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Umbruch 27.02.2024 17:55:36

Arbonia-Aktie springt dennoch 21 Prozent hoch: Arbonia rutscht 2023 in Verlustzone und will Klimadivision verkaufen

Arbonia-Aktie springt dennoch 21 Prozent hoch: Arbonia rutscht 2023 in Verlustzone und will Klimadivision verkaufen

Der Bauzulieferer Arbonia steht vor einem radikalen Schritt: Der Konzern stellt seine Klimatochter zum Verkauf und verliert damit über die Hälfte seines Volumens.

Gleichwohl strebt er im Bereich der Innentüren die Marktführerschaft an.

"Unsere Wettbewerbsposition ist im Türengeschäft besser als im globalen Wärmepumpengeschäft", sagte der exekutive Verwaltungsratspräsident Alexander von Witzleben am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Arbonia habe seine Türendivision in den letzten Jahren gestärkt und sei damit in einer guten Ausgangslage, im europäischen Markt zu wachsen.

Zudem sei die asiatische Konkurrenz dort kleiner als im Heizungssektor, sagte von Witzleben. Türen würden wohl regional bleiben, wegen Regulatorien, der Logistik sowie dem unterschiedlichen Geschmack. "Türen sind immer auch Zeitgeist."

Nummer 1 in Ost- und Südeuropa

Mit der Neuausrichtung will Arbonia seine Position im Türengeschäft in Europa stärken, unter anderem durch Zukäufe: "Wir haben noch nicht die ideale Grösse", sagte von Witzleben. Die Division solle sich schnell in Richtung der Umsatzmilliarde bewegen, 2023 war sie bei der Hälfte davon. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBIDA) soll auf 100 Millionen klettern, von aktuell rund einem Drittel davon.

Der Chef der Türendivision, Claudius Moor, der künftig die Rest-Arbonia lenken soll, erklärte: Im Türengeschäft sei eine Führerschaft bei den Kosten und der Digitalisierung entscheidend.

Er will mit seinen Türen neben der Schweiz in Ost- und Südeuropa die Nummer 1 im Markt werden. "In Deutschland sollte uns das bereits 2024 gelingen."

Diverse Stellen fallen weg

Mit der geplanten Abspaltung der Klimadivision, die bisher rund 60 Prozent des Konzernvolumens ausmachte, will Arbonia zudem Kosten sparen. Konkret werde durch die Zusammenlegung der bisherigen Holding und der Türenabteilung 3 bis 4 Millionen Franken eingespart, rechnete Finanzchef Daniel Wüest vor.

Gestrichen werden Stellen in der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat sowie in der Personalabteilung, den Finanzen und der IT. Zudem werden nicht mehr benötigte Immobilien im Wert von 50 bis 100 Millionen Franken veräussert.

Die Zusammenlegung soll spätestens in zwei Jahren abgeschlossen sein. Verwaltungsratspräsident von Witzleben selbst wird die Transformation das nächste Jahr noch begleiten. Per April 2025 ist aber Schluss mit seiner Doppelrolle: "Falls das gewünscht ist, stehe ich weiterhin als Präsident zur Verfügung."

Käufer aus Korea, Japan und China

Die Klimadivision mit ihren Heizungen, Lüftungen und Wärmepumpen soll derweil eigene Wege gehen: Der Verkaufsprozess laufe seit letztem Oktober und sei in einem fortgeschrittenen Stadium. Kaufinteressenten kämen aus Südkorea, Japan und China.

Der Verkauf dürfte laut der Geschäftsleitung zwischen 1,3 und 1,4 Milliarden Franken bringen, ein Teil daraus fliesse in die Türendivision. Der Löwenanteil, mehrere hundert Millionen Franken, solle aber den Aktionärinnen und Aktionäre zugutekommen.

Arbonia-Aktien legen stark zu - Verkaufspläne verdrängen schwache Zahlen

Die Aktien von Arbonia kletterten am Dienstag kräftig nach oben. Grund waren allerdings nicht die Jahreszahlen des Bauzulieferers. Denn durch einen "historischen Einbruch der Baukonjunktur" ging der Umsatz zurück und unterm Strich stand ein deutlich höherer Verlust als von Analysten erwartet. Allerdings plant Arbonia den Verkauf der Klimasparte.

Letztlich stieen die Titel an der SIX um 21,49 Prozent auf 12,04 Franken. Das durchschnittliche Tagesvolumen wurde dabei deutlich überschritten.

ZKB-Experte Martin Hüsler legt in der Beurteilung denn auch seinen Fokus auf den anstehenden Verkauf der Division Climate. Es gebe zwar keine konkreten Angaben zu einem möglichen Angebotspreis, angesichts der Bewertung anderer Transaktionen im Sektor schätzt er aber einen Kaufpreis zwischen 700 und 800 Millionen Franken. Er geht auch davon aus, dass die Verhandlungen bereits weit fortgeschritten sind und schätzt nach der Transaktion unter Abzug der Nettoverschuldung einen Eigenkapitalwert von 12,40 bis 13,90 Franken je Aktie - was deutlich über dem aktuellen Kurs liegen würde.

Auch der Bank Vontobel zufolge drängen die positiven Auswirkungen eines Verkaufs die enttäuschenden Zahlen in den Hintergrund. Analyst Bernd Pomrehn zufolge kommt ein Verkauf der Klimasparte nach der Trennung vom Fenstergeschäft 2021 nicht überraschend. Denn die jüngst bereits positive Entwicklung des Aktienkurses spiegle wohl nicht die operative Entwicklung des Unternehmens mit roten Zahlen und einer höheren Verschuldungsquote wieder.

ls/cf/dm/uh

Arbon (awp)


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Bildquelle: Arbonia