Kursgewinne umgemünzt, an den meisten anderen Plätzen der Region wurden die kräftigen Gewinne vom Wochenstart verdaut, was sich in wenig veränderten Indizes niederschlug.

Obwohl aus Peking am Vortag zu hören war, dass es noch weiterer Verhandlungen bedarf, bevor die Vereinbarungen unterschriftsreif seien, verteidigten die meisten Aktienmärkte ihre Gewinne damit zumindest. China stört sich offenbar vor allem daran, dass die für Dezember von den USA angekündigten weiteren Strafzölle auf Importe im Volumen von 160 Milliarden Dollar noch nicht vom Tisch sind.

Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires


Bildquelle: Keystone, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com

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Indizes in diesem Artikel

DAX 13'241.75
0.47%
Dow Jones 28'004.89
0.80%
NASDAQ Comp. 8'540.83
0.73%
SMI 10'310.12
0.75%
SPI 12'460.67
0.73%
NIKKEI 225 23'303.32
0.70%
Hang Seng 26'326.66
0.01%
Shanghai Composite 2'909.87
0.16%
SLI 1'588.56
0.83%

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