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Dementi 26.06.2020 17:53:00

ams-Aktie bricht erneut ein: ams weist Anschuldigungen gegen Management als "Medienunterstellungen" zurück

ams-Aktie bricht erneut ein: ams weist Anschuldigungen gegen Management als "Medienunterstellungen" zurück

"ams weist Medienunterstellungen zu nicht gesetzeskonformen Handelsaktivitäten des Managements zurück", hiess es in einer Mitteilung des Unternehmens in der Nacht auf Freitag.

Man nehme die Medienberichte zur Kenntnis, die Untersuchungen der österreichischen Finanzmarktaufsicht bezüglich Handelsaktivitäten des Managements in ams-Aktien "unterstellen". Das Unternehmen stelle klar, "dass ams keine Kenntnis einer Untersuchung oder Anfrage seitens einer Aufsichtsbehörde oder vergleichbaren Behörde bezüglich Beschäftigten, Mitgliedern des Vorstands oder Aufsichtsrats, der Gesellschaft oder ihrer Tochtergesellschaften hat".

Die Medienberichte vom (gestrigen) Donnerstag würden Bezug nehmen "auf Unterstellungen aus der Vergangenheit, die von Medien 2019 gemacht wurden". Bereits zum damaligen Zeitpunkt habe ams klar festgehalten, dass man sich keiner Ermittlungen bewusst sei.

amshabe Richtlinien und Abläufe, die Mitarbeiter-, Management- sowie andere Handelstransaktionen regelten. Diese würden regelmässig überprüft und deren Einhaltung überwacht.

Am Vortag hatte das "Handelsblatt" (online) geschrieben, die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) ermittle gegen die ams-Führung. Dabei gehe es um Aktiengeschäfte bei der laufenden Übernahme des Lichtkonzerns OSRAM, hiess es. Die Ermittlungen seien nach Informationen aus Justizkreisen bereits vor sechs Monaten aufgenommen worden. Es gehe um die Aufklärung von grösseren Aktienkäufen und -verkäufen durch das ams-Management.

"Wir gehen selbstverständlich allen Hinweisen wegen Gesetzesverstössen nach und ermitteln den Sachverhalt", wurde ein Sprecher der österreichischen Finanzmarktaufsicht in dem Medienbericht zitiert.

So reagiert die Aktie

Bei den Aktien von ams kam es nach dem Absturz vom Vortag am Freitag zunächst zu einer Gegenbewegung. Das deutsche "Handelsblatt" hatte am Donnerstag berichtet, dass die österreichische Finanzmarktaufsicht gegen das Management des Chipherstellers ermittelt wegen angeblich zweifelhafter Aktiengeschäfte bei der laufenden Übernahme des Lichtkonzerns OSRAM.

Aktien von ams gewannen im frühen Handel an der Schweizer Börse 6,79 Prozent auf 14,95 Franken hinzu. Im Verlauf wechselte der Anteilsschein jedoch das Vorzeichen und gab letztlich 1,71 Prozent ab auf 13,76 Franken. Im Tief war es bis auf 12,72 Franken herunter gegangen. Am Tag vorher waren die Titel um 16,1 Prozent eingebrochen. Im laufenden Jahr haben sie bis dato insgesamt 45 Prozent verloren und damit so stark wie kein anderer SLI-Wert.

"Wir würden keine vorzeitigen Schlüsse ziehen", kommentiert die ZKB am Freitag den Medienbericht und den Kursabsturz. "Wir gehen davon aus, dass nach der gestrigen Wirecard-Insolvenz die Nerven bezüglich einer solchen Meldung blank liegen." Der Kursabsturz vom Donnerstag sei in diesem Umfang zum grössten Teil dadurch verursacht worden, schreibt der ZKB-Analyst. Denn rein aus den vorhandenen Fakten liessen sich noch keine negativen Schlüsse ziehen.

Der deutsche Zahlungsabwickler Wirecard ist in einen Bilanzskandal verwickelt und hatte am Donnerstag Insolvenz beantragt.

Dass ams neben einem temporären Reputationsschaden auch einen effektiven finanziellen Schaden davonträgt, sei aus jetziger Sicht eher unwahrscheinlich, so der ZKB-Experte weiter. Würden allerdings Insiderhandel oder Marktmanipulation nachgewiesen, dann müsste das Führungspersonal dafür geradestehen.

Beim Auswechseln einzelner Personen würden auf Osram-Seite aus Sicht der Kantonalbank genug fähige Leute bereitstehen. Am grundsätzlichen Investment-Case, der die ams-Aktie ohne OSRAM für klar unterbewertet und die Osram-Transaktion als wertsteigernd ansieht, ändere sich nichts.

Zürich (awp)

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Bildquelle: ah