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| 2. Bilanz post-Buffett |
10.08.2026 22:04:00
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Berkshire Hathaway mit starkem Quartal unter Greg Abel - Aktie gefragt
Die Investmentholding Berkshire Hathaway hat am Samstag die Geschäftszahlen für das zweite Jahresviertel vorgestellt - mit folgenden Ergebnissen schloss der Ex-Buffett-Konzern ab.
- Kapitalanlagegewinne als Haupttreiber, auch das operative Geschäft wächst weiter
- BNSF und die Energiesparte BHE verzeichnen deutliche Gewinnsteigerungen gegenüber dem Vorjahr
- Riesiger Cash-Bestand bietet Raum für parallele Aktienrückkäufe und gezielte Übernahmen
Mit der Vorlage des Quartalsberichts für das zweite Quartal 2026 am Samstag verzeichnet Berkshire Hathaway kräftige Zuwächse bei Umsatz und Gewinn. Der den Aktionären zuzurechnende Nettogewinn kletterte von 12,37 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 25,67 Milliarden US-Dollar. Es ist das zweite Quartalsergebnis unter der operativen Leitung von CEO Greg Abel.
Berkshire Hathaway übertrifft Analystenerwartungen
Der in den Bereichen Versicherung, Schienenverkehr, Energie, Fertigung, Handel und Dienstleistungen aktive Mischkonzern steigerte seinen Gesamtumsatz im zweiten Quartal 2026 von 92,52 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal auf 101,81 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf Berkshire Hathaway die Marktprognosen deutlich: Im Schnitt hatten zwei Analysten lediglich mit Erlösen in Höhe von 96,522 Milliarden US-Dollar gerechnet.
Auch beim Gewinn je Class-B-Aktie wurden die Schätzungen klar übertroffen: Berkshire Hathaway erzielte 11,91 US-Dollar, nachdem im Vorjahresquartal 5,73 US-Dollar zu Buche standen. Vier Branchenexperten hatten im Vorfeld durchschnittlich nur mit 5,04 US-Dollar je Aktie gerechnet. Für die Class-A-Aktie ergab sich ein Ergebnis von 17.868 US-Dollar nach 8.601 US-Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Aufmerksam beobachtet wurden die Resultate nicht zuletzt wegen des vollzogenen Führungswechsels: Seit Beginn des Jahres 2026 leitet Greg Abel die Geschäfte des Konzerns als CEO, während Warren Buffett weiterhin als Chairman fungiert.
Kapitalanlagen und operatives Geschäft ziehen an
Als wesentlicher Kurstreiber erwiesen sich erneut Gewinne aus Kapitalanlagen, die von 6,36 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf 16,08 Milliarden US-Dollar anstiegen. Davon entfielen allein 15,64 Milliarden US-Dollar auf unrealisierte Buchgewinne des zum Quartalsende gehaltenen Aktienportfolios. Aber auch die Tochtergesellschaften entwickelten sich operativ stark: Der Vorsteuergewinn der operativen Segmente - ohne Berücksichtigung der Kapitalanlage- und Beteiligungsergebnisse - erhöhte sich von 13,38 Milliarden US-Dollar auf 14,38 Milliarden US-Dollar.
BNSF und Energiesparte legen zu, Versicherung schwächelt
Die Eisenbahntochter BNSF verbesserte ihren Nettogewinn im zweiten Quartal 2026 um 6,3 Prozent auf 1,56 Milliarden US-Dollar. Treiber hierfür waren ein Anstieg des Frachtvolumens um 6,5 Prozent sowie höhere Erlöse pro Wageneinheit. Berkshire Hathaway Energy steigerte den Nettogewinn im gleichen Zeitraum sogar um 26,9 Prozent auf 891 Millionen US-Dollar, was vor allem auf verbesserte Resultate der US-Versorgungssparte und der Erdgaspipelines zurückzuführen ist.
Eine rückläufige Entwicklung verzeichnete hingegen das versicherungstechnische Geschäft: Das Underwriting-Ergebnis nach Steuern ging von 1,99 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 1,73 Milliarden US-Dollar zurück. Bei der Kfz-Versicherungstochter GEICO kletterte die Schadenquote von 71,8 Prozent auf 76,6 Prozent. Das Unternehmen begründete dies mit einer höheren Schadenhäufigkeit sowie gestiegenen Regulierungsaufwendungen in der Autosparte.
Berkshire Hathaway: Milliardenschwerer Cash-Berg und neue Zukäufe
Zum 30. Juni 2026 belief sich die Liquiditätsreserve aus Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und kurzfristigen US-Staatsanleihen auf 359,2 Milliarden US-Dollar. Im ersten Halbjahr 2026 erwarb Berkshire eigene Aktien im Wert von 4,8 Milliarden US-Dollar zurück - der überwiegende Teil entfiel dabei auf das zweite Quartal. Das Eigenkapital des Konglomerats erhöhte sich zum Stichtag auf 747,9 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 30,5 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Jahresende 2025 entspricht.
Parallel dazu setzte das Unternehmen seine Akquisitionsstrategie fort: Bereits am 2. Januar 2026 hatte Berkshire die Chemiesparte OxyChem von Occidental Petroleum für rund 9,4 Milliarden US-Dollar in bar übernommen. Nach Ende des zweiten Quartals schloss der Konzern am 24. Juli 2026 darüber hinaus die Übernahme des US-Bauunternehmens Taylor Morrison Home Corporation im Volumen von etwa 6,8 Milliarden US-Dollar ab.
Die fünf grössten Aktienpositionen - Alphabet, American Express, Apple, Bank of America sowie The Coca-Cola Company - standen zum Stichtag zusammen für 66 Prozent des Marktwertes des insgesamt 323,8 Milliarden US-Dollar schweren Aktienportfolios.
An der NYSE verabschiedete sich die B-Aktie von Berkshire Hathaway am Freitag mit einem Minus von 0,54 Prozent bei 521,80 US-Dollar aus dem Handel. Seit Jahresbeginn verbucht das Papier damit ein moderates Plus von 3,8 Prozent. Im Handel am Montag ging es für das Papier um 1,46 Prozent nach oben auf 529,42 US-Dollar.
Auf welche Weise CEO Greg Abel die weiterhin enormen Cash-Reserven künftig einsetzen wird, bleibt abzuwarten. Ein wichtiger Termin für die Risikobewertung des Energiebereichs ist zudem die am 3. November 2026 anstehende mündliche Verhandlung vor dem Oregon Supreme Court im Streit um die Waldbrandschäden der BHE-Tochter PacifiCorp.
Alexandra Hesse, Claudia Stephan, Julia Walter, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.ch
Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.
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