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Geändert am: 05.05.2026 22:03:07
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Keine Fortschritte im Nahost-Krieg: SMI und DAX letztlich mit Gewinnen -- US-Börsen schliessen mit Plus -- Verluste in Hongkong - Keine Impulse aus Japan oder China
Der heimische Aktienmarkt zeigte sich am Dienstag mit Gewinnen. Am deutschen Aktienmarkt waren ebenfalls Aufschläge zu sehen. Die US-Börsen präsentierten sich mit Gewinnen. In Asien hatten die Verkäufer die Oberhand im Handel.

SCHWEIZ
Der Schweizer Aktienmarkt legte im Dienstagshandel zu.
Der SMI war zunächst etwas tiefer gestartet, zeigte sich im weiteren Handelsverlauf aber mit deutlicheren Gewinnen und verteidigte die 13'000-Punkte-Marke. Sein Schlussstand: 13'052,17 Punkte (+0,38%).
Die Nebenwertindizes SPI und SLI schlossen sich der Tendenz des Leitindex an und gingen ebenfalls 0,47 Prozent fester bei 18'478,60 Punkten bzw. 0,60 Prozent fester bei 2'094,07 Zählern in den Feierabend.
Der Schweizer Aktienmarkt hatte am Dienstag nach einem verhaltenen Start den Vorwärtsgang eingelegt. Der Leitindex SMI näherte sich der Marke von 13'100 Punkte bis auf wenige Zähler und machte damit einen guten Teil der Vortagesverluste wett. Ähnlich war die Entwicklung an anderen europäischen Handelsplätzen, namentlich in Frankfurt und Paris. Händler sprachen von einer klassischen Gegenbewegung, die auf den schlechten Start in den Mai folge.
Die aktuelle Weltlage spreche hingegen nicht für steigende Kurse, meinten Börsianer. Ganz im Gegenteil sei das wieder lautere Säbelrasseln im Nahen Osten ein Belastungsfaktor. Positiv wurde immerhin zur Kenntnis genommen, dass der Ölpreis kaum auf die jüngste Eskalation reagiert hat. Er notierte leicht unter dem Niveau vom Vortag.
Dies sollte laut Börsianers aber nicht überinterpretiert werden: "Auch wenn sich viele Investoren an das permanente Krisenrauschen gewöhnt haben, dürfte die Reaktionsbereitschaft hoch bleiben", hiess es in einem Kommentar. Eher zweitrangig waren Konjunktursignale, etwa der am Nachmittag veröffentlichte US-Frühindikator ISM Index.
Auch aus charttechnischer Perspektive ist die aktuelle Gegenbewegung kein Grund, um Entwarnung zu geben. Charttechnisch habe sich die Lage noch nicht signifikant aufgehellt, heisst es in einem neuen Analystenkommentar von BNP Paribas. Dafür müsste der SMI in die Region von 13'200 Punkte vorstossen.
DEUTSCHLAND
Anleger in Deutschland zeigten Optimismus.
Der DAX startete minimal höher in den zweiten Handelstag der Woche, konnte seine Gewinne im weiteren Verlauf jedoch weiter ausbauen. Er beendete den Handel 1,71 Prozent fester bei 24.401,70 Punkten.
Im Nahost-Krieg steht momentan vor allem das von den USA initiierte "Projekt Freiheit" im Mittelpunkt. Es zielt darauf ab, die Strasse von Hormus wieder für die Schifffahrt freizumachen. Irans Aussenminister bezeichnete es auf der Plattform X als "Projekt Sackgasse". Die Ölpreise gaben allerdings auf hohem Niveau etwas nach.
Für die Konjunktur in Deutschland sind die Rahmenbedingungen derzeit alles andere als gut, zumal jüngst noch Zollankündigungen von US-rheinPräsident Donald Trump auf europäische Autos als Belastung hinzugekommen sind. Der deutschen Wirtschaft drohe ein Dreifach-Schock, analysierte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Zu den hohen Energiekosten und den vor allem dadurch steigenden Zinsen kommt jetzt die Bedrohung durch neue US-Zölle. Selbst eine gesunde und stabile Wirtschaft könnte einem solchen Triple-Schock nicht einfach trotzen."

