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Mit Schwung gestartet 04.05.2021 17:50:00

ams-Aktie schliesst deutlich stärker: ams will OSRAM nach Übernahme von der Börse nehmen - gute Nachfrage im ersten Quartal

Der österreichische, an der Schweizer Börse kotierte Sensorhersteller ams, lanciert ein öffentliches Delisting-Angebot für die noch ausstehenden Aktien der übernommenen OSRAM.

Rund 28 Prozent der OSRAM-Anteilsscheine seien nämlich noch nicht im Besitz von ams. Den Eigentümern soll nun ein Angebot in der Höhe von 52,30 Euro je OSRAM-Aktie unterbreitet werden, heisst es in einem Communiqué vom Montagabend.

Dieser beabsichtigte Angebotspreis entspreche einer Prämie von einem Prozent gegenüber dem volumengewichteten durchschnittlichen Aktienkurs von OSRAM der letzten sechs Monate. Darüber hinaus stelle das Angebot eine Prämie von 28 Prozent zum Angebotspreis des erfolgreichen Übernahmeangebots im Jahr 2019 (41,00 Euro je Aktie) und eine Prämie von 15 Prozent auf die Barabfindung dar, die den verbleibenden OSRAM-Aktionären im Zusammenhang mit dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrage angeboten werde (45,54 Euro).

Vorbehaltlich der Zustimmung der Behörden werde das Delisting-Angebot ca. am 21. Mai 2021 beginnen und innerhalb von vier Wochen bis ca. am 18. Juni 2021 angenommen werden können, heisst es weiter. Nach Abschluss des Delistings wird der Handel mit OSRAM-Aktien am regulierten Markt eingestellt.

ams hatte OSRAM im Jahr 2019 nach langem Ringen übernommen. Ein erstes Übernahmeangebot verfehlte die Annahmeschwelle, das zweite drohte an Hedgefonds zu scheitern. Doch im Dezember meldeten die Österreicher dann, dass sie das Ziel von 55 Prozent der Anteile erreicht hätten.

Im März 2021 hatte ams bezüglich der Übernahme von OSRAM erreicht, dass der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BGAV) in Kraft tritt. Der Schritt verschaffte ams Zugang auf die Finanzmittel von OSRAM - auch, um die Schulden für die mehr als vier Milliarden Euro schwere Übernahme zu tilgen.

Am späten Montagabend meldete sich auch das OSRAM-Management zu Wort. Man könne das Vorhaben nachvollziehen, hiess es in einer kurzen Mitteilung. Der Vorstand werde "ams bei diesem Verfahren im Sinne des Unternehmensinteresses unterstützen".

ams mit guter Nachfrage im ersten Quartal

Der Sensorenhersteller ams sieht sich mit dem langfristig ausgelegten Zielmodell auf Kurs und will künftig mit dem deutschen Lichtkonzern OSRAM unter neuem Namen auftreten. Derzeit erhält die Gruppe insbesondere von der Erholung am Automobilmarkt Rückenwind.

Mit Osram werde ams künftig als ein "weltweit führender Anbieter von optischen Technologien" neu mit dem Namen "ams OSRAM" auftreten, schreibt ams am Dienstag. Dazu habe man eine visuelle Corporate-Identity-Strategie mit den Logos von ams und OSRAM entwickelt. Der Firmennamen soll an der kommenden Hauptversammlung auf "ams OSRAM" angepasst werden.

Erholung am Automarkt

ams hat für die Zukunft auch eine neue Struktur mit den beiden Segmenten Halbleiter und Lampen & Systeme geschaffen. Das Segment Semiconductors umfasse das historische ams-Geschäft und das historische Opto Semiconductors-Geschäft von OSRAM. Im Segment Lamps & Systems (L&S) werden die bisherigen OSRAM-Teile Automotive und Digital zusammengefasst.

Im ersten Quartal 2021 hat das Halbleitergeschäft den Angaben zufolge 65 Prozent zum Gesamtumsatz von 1,55 Milliarden US-Dollar beigesteuert. Die restlichen 35 Prozent stammten aus der L&S-Sparte. Der Betriebsgewinn EBIT lag derweil um Sonderfaktoren bereinigt bei 172 Millionen und unter dem Strich verblieb ein Reingewinn von 89 Millionen Dollar.

Die Halbleiter hätten vor allem am Automobilmarkt stark zugelegt, dank der guten Nachfrage nach Komponenten für die Autobeleuchtung. Erfreulich habe sich auch das Geschäft mit der Medizinaltechnik entwickelt. Etwas dämpfend wirkte primär aus saisonalen Gründen die geringere Nachfrage an den Consumer-Märkten, wo ams vor allem Smartphone-Hersteller wie Apple mit Lösungen beliefert.

