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Mehr Schoki verkauft 10.04.2024 17:56:00

Barry Callebaut-Aktie springt hoch: Barry Callebaut kann Umsatz steigern - verdient aber weniger

Barry Callebaut-Aktie springt hoch: Barry Callebaut kann Umsatz steigern - verdient aber weniger

Barry Callebaut (BC) hat im ersten Halbjahr seines Geschäftsjahres, von September 2023 bis Februar 2024, mehr Schokolade verkauft.

Damit trotzte das Unternehmen dem insgesamt rückläufigen Markt.

Nach dem Verkaufs-Plus von 0,4 Prozent im ersten Quartal erhöhte sich die Verkaufsmenge im zweiten Jahresviertel um 1,0 Prozent. So ergab sich insgesamt im Halbjahr ein Plus von 0,7 Prozent. Konkret verkaufte Barry Callebaut 1,139 Millionen Tonnen Schokolade, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Dabei legte der Bereich Global Chocolate um 1,0 Prozent zu, wozu laut Mitteilung fast alle Regionen beigetragen haben. Der Gesamtmarkt für Schokoladen-Süsswaren nahm derweil in der gleichen Zeit um 2,0 Prozent ab, wie das Unternehmen mit Bezug auf das Marktanalysehaus Nielsen schreibt.

In Zeiten der hohen Inflation greifen die Konsumenten vermehrt zu günstigeren Eigenmarken, statt teurer Markenschokolade. Das kam Barry als Produzent für Dritte zugute.

Der Bereich Global Cocoa hingegen, das Kakaohandelsgeschäft, verlor 0,7 Prozent an Volumen. Insgesamt hätten industrielle Nahrungsmittelhersteller einen Volumenrückgang verzeichnet, der teilweise aber durch Wachstum bei regionalen Kunden - besonders in Asien - ausgeglichen worden sei, so das Unternehmen.

Preiserhöhungen führen zu mehr Umsatz

Beim Umsatz legte BC um 11,1 Prozent auf 4,64 Milliarden Franken zu. Dies war vor allem dank höheren Preisen der Fall. Denn Barry Callebaut kann Preisänderungen - zum Beispiel für Rohstoffe wie Kakao oder für Energie und Transporte - grösstenteils an die Industriekunden weitergeben.

Und der Preis für Kakaobohnen stieg in der Berichtsperiode laut Mitteilung im Schnitt um 81 Prozent. Im Gegenzug drückte der starke Schweizer Franken auf den Umsatz. In Lokalwährung wäre dieser gar um 19,6 Prozent gestiegen, wie es heisst.

Tieferer Gewinn

Die Profitabilität nahm derweil ab. Denn beim wiederkehrenden Betriebsgewinn (EBIT) resultierte mit 339,4 Millionen Franken ein Minus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum. Dort rechnet das Unternehmen Effekte wie etwa die Kosten für das Sparprogramm BC Next Level heraus. Inklusive dieser Zusatzkosten läge der EBIT gar um knapp 50 Prozent unter Vorjahr.

Unter dem Strich verblieb ein um 7,9 Prozent geringerer wiederkehrender Reingewinn von 215,8 Millionen. Auf unbereinigter Basis lag der Gewinn bei 76,8 Millionen (-67%).

Trotz des Minus auf der Gewinnseite übertraf BC mit den vorgelegten Zahlen die Erwartungen der Analysten gemäss AWP-Konsens auf allen Ebenen. Diese hatten beim Verkaufsvolumen mit einem Minus gerechnet und waren auch für den Umsatz, den wiederkehrenden EBIT und Reingewinn von tieferen Zahlen ausgegangen.

Für den Rest des Geschäftsjahres, das noch bis August dauert, erwartet das Management nun wie bereits zuvor angekündigt ein gleichbleibendes Volumen wie im Jahr davor (2022/23: 2,28 Mio Tonnen). Der EBIT dürfte nach Einschätzung des Unternehmens auf wiederkehrender Basis konstant bleiben (2022/23: 659,4 Mio Fr.).

