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Starker Jahresbeginn 22.01.2020 17:51:00

Barry Callebaut-Aktie gibt Gewinne ab: Barry Callebaut steigert Verkaufsvolumen im 1. Quartal

Barry Callebaut-Aktie gibt Gewinne ab: Barry Callebaut steigert Verkaufsvolumen im 1. Quartal

Das Verkaufsvolumen legte im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2019/20 (September bis November) um 8,2 Prozent auf 585'620 Tonnen zu, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Die Verkaufsmenge allein im Schokoladengeschäft stieg dabei um 7,7 Prozent und lag damit deutlich über dem gemäss Branchenzahlen (Nielsen) stagnierenden Wachstum des globalen Schokoladenmarktes.

Alle Regionen und zentralen Wachstumstreiber - Outsourcing (+2,7%), Schwellenländer (+16,7%) und Gourmet & Spezialitäten (exkl. Getränkesparte, +4,4%) - trugen den Angaben zufolge zum Wachstum bei. Zudem erzielte auch die Kakao-Sparte (Global Cocoa) mit +10,1 Prozent ein hohes Volumenwachstum. Ohne den erstmaligen Konsolidierungsbeitrag der im Oktober 2018 gekauften russischen Inforum belief sich das Gesamtwachstum auf 6,2 Prozent.

Der Umsatz stieg derweil um 6,3 Prozent auf 2,00 Milliarden Franken, in Lokalwährungen waren es +8,7 Prozent. Die Umsatzzahlen sind von etwas geringerer Bedeutung für Barry Callebaut, da der Konzern für viele Kunden ein sogenanntes Cost/Plus-Modell anwendet: d.h. wenn die Kakaopreise steigen, wird das auf den Verkaufspreis geschlagen und umgekehrt. Gewinnzahlen werden zu den ungeraden Quartalen hingegen keine kommuniziert.

Klar über den Schätzungen

Mit den vorgelegten Zahlen wurden die bereits relativ hohen Schätzungen der Analysten gemäss AWP-Konsens beim (wichtigeren) Verkaufsvolumen klar übertroffenen. Diese hatten ein Plus von 6,3 Prozent (Bandbreite +5,6 bis +6,7%) geschätzt.

Aufgrund des starken ersten Quartals werden auch die Mittelfristziele bestätigt. Demnach will der Konzern bis und mit Geschäftsjahr 2021/22 im Jahresdurchschnitt ein Verkaufsmengenwachstum von 4 bis 6 Prozent und eine über diesem Wachstum liegende EBIT-Zunahme in Lokalwährungen erzielen.

Kräftiges Wachstum in EMEA

In Bezug auf die Regionen zeigte Barry Callebaut in der Region EMEA ein hohes Wachstum von 8,7 Prozent. Organisch waren es mit +4,0 Prozent etwas weniger, aber doch deutlich mehr als der Gesamtmarkt (+0,3%). Das Geschäft mit Industriekunden - also die Produktion für Weltkonzerne wie etwa Nestlé oder Cadbury - habe sein "gesundes Wachstum" in Westeuropa fortgesetzt und ein zweistelliges Wachstum in Osteuropa verzeichnet, heisst es.

Das Volumenwachstum der Sparte Gourmet & Spezialitäten sei hingegen "erwartungsgemäss" durch einen Rückgang bei der Getränkesparte beeinträchtigt worden. Massnahmen für eine Trendumkehr dort seien aber eingeleitet worden und sollten in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres Wirkung zeigen, beruhigt das Unternehmen.

Etwas gemächlicher wuchs die Region Nord- und Südamerika mit 3,3 Prozent. Sie habe aber den rückläufigen Schokolademarkt (-3%) dennoch deutlich übertroffen. In der Region Asien-Pazifik hielt die Dynamik mit einem Volumenwachstum von 21,8 Prozent an, dies bei einem Wachstum des Gesamtmarktes von 6,3 Prozent. Barry Callebaut spricht hier von guten Zahlen in Schlüsselmärkten wie China und Indien. Allerdings ist die verkaufte Menge in dieser Weltregion noch relativ gering.