Von der dynamischen Erholung am Automarkt will ams auch im laufenden Quartal profitieren, auch wenn die Situation in den Lieferketten angespannt sei. ams rechnet in den Monaten April bis Juni mit einem zum Vorquartal um rund 5 Prozent niedrigeren Umsatz, der im Bereich von 1,43 und 1,53 Milliarden Dollar zu liegen kommen soll. Die EBIT-Marge wird bei 7 bis 10 Prozent erwartet nach 11 Prozent im ersten Quartal.

Langfristziele bestätigt

Die Integration von OSRAM sei derweil in vollem Gange und umfasse eine Vielzahl von Projekten, heisst es weiter. Dabei erhofft sich ams vom Schulterschluss mit OSRAM auch einiges an Synergien und die über einen Zeitraum von drei Jahren geplanten Kosteneinsparungen werden vor Steuern neu mit 350 Millionen Euro nach bislang 300 Millionen veranschlagt.

ams bestätigte die auf die lange Sicht gesetzten Ziele. Demnach strebt die Gruppe jährlich im Durchschnitt ein prozentual zweistelliges Umsatzwachstum und eine EBIT-Marge von 20 bis 25 Prozent an.

ams beantragt an GV Rückkauf eigener Aktien und Schaffung von Kapital

Der österreichische Sensorenhersteller ams wird den Aktionären an der am 2. Juni geplanten Hauptversammlung beziehungsweise Generalversammlung den Antrag zur Änderung des Firmennamens in "ams OSRAM" stellen. Zudem sollen auch die Voraussetzungen zur Schaffung von frischem Kapital sowie auch für einen allfälligen Rückkauf eigener Aktien geschaffen werden.

Wie der am Dienstag veröffentlichten Einladung zur Versammlung zu entnehmen ist, will ams neues genehmigtes Kapital von rund 4 Prozent des Grundkapitals gegen Bareinlage und/oder Sacheinlage in den Statuten festschreiben. Zudem soll die Grundlage für einen Aktienrückkauf geschaffen werden. Für den Rückkauf hat ams die Schwelle bei 10 Prozent des Grundkapitals gesetzt.

Nach dem Zusammenschluss mit dem deutschen Lichtkonzern OSRAM will sich ams umbenennen. Künftig soll die Gruppe als ein "weltweit führender Anbieter von optischen Technologien" mit dem Namen "ams OSRAM" auftreten, wie das Unternehmen am Dienstag im Rahmen der Zahlenvorlage fürs erste Quartal mitteilte. Dazu habe man eine visuelle Corporate-Identity-Strategie mit den Logos von ams und OSRAM entwickelt. Der Wechsel des Firmennamens wird ebenfalls an der Hauptversammlung traktandiert.

ams-Aktien nach Quartalszahlen gesucht

Die Aktien des Sensorenherstellers ams sind am Dienstag nach Vorlage der Quartalszahlen überraschend stark in den Handel gestartet. Damit können die Titel einiges vom zuletzt verlorenen Terrain aufholen.

ams-Aktien rückten an der SIX bis Handelsende um 1,13 Prozent auf 16,18 Franken vor.

Die ams-Papiere hatten in den vergangenen Wochen einen schweren Stand. Insbesondere die Sorgen vor einem Auftragsrückgang mit dem wichtigsten Kunden Apple sowie zu Lieferengpässen in der Chipindustrie setzten die Titel unter Druck. Kostete die Aktie im Februar beinahe 25 Franken, rutschte der Kurs zuletzt unter 16 Franken ab.

Mit Einschätzungen zu dem am Dienstag von ams vorgelegten Zahlenset tun sich Analysten wie Händler allerdings schwer, auch weil das Unternehmen keine pro-forma-Angaben zum Vorjahr macht. Denn mit der Übernahme des deutschen Lichtkonzerns Osram im letzten Sommer ist der Umsatz von ams unweigerlich in die Höhe geklettert.

Im ersten Quartal liegen die publizierten Zahlen aus Sicht von Andreas Müller von der ZKB operativ oberhalb der Erwartungen und am oberen Ende der separat abgegebenen Zielbandbreite für ams alleinstehend. Seines Erachtens reflektiert das Ergebnis für das erste Quartal die saisonal typischen tieferen Umsätze.

Für Müller könnten die Aussagen rund um Marktanteilsverluste im Consumerbereich auf den vieldiskutierten Sockelverlust bei Apple hindeuten. Er hält die Aktien jedoch weiterhin für unterbewertet.

Mark Diethelm von der Bank Vontobel bewertet den Quartalsabschluss von ams derweil als solide, während die Guidance zur Profitabilität für das laufende Quartal die Erwartungen übertreffe. Zudem habe die Gruppe die an die geplanten Synergieeffekte aus dem Zusammenschluss mit Osram angehoben und die Mittelfristziele bestätigt.

kw/

Unterpremstätten (awp)

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Bildquelle: ah,zvg