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Produktion in Deutschland? 12.08.2019 20:59:00

ams schlägt OSRAM neues Übernahmeangebot vor - OSRAM-Aktie schiesst zweistellig hoch, ams-Papiere im Sinkflug

ams schlägt OSRAM neues Übernahmeangebot vor - OSRAM-Aktie schiesst zweistellig hoch, ams-Papiere im Sinkflug

Der Vorschlag enthält ein Paket "umfangreicher Zusagen" für sämtliche Anteilseigner des Lichtkonzerns, wie ams mitteilte. Allerdings muss OSRAM zuerst ein Stillhalteabkommen aufheben, das die beiden Unternehmen am 4. Juni 2019 geschlossen haben, bevor ams die Offerte den Aktionären unterbreiten kann.

Die Transaktion würde einen weltweit führenden Anbieter von Sensorlösungen und Photonik mit einem Umsatz von rund 5 Milliarden Euro schaffen. Die österreichische ams erwartet auf Vorsteuerbasis Kostensynergien von mehr als 240 Millionen Euro und Umsatzsynergien von 60 Millionen pro Jahr, der Grossteil davon dürfte innerhalb der ersten 24 Monate gehoben werden können. Die Transaktion bewertet OSRAM mit einem Unternehmenswert von 4,3 Milliarden Euro.

ams hatte OSRAM erstmals Ende Mai einen unverbindlichen Vorschlag unterbreitet. Der MDAX-Konzern hatte den Österreichern daraufhin Zugang zu seinen Büchern gewährt, Voraussetzung für die Due-Diligence-Prüfung war allerdings der Abschluss einer Geheimhaltungsvereinbarung, die ein 12-monatiges Stillhalteabkommen beinhaltet. Das Interesse von ams war im Juli bekanntgeworden, woraufhin das Unternehmen erst einen Rückzieher gemacht, dann aber doch wieder Interesse bekundet hatte.

OSRAM hat sich jedoch skeptisch gezeigt, dass ams die Finanzierung würde stemmen können.

Für OSRAM läuft seit dem 22. Juli das Übernahmeangebot der Finanzinvestoren Bain und Carlyle. Es ist allerdings fraglich, ob dabei die hohe Mindestannahmeschwelle von 70 Prozent erreicht wird, damit die Übernahme zustande kommt. Eine Rücknahme dieser Bedingung haben Bain und Carlyle mit Verweis auf die finanzierenden Banken dezidiert ausgeschlossen. Sie brauchten Monate, um eine tragfähige Fremdfinanzierung für den Deal zu organisieren.

ams will OSRAM-Produktion von Asien nach Deutschland holen

Der Sensorhersteller ams will im Zuge der Übernahme von OSRAM Teile der LED-Produktion von Asien nach Deutschland holen. Gestärkt werden solle der Standort Regensburg, sagte ams-CEO Alexander Everke während einer Telefonkonferenz. An dem Standort soll die LED-Front-End-Produktion konsolidiert werden, während in Asien an zwei Standorten die LED-Back-End-Fertigung gebündelt werden soll.

ams hatte am Sonntag ein Übernahmeangebot für die OSRAM Licht AG vorgelegt, mit dem der MDAX-Konzern mit 4,3 Milliarden Euro bewertet wird.

ams-Chef Everke zeigte sich zuversichtlich, dass das Stillhalteabkommen aufgehoben wird. Bis zum 15. August wollen die Österreicher dann ihre Offerte offiziell vorlegen. Die Angebotsfrist soll dann am 5. September beginnen.

Zur Teilfinanzierung der Transaktion über eine Kapitalerhöhung sagte Everke, im vierten Quartal soll es ein Aktionärstreffen geben, bei der darüber abgestimmt werden soll. 1,5 Milliarden Euro des Kaufpreises will ams über die Ausgabe neuer Aktien finanzieren. Die OSRAM-Übernahme soll dann im ersten Halbjahr abgeschlossen werden, erwarte der Manager.

OSRAM will verhandeln - unter Bedingungen

OSRAM will nach dem Übernahmeangebot der ams Fusionsverhandlungen mit den Österreichern aufnehmen. Der Lichttechnikkonzern aus München stellt aber Bedingungen dafür, dass es zu einem Zusammenschluss mit dem Sensorhersteller kommt.

Neben dem Angebotspreis und dem Finanzierungskonzept von ams benötige OSRAM auch ein stabiles Umfeld für die weitere Transformation zu einem halbleiterbasierten Hightech-Photonik-Unternehmen, teilte OSRAM mit. Zudem seien Schutzzusagen insbesondere für die Mitarbeiter des Unternehmens relevant. Der erfolgreiche Abschluss der Verhandlungen sei Voraussetzung für die Aufhebung des bislang bestehenden Stillhalteabkommens zwischen Osram und ams.

ams setzt aber wohl darauf, dass der Druck von Investorenseite zu gross werden könnte, wenn der Vorstand sich einem besseren Angebot verweigern würde. Gleichwohl ist offen, ob ams damit wirklich zum Zuge käme: Einige Finanzinvestoren sind nämlich im Vergleich zum Angebotspreis mit deutlich höheren Einstandspreisen bei OSRAM engagiert - für sie dürfte auch die ams-Offerte nicht attraktiv sein.

Der Vermögensverwalter Allianz Global Investors, mit etwa 10 Prozent grösster Einzelaktionär bei OSRAM, hatte vergangene Woche schon deutlich gemacht, dass Bain und Carlyle seine Anteile zu dem Preis nicht bekommen würden. Per Freitagabend lag die Annahmequote für die 35-Euro-Offerte bei 2,46 Prozent, wie einer aktuellen Wasserstandsmeldung der Bieter zu entnehmen ist. Damit die Übernahme zustande käme, müsste die Quote bis zum 5. September noch auf 70 Prozent steigen.

ams hat zur Finanzierung der OSRAM-Übernahme eine Dokumentation über eine Brückenfinanzierung über 4,2 Milliarden Euro durch HSBC und UBS vorgelegt. Ein Teil dieser Brückenfinanzierung soll später über eine Kapitalerhöhung bei ams refinanziert werden. Dafür liegt eine 1,5 Milliarden Euro schwere Zusage der beiden Investmentbanken vor. OSRAM erscheint dieses Finanzierungskonzept verbindlich und tragfähig, wie das Unternehmen nun mitteilte.

So reagieren die Aktien

Die OSRAM-Aktie schoss im XETRA-Handel schliesslich um 10,43 Prozent hoch auf 34,95 Euro. Die ams-Anteilsscheine verloren im Schweizer Handel indes 11,82 Prozent auf 43,27 Schweizer Franken.

FRANKFURT (Dow Jones)

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Bildquelle: ah,AR Pictures / Shutterstock.com,OSRAM