WALL STREET
Anleger an den US-Börsen griffen am Dienstag zu.
Der Dow Jones Industrial ging mit einem Plus von 0,73 Prozent bei 49'298,53 Punkten aus dem Handel. Der NASDAQ Composite schloss unterdessen 1,03 Prozent fester und beendete den Handelstag bei 25'326,13 Zählern, nachdem im Verlauf bei 25'361,05 Punkten ein neues Allzeithoch erreicht worden war.
Nach den Vortagesverlusten ging die Wall Street am Dienstag auf Erholungskurs. Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt - scheint aber aktuell nicht mehr stark zu belasten. Die militärischen Auseinandersetzungen am Vortag schüren zwar Ängste, der Konflikt könnte sich nach Wochen relativer Ruhe wieder verschärfen. Wohlwollend nahmen Händler aber zur Kenntnis, dass US-Präsident Donald Trump bislang darauf verzichtet, Teheran einen Waffenstillstandsbruch vorzuwerfen.
Positive Impulse lieferten Anzeichen einer Beruhigung der Lage im Nahost-Konflikt, die für fallende Ölpreise sorgten. Tags zuvor hatten erstmals seit Beginn der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran die Spannungen deutlich zugenommen. Zudem zeigen sich die Anleger am Dienstag optimistisch, dass robuste Quartalsberichte von Unternehmen die Aktienkurse antreiben dürften. Aktuelle US-Konjunkturdaten hatten nur wenig Einfluss auf die Kurse.
Derweil hat ein Containershiff des dänischen Reederei Moller-Maersk die Strasse von Hormus mit Hilfe des US-Militärs passiert. Auch Schlagzeilen wie diese schüren Hoffnung, dass die US-Marine Schiffe gegen iranischen Widerstand durch die Meerenge eskortieren könnte. Solange das Weisse Haus und Teheran in Friedensgespräche eingebunden sind, "sollte das ausreichen, um die Risikobereitschaft zu stützen", erläutert Analyst Michael Brown von Pepperstone. Einen Treiber am US-Aktienmarkt stellt nach Aussage von Marktteilnehmern vor allem die Gewinnentwicklung der Unternehmen dar. Für Mike Wilson von Morgan Stanley sind diese derzeit wichtiger als Ölpreis oder Zinstrend.

ASIEN
Die asiatischen Börsen zeigen sich am Dienstag schwächer.
In Tokio schloss der Nikkei 225 am Freitag letztlich 0,38 Prozent im Plus bei 59'513,12 Punkten. Am Montag und auch Dienstag findet und fand kein Handel statt.
Auf dem chinesischen Festland notierte der Shanghai Composite zum Wochenende schlussendlich 0,11 Prozent im Plus bei 4'112,16 Zählern. Auch er bleibt weiter in Feiertagspause.
In Hongkong fällt der Hang Seng zeitweise 0,94 Prozent auf 25'850,03 Punkte.
Die Geopolitik sorgt am Dienstag an den ostasiatischen Börsen für Zurückhaltung. Angesichts der wieder zunehmenden Feindseligkeiten im Nahostkonflikt mit gegenseitigen Angriffen auf Schiffe in der Strasse von Hormus, trennen sich die Akteure eher von Aktien. Dazu kommt eine leichtere Vorgabe der Wall Street.
Die Anleger verarbeiten zudem den Preissprung beim Öl vom Vortag und die damit einhergehenden Inflationssorgen und verkomplizierten Zinserwartungen, auch wenn sich aktuelle die Ölpreise zumindest leicht rückläufig zeigen. Brent-Öl kostet 113,16 Dollar. Zur gleichen Vortageszeit waren es rund 107 Dollar.
Am Devisenmarkt haben die Akteure den Yen im Blick. Nachdem dieser am vergangenen Donnerstag einen kräftigen Satz nach oben gemacht hatte, der alle Zeichen einer Intervention trug, kam es an den Tagen danach immer wieder zu kleineren auffallenden steilen Aufwärtsbewegungen, die Schwächetendenzen des Yen im Keim erstickten. Schon in der Vorwoche hatte es aus dem Handel geheissen, dass man sich während der Feiertage der sogenannten Golden Week in Japan auf eine Intervention der japanischen Regierung gefasst machen sollte. Hintergrund waren entsprechende Andeutungen von Japans oberstem Währungsdiplomat. Geringe Handelsvolumen während geschlossener Märkte machen Bemühungen, eine Währung in die gewünschte Richtung zu bewegen, effektiver.
Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires
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