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| Freigabe aus Peking |
15.07.2026 22:26:00
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Apple Intelligence kann in China durchstarten - mit der Stärke von Alibabas Qwen - Apple-Aktie mit Rekord
Peking gibt grünes Licht für Apples KI, doch die Technik dahinter kommt ausgerechnet von einem chinesischen Rivalen.
- Chinas Cybersicherheitsbehörde lässt Apple Intelligence offiziell zu
- Alibabas Sprachmodell Qwen soll künftig Apple Intelligence in China antreiben
- Apple-Aktie und Alibaba-Aktie legen im Handel am Mittwoch zu
Chinas oberste Cybersicherheitsbehörde hat Apples Dienst Apple Intelligence offiziell zugelassen, während Alibaba mit seinem Sprachmodell Qwen die technische Basis dafür liefert. An der Börse kam das gut an: Die Papiere des Technologiekonzerns kletterten im Tageshoch um 4,4 Prozent auf die Bestmarke von 328,73 US-Dollar. Zu Börsenschluss notierten sie an der NASDAQ 4,0 Prozent höher bei 327,50 Dollar und bauten damit ihren Gewinn in diesem Jahr auf knapp 20 Prozent aus. Die Alibaba-Aktie an der NYSE stieg nur leicht - um rund 0,33 Prozent auf 118,08 US-Dollar.
Langer Weg zur Freigabe
Der Weg bis zur Genehmigung war lang. Apple reichte laut WSJ Anfang 2025 erste Funktionen von Apple Intelligence zur behördlichen Prüfung ein, nachdem der Konzern fast ein Jahr lang gemeinsam mit den chinesischen Technologiekonzernen Alibaba und Baidu an deren Entwicklung gearbeitet hatte. Peking verlangt für generative KI-Dienste eine staatliche Zulassung, verschärfte Inhaltstests und schreibt vor, dass Nutzerdaten auf Servern im Inland verarbeitet werden.
Rückenwind durch starke iPhone-Nachfrage in China
Die Zulassung trifft auf ein ohnehin robustes Geschäft in China: Die iPhone-Lieferungen legten laut dem Marktforscher IDC im zweiten Quartal um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu und festigten Apples Position als zweitgrössten Smartphonehersteller des Landes hinter Huawei. Konkurrenten wie Huawei, Xiaomi und Oppo hatten zuletzt deutlich schneller KI-Funktionen auf ihre Geräte gebracht, was Apples Modellzyklen unter Druck setzte.
Die Lieferungen der meisten chinesischen Marken gingen dagegen zurück, nachdem sie ihre Preise wegen stark gestiegener Kosten für Speicherchips angehoben hatten. Auch Apple erhöhte Ende Juni weltweit die Preise vieler Produkte.
Alibaba liefert die Technik dahinter
Technische Basis der chinesischen Version von Apple Intelligence ist Alibabas Sprachmodell Qwen. Ein Alibaba-Sprecher bestätigte laut WSJ, dass Qwen künftig in Apple Intelligence für Nutzer von iPhone, iPad, Mac und Vision Pro in China integriert werden soll.
Unterschiede in der Marktreaktion
An der Börse fällt die Reaktion trotz beidseitiger Gewinne unterschiedlich aus. Die Apple-Aktie bewegt sich eher moderat, schliesslich macht das Geschäft in China nur einen Teil des Konzernumsatzes aus. Die Alibaba-Aktie legt dagegen deutlicher zu, denn für den chinesischen Konzern bedeutet die Kooperation einen direkten Zugang zu Apples grosser Nutzerbasis.
Die Nachricht fällt zudem in eine Phase verschärfter Rivalität zwischen den USA und China um die KI-Führerschaft. Erst Anfang Juli hatte Alibaba seinen Mitarbeitern die Nutzung von Anthropics KI-Diensten untersagt, während US-Gesetzgeber über schärfere Regeln für den Einsatz chinesischer KI-Modelle bei heimischen Unternehmen beraten.
Einen Termin für die tatsächliche Einführung der KI-Funktionen in China haben weder Apple noch Alibaba genannt. Apple reagierte laut WSJ zudem nicht umgehend auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme. Anleger dürften daher darauf achten, wie schnell sich die Integration in kommenden iOS-Updates zeigt und ob der heutige Kursausschlag bei beiden Aktien über den Handelstag hinaus Bestand hat.
Evelyn Schmal, Martina Köhler, Redaktion finanzen.chDieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.
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