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Geändert am: 15.01.2021 22:05:57

Wall Street letztlich in Rot -- SMI verabschiedet sich mit kleinem Plus ins Wochenende -- DAX schliesst tiefer -- Börsen in Fernost gehen mit uneinheitlichen Vorzeichen aus dem Handel

Der heimische Aktienmarkt zog am Freitag vorsichtig an, wogegen der deutsche Leitindex deutlich abgab. Die Wall Street fiel im Freitagshandel ins Minus. Vor dem Wochenende belasteten Gewinnmitnahmen die asiatischen Aktienmärkte nur teils.

SCHWEIZ

Der Schweizer Aktienmarkt legte vor dem Wochenende zögerlich zu.

Der SMI konnte nach einem tieferen Start ins Plus drehen und schloss mit einem kleinen Gewinn von 0,24 Prozent bei 10'877,06 Punkten.

Bei den Nebenwerteindizes SLI und SPI ging es hingegen in unterschiedliche Richtungen. Sie verabschiedeten sich mit minus 0,44 Prozent bei 1'714,87 Zählern bzw. plus 0,02 Prozent bei 13'489,01 Punkten.

Der Markt befinde sich auf einem hohen Niveau und sei überkauft, hiess es aus Marktkreisen. Zudem hielten sich die Anleger auch zurück, weil in den USA, wo am Montag der Martin Luther King-Feiertag begangen wird, ein langes Wochenende bevorstehe. Auch sei das vom künftigen US-Präsidenten Joe Biden vorgestellte 1,9 Billionen schwere Konjunkturpaket in etwa so erwartet worden und gab dem Markt daher keine stärkeren Kursimpulse mehr.

Derweil rückten hierzulande einige Konzerne mit Zahlen ins Rampenlicht. So mitunter Zehnder: Die Gruppe konnte den Umsatzrückgang aus dem ersten Halbjahr teilweise wieder aufholen. Und auch Inficon warteten mit Geschäftszahlen zum Jahr 2020 auf.

DEUTSCHLAND

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt hatten sich am Freitag für Gewinnmitnahmen auf hohem Kursniveau entschieden.

Der DAX rutschte nach einem schwachen Start noch tiefer ab und ging letztlich mit einem Verlust von 1,44 Prozent bei 13'787,73 Punkten ins Wochenende.

Die nach wie vor hohen Corona-Infektionszahlen und -Todesfälle liessen Anleger zunehmend vorsichtig agieren. Die politische Diskussion in Deutschland über eine zeitnahe Verschärfung von Restriktionen nahm Fahrt auf, inklusive der Forderung nach einem kompletten Lockdown. Damit könnte die von vielen Marktteilnehmern erwartete wirtschaftliche Erholung erst später Realität werden.

"Die Corona-Sorgen sind allgegenwärtig und geben wesentlich den Ton an", schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba. Zwar könne sich der DAX auf hohem Niveau halten, die Kraft und neue Impulse, um die 14'000er Marke deutlich zu überspringen, fehlten derzeit aber.

WALL STREET

Die US-Aktienmärkte zeigten sich vor dem langen Wochenende schwächer.

Der Dow Jones ging bereits im Minus in den Tag und verblieb auf rotem Terrain. Zur Schlussglocke wies der US-amerikanische Leitindex einen Abschlag von 0,57 Prozent auf 30'814,26 Zähler aus. Auch der NASDAQ Composite gab nach - zuletzt 0,87 Prozent auf 12.998'50 Punkte.

Sorgen vor Steuererhöhungen in den USA drückten am Freitag an der Wall Street auf die Aktienkurse. Das vom künftigen US-Präsidenten Joe Biden angekündigte Corona-Hilfspaket im Volumen von 1,9 Billionen Dollar löste damit keine Euphorie unter Aktieninvestoren aus. Stattdessen fragten Anleger, wer die Rechnung im Anschluss begleichen wird. "Der Umfang überrascht offensichtlich auf der Oberseite. Mit der Senatsmehrheit könnten Steuererhöhungen mittelfristig kommen und das ist etwas, was der Markt ins Kalkül ziehen muss", sagte Investmentstrategin Wei Li von BlackRock.

Biden wolle Steuerschlupflöcher schliessen, um die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen. "Aber höhere Unternehmens-, Einkommens- und Kapitalertragssteuern sind irgendwann unvermeidlich für eine Wirtschaft, die eine Staatsverschuldung von weit über 100 Prozent des BIP vorweist", bläst ING-Volkswirt James Knightley ins gleiche Horn.

Andererseits zeigte der Arbeitsmarkt Zeichen der Schwäche und damit die Notwendigkeit staatlicher Unterstützung. Am Vortag hatten Daten die höchste Steigerung bei den wöchentlichen Anträgen auf Arbeitslosenunterstützung in den USA seit Beginn der Pandemie im März 2020 offenbart. "Wenn man so schlechte Daten sieht, muss man sich fragen, ob die vorherrschende Erwartung, dass eine zyklische Erholung eintritt, erschüttert wird", ergänzte Li.

Wie es um die Verfassung der US-Konjunktur bestellt ist, belegten Daten. So war die Geschäftsaktivität im Grossraum New York auf Basis des Empire State Index im Januar gesunken, obwohl Volkswirte auf eine Erholung gesetzt hatten. Auch die Einzelhandelsumsätze im Dezember enttäuschten auf ganzer Linie. Immerhin überraschte die Industrieproduktion im Dezember positiv.

Die drei US-Banken JPMorgan, Citigroup und Wells Fargo hatten am Freitag die neue Bilanzsaison eröffnet. Morgan Stanley, Goldman Sachs und Bank of America sind kommende Woche an der Reihe.

ASIEN

Am Freitag bewegten sich die Aktienmärkte in Asien in unterschiedliche Richtungen.

Der japanische Leitindex Nikkei verlor schlussendlich 0,62 Prozent auf 28'519,18 Punkte.

Auf dem chinesischen Festland verringerte der Shanghai Composite sein Minus und beendete den Handel mit plus 0,01 Prozent bei 3'566,38 Zähler stabil.

Auch in Hongkong entkam der Hang Seng der Verlustzone. Sein Schlussstand: plus 0,27 Prozent bei 28'573,86 Einheiten.

Bei den zuletzt gut gelaufenen Technologiewerten, sie gehören zu den Profiteuren der Coronavirus-Pandemie, seien vor dem Wochenende Gewinne mitgenommen worden, hiess es. Dazu kamen negative Vorgaben aus den USA, wo die Indizes gegen Handelsende leicht ins Minus gerutscht waren. Für Enttäuschung hatten am Vortag auch die wöchentlichen US-Erstanträge gesorgt. Fed-Präsident Jerome Powell sieht noch einen langen Weg für die USA, bis das Land wieder einen robusten Arbeitsmarkt hat.

Die jüngsten von der japanischen Regierung beschlossenen Massnahmen zur Eindämmung würden dabei weiter genau beobachtet. Zuletzt wurde der Notstand auf sieben weitere Präfekturen ausgeweitet um die weiter hohe Zahl an Neuinfektionen einzudämmen.

Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires


Bildquelle: Keystone, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com

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