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24.08.2026 20:45:36
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Autos, Lkw, Stahl: Trump droht Kanada mit 50-Prozent-Zoll
(Aktualisierung: 6. Absatz neu: kanadische Forderungen nach Einschränkungen von Stromversorgung der USA)
WASHINGTON/OTTAWA (awp international) - Im festgefahrenen Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada lässt US-Präsident Donald Trump die Situation eskalieren. Ab dem 1. Januar 2027 will er die Importabgaben für Autos, grosse und kleine Lastwagen, Autoteile und Stahl auf 50 Prozent erhöhen, wie er auf seiner Plattform Truth Social mitteilte. Wie in der Vergangenheit könnten Unternehmen die Zölle umgehen, indem sie in den USA produzierten, hiess es weiter.
Derzeit fordern die USA nach kanadischen Angaben auf Basis von Abschnitt 232 des "Trade Expansion Acts" aus dem Jahr 1962 Zölle in Höhe von 25 Prozent auf importierte Auto, Lastwagen und entsprechende Teile. Zudem erheben sie bei Stahl, Aluminium und Kupfer Importabgaben von 10 bis 50 Prozent.
Trump begründete seine Drohung erneut damit, dass Kanada die Vereinigten Staaten seit Jahren "ausbeute" und behauptete weiter, dass sein Land nicht auf den Handel mit dem Nachbarn angewiesen sei. Laut US-Zensus ist Kanada hingegen derzeit der zweitgrösste Handelspartner der USA: So seien seit Jahresbeginn bis Juni Waren im Wert von rund 200 Milliarden US-Dollar ein- und in Höhe von etwa 175 Milliarden US-Dollar ausgeführt worden. Nur Mexiko ist ein noch grösserer Handelspartner für die Vereinigten Staaten.
Eine Zolldrohung nach der anderen
Zuvor hatten Verhandler der beiden Nachbarstaaten bis in die Nacht zum Samstag über eine Vereinbarung beraten, um die von US-Präsident Trump angekündigten Zölle abzuwenden. Nach den geplatzten Verhandlungen traten noch in der Nacht bereits Zölle in Höhe von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Güter in Kraft. Betroffen sind kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar - also etwa fünf Prozent der Einfuhren insgesamt -, darunter etwa Hockeyschläger, Möbel, Honig und Wein.
Als Reaktion kündigte Kanadas Premierminister Mark Carney Gegenzölle ab dem 8. September an. Die Massnahmen würden sich auf Sektoren wie Stahl, Milchprodukte, landwirtschaftliche Ausrüstung und Elektrogeräte konzentrieren, teilte Carney mit. "Das ist eine gezielte Reaktion, um unsere Industriezweige zu schützen und zu verteidigen und ihnen zu ermöglichen, auf dem kanadischen Markt mit US-Produkten zu konkurrieren."
Der Premierminister der Provinz Ontario, Doug Ford , brachte zudem Einschränkungen bei der Stromversorgung der USA aus Kanada und dem Zugang zu kritischen Rohstoffen ins Spiel. Premierminister Carney sagte darauf angesprochen: "Ich habe solche Massnahmen noch nicht in Betracht gezogen. Doch nichts ist ausgeschlossen, denn wir befinden uns in einer neuen Phase."
Trump wollte eigentlich etwas anderes
Noch Mitte des Monats hatte Trump zunächst die nun in Kraft getretenen 50-Prozent-Zölle auf Eis gelegt, um einen Deal für das Öl-Pipeline-Projekt Keystone XL abschliessen zu können. Schon länger hegt der Republikaner den Wunsch, trotz Bedenken von Umweltschützern das Projekt wiederzubeleben. Von der Pipeline war zuletzt aber keine Rede mehr.
Ähnlich erratisch verhielt sich Trump auch schon zuvor im amerikanisch-kanadischen Handelskonflikt: Nach der Verhängung eines Zolls von 25 Prozent auf nahezu alle Waren im vergangenen Jahr - angeblich, weil das Nachbarland zu wenig gegen den Drogenschmuggel unternimmt - drohte Trump zeitweise mit einem Satz von 100 Prozent. Immer wieder nutzte er sein Lieblingsinstrument auch, um bei einem ganz anderen Thema, einer Grenzbrücke zwischen beiden Staaten nahe Detroit, nachzuverhandeln./ngu/DP/he
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