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13.11.2019 18:27:36

Bâloise wächst in der Lebensparte und stärkt die Reserven

(Zusammenfassung mit Schlusskurs)

Basel (awp) - Die Bâloise hat in den ersten neun Monaten 2019 mehr Prämien eingenommen als vor einem Jahr. Gewachsen ist die Versicherungsgruppe im Lebengeschäft, wo sie nach dem Rückzug der Axa-Gruppe aus der Vollversicherung Kunden dazugewann. Das Geschäft leidet jedoch unter den tiefen Zinsen.

In den Monaten Januar bis September stieg das Geschäftsvolumen der Bâloise laut Mitteilung vom Mittwoch um 4,3 Prozent auf 7,37 Milliarden Franken. Um Währungseffekte bereinigt, also in Lokalwährungen, nahm das Volumen um 6,3 Prozent zu.

Treiber des Wachstums war für einmal die Lebensparte, wo das Prämienvolumen um 25 Prozent auf 3,40 Milliarden Franken anschwoll. Wie auch die Swiss Life profitierte die Bâloise davon, dass Konkurrent Axa in der Beruflichen Vorsorge das Angebot der Vollversicherung zu Jahresbeginn aus dem Sortiment gestrichen hat. Das Angebot ist bei KMU beliebt, da es in Vorsorgefragen einen Rundumschutz bietet.

Gewachsen ist auch die teilautonome Vorsorgelösung "Perspectiva", der sich weitere Firmen angeschlossen haben. Im Gegensatz zur Vollversicherung müssen die Kunden hier die Anlagerisiken selbst tragen. Per Ende September zählte "Perspectiva" mit 2'061 Unternehmen rund 300 mehr als Ende 2018. Insgesamt verwalte man nun ein Vermögen von rund 660 Millionen Franken, hiess es.

Rückläufige Prämien mit Anlagecharakter

Während das Geschäft mit traditionellen Lebensversicherungen wuchs, gaben die Verkäufe anlagegebundener Produkte nach. Die daraus gewonnenen Prämien mit Anlagecharakter sind in der Berichtsperiode um einen Viertel auf 1,11 Milliarden Franken eingebrochen. Der Grund dafür sei der allgemein rückläufige Markt in Luxemburg, hiess es. Die demgegenüber noch geringen Verkäufe in der Schweiz nahmen dagegen um gut zwei Drittel zu.

In der Nichtlebenversicherung blieb das Volumen stabil bei 2,87 Milliarden Franken, wobei sich in Lokalwährungen gerechnet ein Anstieg von 2,5 Prozent ergibt. Gewachsen ist die Bâloise in den Auslandsmärkten Belgien und Luxemburg. Am Heimmarkt büsste die Sachversicherung leicht an Volumen ein.

In Belgien wurde zuletzt mit zwei Zukäufen das Nichtlebengeschäft weiter ausgebaut. Die Effekte aus den Akquisitionen von Fidea sowie des Nichtlebenportfolios von Athora wird die Bâloise erstmals im Jahresabschluss 2019 aufschlüsseln.

Rückstellungen wegen tiefer Zinsen

Mit den im "Simply Safe"-Programm gesetzten Ziele sieht Konzernchef Gert de Winter die Bâloise nach wie vor "auf Kurs". Dabei werde man im laufenden Jahr voraussichtlich erneut Barmittel von über 400 Millionen in die Holding überführen können. Dies dürfte eine Fortsetzung der "attraktiven Ausschüttungspolitik" ermöglichen.

Angaben zum Gewinn macht die Bâloise im Neunmonatsausweis traditionell keine. Die Gruppe warnte aber davor, dass man aufgrund der anhaltend tiefen Zinsen die Reserven in der Lebensversicherung verstärken wird. Das drückt aufs Ergebnis und so rechnet man für das Gesamtjahr 2019 noch mit einem Betriebsergebnis (EBIT) von über 200 Millionen Franken nach einem Überschuss von 333 Millionen im Jahr davor.

Im Nichtlebengeschäft erwartet de Winter einen tiefen und damit guten Schaden-Kostensatz, der am Ende des Jahres im unteren Bereich des Zielbands von 90 bis 95 Prozent liegen werde. Dies sofern das letzte Quartal einen ähnlich positiven Schadenverlauf wie die ersten drei Quartale aufweise. Ein Wert unter 100 Prozent zeigt an, dass in diesem Geschäft versicherungstechnisch Gewinne geschrieben werden. Besonders gut entwickelt sich die Kennzahl im Heimmarkt Schweiz.

An der Börse haben die Anleger zur Wochenmitte bei der Bâloise Gewinne mitgenommen. Die Aktie verliert in einem leicht rückläufigen Markt 2,9 Prozent. Analysten verwiesen auf die mit Unsicherheiten verbundene Ergebniskorrektur in der Lebensparte. Das Wachstum lag indessen in etwa im Rahmen der Erwartungen. Trotz des aktuellen Kursrücksetzers hat die Aktie seit Jahresbeginn rund einen Drittel an Wert gewonnen.

mk/tp

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