Steigender Kakaopreis

Für einmal ein aussergewöhnlich hohes Wachstum gab es auch in der Division Global Cocoa. Bei (allerdings schwachen Vergleichszahlen) wuchs die Verkaufsmenge um 10,2 Prozent. Die Sparte war in der Vergangenheit phasenweise ein Bremsklotz und musste saniert werden.

Da der Preis für Kakaobohnen zuletzt meist aufwärts zeigte, stieg der Umsatz der Sparte gar noch etwas deutlicher. Der Kakaopreis stieg auch nach der Berichtsperiode weiter und erreichte am Vortag auf Dollarbasis den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren. Hinter dem Preisanstieg stünden Sorgen vor einer geringeren Zwischenernte im weltgrössten Produzentenland Elfenbeinküste, nachdem es dort in den vergangenen Wochen zu wenig geregnet habe, sagte ein Analyst dazu.

Barry-Callebaut-Aktien zunächst im Aufwind nach gutem Quartalswachstum

Die Aktien von Barry Callebaut (BC) sind mit guten Avancen in die Sitzung vom Mittwoch gestiegen. Der Zürcher Schokoladeproduzent hat mit seinem Volumenwachstum für das erste Quartal 2019/20 die Konsens-Schätzungen klar geschlagen. Analysten sprechen denn auch von starken Zahlen.

Im Verlauf gaben die Barry-Titel ihre Gewinne an der SWX wieder ab und standen zum Schluss marginale 0,09 Prozent tiefer bei 2'182 Franken, im bisherigen Tageshoch stiess die Aktie noch auf 2'230 Franken vor.

BC hat mit einem Volumenwachstum von 8,2 Prozent den AWP-Konsens von 6,3 Prozent deutlich übertroffen, wenn auch vor allem das volatile Kakaogeschäft überraschend stark zugelegt hat.

Die ZKB spricht in einem Kommentar denn auch von einem "ausgezeichneten Jahresstart mit einem satten Volumenwachstum". Besonders überzeugt hätten die Regionen Europa und Asien-Pazifik sowie das Kakaogeschäft und die Industriellen Produkte. Das Segment Gourmet & Spezialitäten erziele hingegen derzeit nicht die übliche Dynamik, was auch mit einer Bereinigung im Getränkebereich zu tun habe, so die Detailanalyse.

Von einem "starken Start ins neue Geschäftsjahr" spricht auch die Bank Vontobel in ihrem Kommentar. Der zuständige Analyst bezeichnet das Wachstum gar als von hoher Qualität, angesichts des hohen Wachstum im Schokoladenbereich ex M&A und Outsourcing. Der Konzern sei damit auf Kurs, um die Mittelfristziele auch dieses Jahr zu erreichen. Massnahmen auf der Kostenseite könnten sich zudem später positiv auf der Gewinnseite auswirken.

Zwar bezeichnet auch der Broker Baader Helvea den Start ins neue Geschäftsjahr als "stark". Für den zuständigen Analysten sind die Detailzahlen allerdings von etwas geringerer Qualität als erwartet (Cocoa höher, Gourmet tiefer). Ein organisches Volumenwachstum von 6,2 Prozent sei aber sicher ein "hervorragendes" Resultat. Dies, zusammen mit dem laufenden Gewinn-Momentum unterstütze auch die hohe Bewertung des Titels.

Von einer "anspruchsvollen" Bewertung spricht auch Vontobel. Die ZKB findet zwar auch, dass die Aktie "stattlich" bewertet ist, wenn auch "nicht exorbitant hoch". Baader hat den Titel mit 'Add', Vontobel mit 'Hold' und ZKB mit 'Marktgewichten' eingestuft.

uh/rw

Zürich (awp)

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Bildquelle: Pavel Kapysh / Shutterstock.com,keystone,Barry Callebaut Group

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