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16.04.2026 17:57:00
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Barry Callebaut-Aktie rutscht ab: Neuordnung und Senkung des Gewinnziels
Neue Besen kehren gut - hoffentlich. Der Niederländer Hein Schumacher ist beim weltgrössten Schokoladehersteller Barry Callebaut mit dem Anspruch angetreten, das Unternehmen nach einer turbulenten Phase wieder auf Vordermann zu bringen.
Schumacher hat in seinen ersten 80 Tagen als Konzernchef "erhebliche strukturelle Probleme" ausgemacht. Barry Callebaut habe sich zu stark verzettelt und gleichzeitig mit einem Transformationsprogramm die Organisation überfordert. Die Einsparungen seien mehr als aufgezehrt worden.
Der neue Chef hat seiner Firma daher mit "Focus for Growth" gleich ein neues Programm verordnet. Der Name ist Programm: "Wir müssen uns wieder auf eine kleinere Zahl von Prioritäten konzentrieren." Schumachers Devise: "Fokus und Disziplin stärken und den Kunden wieder in den Mittelpunkt stellen."
Die Sache mit dem Kakaopreis
Barry Callebaut leidet schon länger unter einer Absatzflaute - die Gründe dafür sind aber nicht nur hausgemacht. Die Rede ist vom Preis für Kakaobohnen, aus denen Barry Callebaut die Schokolade für Kunden wie Mars oder Mondelez herstellt.
Der Kakaopreis hat in den letzten zwei Jahren eine extreme Achterbahnfahrt hingelegt - historisch gesehen sogar eine der heftigsten überhaupt. Ernteausfälle in der wichtigen Anbauregion Westafrika, Extremwetter, Pflanzenkrankheiten und strukturelle Probleme wie alte Plantagen trieben den Preis für eine Tonne zweitweise in den fünfstelligen Pfund-Bereich.
Inzwischen hat sich die Situation dank guter Ernten wieder normalisiert. Mit aktuell rund 2500 Pfund pro Tonne bleibt das Niveau aber deutlich über früheren Jahren. Das spüren die Konsumenten an teuren Schokoladentafeln und Barry Callebaut an tieferen Bestellungen der Kunden.
1 Million Tonnen Schokolade
Der seit vergangenem Sommer mehr als halbierte Kakaopreis scheint nun aber Wirkung zu zeigen: Ab der zweiten Jahreshälfte seines Geschäftsjahres 2025/26, das Ende August endet, sollte Barry Callebaut nach eigener Einschätzung wieder ein Wachstum seiner abgesetzten Volumen melden können.
In der ersten Jahreshälfte lieferte der Konzern etwas mehr als eine Millionen Tonnen Schokolade aus, das waren erneut 6,9 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Aber im zweiten Quartal verbesserte sich der Absatz sequenziell auf minus 3,6 Prozent.
Pro Tonne blieben 307,70 Franken als Betriebsgewinn in der Kasse von Barry Callebaut. In der Summe sank der sogenannte wiederkehrende Betriebsgewinn (EBIT) um 5,7 Prozent auf 310,9 Millionen Franken. Für den Rückgang macht Barry Callebaut neben den tieferen Mengen Lieferengpässe und Überkapazitäten im Markt verantwortlich.
Prognose sinkt - Aktie auch
Die besseren Aussichten schlagen sich auch in einer deutlich höheren Prognose für die abgesetzten Volumen nieder. Ergebnisseitig stellt sich das Management unter dem neuen CEO aber auf tiefere Werte ein.
So dürfte der wiederkehrende EBIT in Lokalwährungen im mittleren zweistelligen Prozentbereich sinken. Der Ende Januar abgelöste frühere Firmenchef Peter Feld hatte noch einen steigenden Betriebsgewinn in Aussicht gestellt.
Die Verantwortlichen erklärten, der Konzern opfere in einem von stark fallenden Kakaopreisen und Überkapazitäten geprägten Markt bewusst kurzfristig Margen. Ziel sei es, Marktanteile zu sichern, das Volumen zu stabilisieren und durch Investitionen in Preise und Service wieder Wachstum zu erzielen.
Die Barry Callebaut-Aktie verlor an der SIX letztlich 15,59 Prozent auf 1'067 Franken.
ra/to
Zürich (awp)
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