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04.10.2026 17:36:00
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Berkshire Hathaway-Aktie: Buffett geht - und diese fünf Japan-Aktien rücken plötzlich ins Rampenlicht
Nach sechs Jahrzehnten an der Spitze übergibt Warren Buffett den Vorsitz, und ein Kolumnist empfiehlt Anlegern einen Blick nach Japan.
- Rücktritt markiert Ende einer Ära bei Berkshire Hathaway
- Fünf japanische Handelshäuser gelten manchen als günstigere Alternative
- Analysten sehen bei der Stammaktie weiterhin überwiegend Potenzial
Warren Buffett hat den Vorsitz bei Berkshire Hathaway abgegeben und ist nun Chairman Emeritus, sein Sohn Howard G. Buffett übernimmt als neuer Chairman. Der Rückzug wirft die Frage auf, ob die Berkshire-Aktie noch die beste Möglichkeit ist, von Buffetts Anlagephilosophie zu profitieren, oder ob andere Titel diese Rolle inzwischen besser ausfüllen.
Ende einer sechs Jahrzehnte langen Ära
Berkshire Hathaway, der diversifizierte Versicherungs-, Energie- und Industriekonzern mit Notierung an der NYSE, teilte am 18. September mit, dass Warren E. Buffett mit sofortiger Wirkung zum Chairman Emeritus ernannt wurde und im Board bleibt. Howard G. Buffett, seit 1993 Direktor des Unternehmens, wurde zum neuen Chairman gewählt, Susan L. Decker bleibt Lead Independent Director. In seinem Aktionärsbrief schrieb Buffett, er habe Berkshire seit 1965 gedient und empfinde es weiterhin als besten Job der Welt, die Zeit für den Abschluss des Übergangs sei nun richtig, da CEO Greg Abel seine Erwartungen übertroffen habe.
Den operativen Chefposten hatte Buffett bereits zum Jahreswechsel an Abel abgegeben, mit dem Rückzug vom Verwaltungsratsvorsitz endet nun auch formal seine Führungsrolle. MarketWatch-Kolumnist Brett Arends ordnete den Schritt am selben Tag ein und verwies zugleich auf einen wunden Punkt: Berkshire habe den S&P 500 seit rund 30 Jahren nicht mehr geschlagen und sitze auf einem Cash-Bestand von rund 366 Milliarden US-Dollar, ein Indiz dafür, dass das Management kaum noch ausreichend grosse Übernahmeziele finde.
Fünf japanische Handelshäuser als Berkshire-Alternative
Arends brachte deshalb eine Alternative ins Spiel: die fünf japanischen Handelshäuser Itochu, Marubeni, Mitsubishi Corporation, Mitsui und Sumitomo Corporation, an denen Berkshire seit dem Erstinvestment im August 2020 Anteile von jeweils rund 10 Prozent hält und die über American Depositary Receipts an US-Börsen handelbar sind. Buffett selbst hatte die sogenannten "sogo shosha" (deutsch: allgemeinen Handelsgesellschaften) in einem seiner letzten Aktionärsschreiben als CEO als hochwertige, günstig bewertete Geschäfte mit einer Berkshire ähnlichen Kapitaldisziplin gelobt, Arends sieht darin klassische, langfristig angelegte Positionen im Stil des Konzerns.
In seinem ersten Aktionärsbrief als CEO bezifferte Abel den Wert der fünf Beteiligungen auf zusammen rund 41 Milliarden US-Dollar, mehr als 13 Prozent des rund 308 Milliarden US-Dollar schweren Aktienportfolios von Berkshire. Zwischen Erstkauf und Ende 2025 hätten sich die Positionswerte mehr als verdoppelt, zusätzlich seien Dividenden in Höhe von 862 Millionen US-Dollar geflossen. Mitsubishi Corporation ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 115 Milliarden US-Dollar die grösste der fünf japanischen Positionen, Marubeni bringt es als Schlusslicht auf rund 55 Milliarden US-Dollar.
Bewertung, Risiken und der Blick auf die Berkshire-Aktie
Nach Arends Daten hätten die fünf Handelshäuser seit 2020 sowohl die Berkshire-Aktie als auch den Gesamtmarkt deutlich outperformt. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse der fünf Handelshäuser liegen zwischen 13 und 21 (Stand: Schlusskurse vom 28.09.2026). Die Kurs-Umsatz-Verhältnisse bewegen sich zwischen 1,0 und 1,2, während der S&P 500 auf ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 3,2 kommt. Als Risiko gilt allerdings die Struktur der "sogo shosha" selbst: Es handelt sich um komplexe Mischkonzerne mit Beteiligungen an teils hunderten wechselseitig verflochtenen Unternehmen, die anders als bei Berkshire wegen der Überkreuzbeteiligungen rechtlich meist keine klassischen Tochtergesellschaften sind, eine Struktur, die in den USA in dieser Form nicht zulässig wäre. Für Anleger, die Diversifizierung weg von US-Aktien suchen, seien die fünf Titel wegen ihrer Dividenden und Aktienrückkäufe laut einem Motley-Fool-Beitrag von Bram Berkowitz dennoch kein schlechter Ausgangspunkt.
Für die Berkshire-Aktie selbst sehen Analysten laut TipRanks trotz des Führungswechsels weiterhin überwiegend Potenzial: Der Konsens aus zwei Einschätzungen lautet Buy, das mittlere Kursziel liegt bei 572 US-Dollar. Die Spanne der Einzelziele reicht von 540 bis 604 US-Dollar.
Worauf Berkshire-Anleger nun achten
Ob Howard Buffett und Greg Abel die Kapitalallokation künftig ähnlich konsequent fortführen wie zuvor Warren Buffett, dürfte sich auch am Umgang mit den japanischen Beteiligungen und dem hohen Cash-Bestand zeigen.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.ch
Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.
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