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Vorsichtiger Ausblick 08.10.2019 17:45:00

ARYZTA-Aktie büsst ein: ARYZTA kommt organisch 2018/19 nicht vom Fleck

ARYZTA-Aktie büsst ein: ARYZTA kommt organisch 2018/19 nicht vom Fleck

Im per Ende Juli abgeschlossenen Geschäftsjahr 2018/19 ist der Konzern umsatzmässig aus eigener Kraft nicht vorangekommen. Das Wachstum aus den ersten drei Quartalen wurde durch ein schwieriges Schlussquartal in Nordamerika zunichtegemacht.

Insgesamt schrumpfte der ausgewiesene Umsatz von ARYZTA im letzten Geschäftsjahr um 1,5 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Organisch - also um Zu- und Verkäufe sowie Wechselkurseffekte bereinigt - trat ARYZTA auf der Stelle.

Die Profitabilität dagegen konnte ARYZTA leicht steigern. Der bereinigte Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA erhöhte sich um 1,9 Prozent auf 307,5 Millionen Euro. Erst im dritten Quartal hatte ARYZTA die Erwartungen für die Profitabilität im Gesamtjahr gedämpft. Als Grund gab Konzernchef Kevin Toland damals einerseits das Timing der Sparmassnahmen an, andererseits die Entwicklung in Nordamerika. Dort brauche es mehr Zeit, um die Verkäufe zu steigern.

Mit den vorgelegten Zahlen hat der Konzern die Erwartungen der Finanzgemeinde beim organischen Wachstum verfehlt, dafür beim Gewinn leicht übertroffen. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten im Schnitt einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro bei einem organischen Plus von 0,8 Prozent sowie einen bereinigten EBITDA von 304,3 Millionen Euro erwartet.

Verbesserungen ab zweitem Semester

Gespannt hatten Analysten und Anleger aber insbesondere den Ausblick für das nächste Jahr erwartet. Das Management zeigt sich diesbezüglich nun vorsichtig. ARYZTA rechnet damit, in Nordamerika in der ersten Jahreshälfte weiter zu schrumpfen. Ab dem zweiten Semester soll es dann bergauf gehen, wenn neue Aufträge realisiert werden. Der bereinigte EBITDA soll weiter wachsen.

ARYZTA steckt in einem mehrjährigen Umbau. Das neue Management unter Tolands Führung will das zuletzt strauchelnde Unternehmen mit einer stärkeren strategischen Fokussierung und Kostensenkungen wieder auf Kurs bringen. Im abgelaufenen Jahr habe das Projekt Einsparungen von 26 Millionen gebracht, auf jährlicher Basis entspreche das 40 Millionen, hiess es in der Mitteilung.

Etwas Luft in finanzieller Hinsicht hat sich ARYZTA letzte Woche verschafft, als der Verkauf der Mehrheit seines Anteils am französischen Tiefkühlproduzenten Picard bekannt gegeben wurde. Der Konzern bekommt für 43 Prozent an Picard 156 Millionen Euro.

So reagiert die ARYZTA-Aktie

Die ARYZTA-Aktien reagierten auf die Ganzjahreszahlen mit Verlusten. Analysten werten das Zahlenset als durchzogen. So hat sich der Backwarenkonzern bei der Profitabilität verbessert, aber ist beim Umsatz nicht vorangekommen. Der Ausblick bleibt zudem vage.

Am Dienstag verloren die ARYZTA-Titel 5,19 Prozent auf 0,69 Franken. Die Papiere des Tiefkühlbackwarenherstellers haben seit Jahresbeginn bereits bis zum Montagabend rund ein Drittel verloren. Von den Jahreshöchstkursen von Anfang Mai bei 1,5645 Franken aus betrachtet hat sich der Aktienkurs sogar mehr als halbiert.

In Analystenkreisen werden die Resultate von ARYZTA im Geschäftsjahr 2018/19 in ersten Kommentaren als gemischt bezeichnet. Positiv werden zwar die Profitabilitätsverbesserungen aufgenommen. Die Margenverbesserungen seien wohl dank Kosteneinsparungen, tieferen Rohstoffkosten und einem besseren Preismix erzielt worden, schreibt die UBS. Allerdings könnten diese für Investoren wohl die schwache Umsatzentwicklung nicht ganz ausgleichen.

Laut Vontobel wirkten sich die Preiserhöhungen wie befürchtet negativ auf das Volumenwachstum aus. Die Umsätze in Nordamerika hätten sich noch schlimmer als befürchtet entwickelt. Das bestätigte die These, dass ARYZTA Marktanteile im Detailhandel und Foodservice verliere. Gerade der französische Konkurrent Bridor trete am Markt sehr aggressiv auf.

Baader Helvea relativiert derweil, dass der Kursrückgang in den letzten Monaten noch schwächere Ergebnisse hätte vermuten lassen können. Zudem sei das Einlösen der EBITDA-Verbesserung wichtiger als das Verfehlen der Wachstumserwartungen. Diese könnten schliesslich auf das Aufgaben margenschwacher Geschäfte zurückzuführen sein.

Ein Knackpunkt für die Investoren dürfte vor allem der Ausblick sein. Dieser wird von fast allen Experten - mit einer Ausnahme - als schwach beurteilt. Der Ausblick sei unverbindlich, heisst es etwa bei der CS. Bei Baader Helvea wird das als Zeichen der Schwäche gewertet.

Eine andere Meinung vertritt hier einzig die ZKB: "Wie von uns erwartet gibt ARYZTA eine solch mutige Prognose im jetzigen Zeitpunkt nicht, um möglichst weiteren künftigen Enttäuschungen vorzubeugen." Wichtig sei, dass 2019/20 eine Verbesserung gelinge.

tt/kw

Zürich (awp)

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Bildquelle: Keystone