Sparprogramm "auf Kurs"

Das Management von Barry Callebaut hat dem Unternehmen vergangenes Jahr ein striktes Sparprogramm auferlegt. Unter anderem sollen Prozesse standardisiert und Doppelarbeiten vermieden werden, damit das Unternehmen später jährlich 250 Millionen Kosten sparen kann. Damit geht auch ein grosser Stellenabbau einher: 2500 Arbeitsplätze oder jede fünfte Stelle wird abgebaut.

Man sei mit dem Programm "unverändert auf Kurs", wird Firmenchef Peter Feld in der Mitteilung zitiert. "Wir sind derzeit in Gesprächen mit unseren Sozialpartnern über die Umsetzung der wichtigsten Massnahmen und haben uns dazu verpflichtet, alle Mitarbeitenden zu unterstützen, die von unseren Plänen betroffen sein könnten", so Feld. Wie viele Stellen in der Schweiz gestrichen werden, ist nach wie vor unklar. Da sich hierzulande aber die Verwaltung befindet und BC verschiedene Aufgaben zentralisieren möchte, dürfte die Schweiz wohl beim Abbau glimpflich davonkommen.

Das Programm führte derweil auch zu einem deutlichen Rückgang des freien Cashflows. Dieser betrug laut Mitteilung -1,116 Milliarden Franken. Im Jahr davor war er mit -188,2 Millionen deutlich weniger negativ. Dieser Rückgang spiegelt laut Mitteilung "höhere Investitionen im Zuge von BC Next Level" und einen Anstieg des Umlaufvermögens aufgrund der höheren Kakaobohnenpreise wider.

Barry-Callebaut-Aktien legen nach Halbjahreszahlen stark zu

Die Aktien von Barry Callebaut stehen am Mittwoch nach den Halbjahreszahlen wieder vermehrt auf den Einkaufslisten. Die Analysten freuen sich über deutlich bessere Zahlen als erwartet. Die Unsicherheit bleibt allerdings gross.

Papiere von Barry Callebaut gewannen an der SIX letztlich 10,93 Prozent auf 1'365,00 Franken.

Allerdings verzeichnet das Papier im bisherigen Jahresverlauf damit noch immer ein Minus rund 5 Prozent.

Angesichts der beispiellosen Marktverwerfungen infolge des Preisanstiegs bei Kakaobohnen und der laufenden umfangreichen Umstrukturierungen seien die Ergebnisse "beruhigend", heisst es etwa bei Vontobel in einer ersten Analyse. Das positive Volumenwachstum im ersten Halbjahr trotz einer Bereinigung des Produktportfolios um 10 Prozent sei "ein gutes Zeichen für das starke Produktangebot" des Unternehmens, so der zuständige Experte.

Auch bei der ZKB wertet man das Halbjahresergebnis bezüglich Volumenwachstum und bereinigtem EBIT als "über den Erwartungen". Dennoch seien "sämtliche rapportierten Gewinnzahlen aufgrund der hohen Sonderkosten sehr tief" ausgefallen.

Der Analyst von Baader betont ebenfalls, dass die Volumen und der bereinigte EBIT etwas höher waren als geschätzt. Er verweist aber gleichzeitig auf die deutlich höheren Kosten als erwartet. Das Unternehmen weise 169 Millionen Transformationskosten aus, wovon 54 Millionen auf die Restrukturierung und 91,5 Millionen auf Wertminderungen und Abschreibungen im Zusammenhang mit Standortschliessungen zurückzuführen seien.

Kritik erntet auch der deutlich negative Cash Flow. "Ein Cash Drain war erwartet worden, er war aber klar negativer als geschätzt", so der Analyst der ZKB. Vontobel verweist auf "erhebliche negative Auswirkungen auf das Working Capital wegen deutlich höherer Kakaobohnenpreise und höherer Kosten im Zusammenhang mit BC Next Level".

Sämtliche Analysten äussern sich darum auch vorsichtig zum Ausblick bei Barry Callebaut. Vor allem die hohen Kakaopreise sehen sie als grosse Herausforderung für den Schokoladenproduzenten. "Gleichzeitig steht das Unternehmen mitten in einer grossen Umwälzung aufgrund des Investitionsplanes BC Next Level", so der ZKB-Analyst.

tv/ra

Zürich (awp)

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Bildquelle: Pavel Kapysh / Shutterstock.com,keystone,Keystone,Barry Callebaut Group

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